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Otto

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Mittwoch, 28. März 2018, 18:15

Einfuhr USA: Warum "Kinder Joy"-Eier erlaubt, Ü-Eier aber verboten sind

Zitat

Überraschungseier sind einer der Exportschlager des Süßwarenriesen Ferrero. In den USA gilt jedoch aufgrund von Sicherheitsvorschriften ein Verbot. Jetzt gibt es zwar endlich ein Ü-Ei des Herstellers – aber nicht das echte.

Die USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – Schusswaffen sind erlaubt, Überraschungseier verboten. Zumindest letzteres sollte sich angeblich ändern: "Kinder Eggs" kommen 2018 nach Amerika, berichteten zum Jahresende etliche Medien. Doch was die Herzen der Fans höher schlagen ließ, war ein Missverständnis. Der italienische Süßwarenriese Ferrero brachte nicht die heiß begehrte "Kinder Überraschung" heraus, sondern "Kinder Joy" – ein Plastikei mit Schokofüllung in der einen, und Spielzeug in der anderen Hälfte.

Gesetz von 1938 untersagt Ü-Eier
Das Original bleibt wegen der strikten US-Gesetze tabu. Damit sind die traditionell als marktliberal geltenden USA der einzige große Wirtschaftsraum weltweit, wo Ferrero seinen Exportschlager nicht anbieten darf. Grund ist ein Gesetz von 1938. Es untersagt Süßigkeiten, die nicht essbare Objekte enthalten – wegen Verschluckungsgefahr. Dass die USA es ernst meinen, erfuhr 1997 schon Nestlé beim "Magic Ball", einer runden Kopie des Überraschungseis.
Auch bei "geschmuggelten" Ü-Eiern verstehen die Grenzbeamten keinen Spaß. Das US-Zollamt weist regelmäßig darauf hin, dass "Kinder Eggs" nicht ins Land dürfen. 2012 teilte die Behörde sogar mit, dass im Vorjahr über 60.000 Überraschungseier beschlagnahmt wurden. "Diese Leckereien mögen niedlich sein, aber sie sind zu gefährlich für Kinder, um legal in die USA importiert zu werden", hieß es damals in der Warnung. Wer sich erwischen lässt, riskiert Geldstrafen.

Kampagne "Free the Egg"
Kultcharakter haben die Schoko-Eier indes auch in den USA. 2011 wurde die Kampagne "Free the Egg" (Befreit das Ei) gestartet, die Unterschriften für eine Petition zur Legalisierung sammelt. Hinter der Initiative steht Leslie Dannelly aus Florida, die auch über ihr Anliegen bloggt. Aktuell erklärt sie bei Youtube die Unterschiede zwischen dem verbotenen "Kinder Surprise Egg" und dem legalen "Kinder Joy". Das gibt es außerhalb der USA übrigens auch schon seit 2001.
Ü-Ei-Aktivistin Dannelly ist mit der Ersatzlösung immerhin ganz zufrieden. "Ich mag beide Produkte", sagt die 45-Jährige, die durch ihre französische Mutter und Besuche in Deutschland auf den Geschmack gekommen ist. Doch nicht alle können sich damit anfreunden. Deshalb wird bei Twitter mitunter Frustabbau betrieben. "Was zur absoluten Hölle ist dies?!?", fragt ein Nutzer. "Das sind aber nicht die echten Überraschungseier, sondern Fake-Schrotteier", schreibt ein anderer.

Ferrero will Mars, Hershey und Mondelez Konkurrenz machen
Ferrero zufolge wurde die Produktneuheit in den USA insgesamt aber gut aufgenommen. Die Italiener leisteten sich auch eine aufwendige Marketingoffensive mit TV-Werbung bei der Oscar-Verleihung. Zahlen liefert das Unternehmen nicht, doch die Neugierde der Amerikaner scheint groß. In Brooklyns Stadtteil Park Slope jedenfalls waren die "Kinder Joy"-Eier bei den großen Einzelhandelsketten Rite Aid und CVS an der belebten 5th Avenue im Ostergeschäft rasch vergriffen.
Obwohl Ferrero mit Nutella und Tic Tac schon Achtungserfolge in den USA feiern konnte, ist der Marktanteil bislang gering. Das soll sich nun ändern. Der Konzern ist dabei, für 2,3 Milliarden Euro das US-Süßwarengeschäft von Nestlé zu übernehmen. Dann will er den Platzhirschen Mars, Hershey und Mondelez endlich richtig einheizen.

Darum ist das Schokoladenei "Choco Treasure" erlaubt
Warum die US-Gesetze die echten Ü-Eier eigentlich verbieten, versteht Legalisierungsverfechterin Dannelly nicht. Es gebe zwar einige Todesfälle durch Verschlucken von Spielzeug aus den Ferrero-Eiern. Die Wahrscheinlichkeit, dadurch zu sterben, sei aber geringer, als tödlich vom Blitz getroffen zu werden, heißt es in ihrer Petition.
Als Nestlé 1997 seinen "Magic Ball" vom US-Markt nehmen musste, war der Schweizer Konsumgüterkonzern einem Bericht der "New York Times" zufolge in einer Lobbyschlacht mit dem US-Rivalen Mars unterlegen. Der M&M's-Hersteller hatte demnach eine Kampagne finanziert, bei der Verbraucherverbände und Eltern erfolgreich Druck auf die US-Behörden ausübten. So etwas könne Ferrero nicht passieren, versichert das Unternehmen – "Kinder Joy" sei genehmigt und absolut legal.
Erstaunlicherweise ist einem US-Hersteller sogar die Zulassung eines Produkts gelungen, das dem echten Ü-Ei sehr ähnlich ist. Die Firma Candy Treasure aus New Jersey darf seit 2013 ihr Schokoladenei "Choco Treasure" verkaufen, das ebenfalls eine Plastikkapsel mit Spielzeug enthält. Der Unterschied zu Ferreros Überraschungsei besteht eigentlich nur darin, dass die Schokoladenhälften den Plastikkern nicht komplett umschließen. Durch das von außen sichtbare Plastik wird – jedenfalls nach Auffassung der US-Regulierer – für Verbraucher sofort erkennbar, dass der Inhalt nicht essbar ist.

Link
USA 1980 - Florida 1989 - Südwesten 2004 - West-Kanada 2005 - Südwesten 2008 - Florida 2009 - Südstaaten 2009
Bei wahrscheinlich USA-Stammtisch Treffen dabei gewesen
Schöne Grüße
Otto

Obelix

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2

Mittwoch, 28. März 2018, 18:39

Aber 2,5 kg-Steaks, wenn man sie schafft, sind kostenlos und erlaubt. :rolleyes:
Viele Grüsse
Jürgen

Bei Stammtisch-Treffen dabei

http://obelix1947.blogspot.de/

Ian

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3

Donnerstag, 29. März 2018, 11:57

Amerikanische Hysterie, ich glaube kaum, dass es allzu viele Dreijährige in den USA gibt, die in der Lage sind, dass komplette Ü-Ei in den Mund zu stecken und am Stück, also inklusive der Plastikkapsel, runterzuschlucken aber wer weiß.
Zudem wird hierbei die kindliche Neugier unterschätzt. Selbst ein Kleinkind begreift beim Schütteln des Ü-Ei, dass sich irgendetwas in dem Schokomantel befindet - andererseits wage ich zu bezweifeln, dass ein Kind sichtbares Plastik unmittelbar als nicht essbar erkennt.
Jedenfalls finde ich es auch reizvoll, wenn es auf beiden Seiten des Atlantiks Artikel zu kaufen gibt, die man eben nur auf der jeweiligen Seite erhalten kann. So hat so eine Reise immer noch auch seinen "kulinarischen" Reiz.

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