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Otto

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Donnerstag, 12. November 2020, 20:58

Polizist mit Bauchrednerpuppe
Der Holz-Cop mit der Nummer ½

In San Francisco ging ab 1991 das schrägste Polizei-Duo der Welt auf Streife – Bob Geary mit Brendan O'Smarty, einer Holzpuppe in Uniform. Dem Polizeichef war das zu albern. Dann stimmten die Bürger ab.

Zitat

Über die Kneipenschlägerei sind keine Details bekannt. Vielleicht ein blaues Auge oder ein ausgeschlagener Zahn, vielleicht flogen auch ein paar Stühle. In der namenlosen Bar in San Francisco Anfang der Neunziger muss einer jetzt die Gemüter beruhigen – und Officer Brendan O'Smarty ist zur Stelle: ein stadtbekannter Polizist. Bisschen klein vielleicht, dafür mit umso größerem Mundwerk.
"Chill like a Popsicle", "kühlt euch mal runter wie ein Eis am Stiel", sagt O'Smarty zu den beiden verdatterten Streithähnen. Die denken nicht mehr ans Prügeln, sie liegen sich jetzt lachend in den Armen. Es kommt ja nicht oft vor, dass man von einer hölzernen Bauchrednerpuppe in Polizeiuniform zur Räson gerufen wird.
Gestatten, Brendan O'Smarty, hauptberuflich Polizist für spezielle Einsätze, und zwar stets auf dem Arm von Bob Geary. Nebenberuflich Stadtgespräch, Touristenattraktion, Hingucker – knapp 80 Zentimeter groß, Knollennase, Knopfaugen, alles aus Massivholz. Mehrere austauschbare Körper, aber nur ein Kopf. Und eine Kopfgeburt. Nämlich die des erfahrenen Polizisten Bob Geary.
Der ist schon Anfang der Neunzigerjahre ein echtes Urgestein seiner Polizeistelle, seit knapp 20 Jahre im Dienst, vierfach ausgezeichnet mit der Tapferkeitsmedaille, angesehen bei Kollegen und Bürgern. Und dazu ein Freigeist: Geary hat einen Bachelor in Kunst und einen Master in Pädagogik. Abseits der Polizeiarbeit verwirklicht er seine kreative Seite. So spielt er 1981 an der Seite von Don Johnson im Fernsehfilm "The Two Lives of Carol Letner", ein andermal schreibt er ein Theaterstück über die Frage, ob er schuldig sei, zu vielen Taxifahrern Knöllchen ausgestellt zu haben. Über die Aufführung redet San Francisco tagelang.

Die Polizei, dein Freund und Quatschmacher
Klare Sache: Geary ist kein Ottonormalpolizist, eher Typ Rampensau denn Paragrafenreiter. Einer, dem die Straße zugleich Bühne ist, solange niemand mit einer Waffe wedelt. Seine Stunde schlägt, als eines Tages der Polizeichef in einem Memo die Beamten auffordert, sich "kreative und geistreiche Methoden einfallen zu lassen, um die Barrieren zwischen der Polizei und der Gemeinde zu überwinden".
Geary grübelt eine Weile, dann macht er Nägel mit Köpfen. Bei einem Holzschnitzer in Colorado bestellt er eine Bauchrednerpuppe, maßangefertigt: Officer Brendan O'Smarty hat einen öffentlichen Auftrag, er wird die erste Bauchrednerpuppe im Polizeidienst, also braucht er alle Extras. Unterdessen kauft Geary drei Lernkassetten und bringt sich mit Walkman vor dem Badezimmerspiegel das Bauchreden bei.
Ein paar Wochen und 1750 Dollar später bekommt er seinen neuen hölzernen Partner. In Uniform, eine Polizeimarke mit der Nummer ½ auf der Brust, sogar mit eigens gefertigtem Dienstwaffenholster. Darin steckt eine Wasserpistole. Selbst die Biesen, die abgesteppten Falten auf der Hose, sind die gleichen wie auf der Uniform des San Francisco Police Departement.
Kreativ und geistreich, das kann man wohl sagen. Fortan fährt Officer Brendan O'Smarty mit auf Streife, und wenn es bei der Konfliktlösung hilft, nimmt Geary seine Puppe aus dem Wagen. Mit Erfolg. "Das alberne Holzgesicht der Puppe lässt Kinder kichern, beschwichtigt häusliche Auseinandersetzungen und ermutigte Obdachlose, Türeingänge zu verlassen", schreibt die "New York Times".
Natürlich weiß Geary, dass sein hölzerner Kollege nicht für jeden Einsatz taugt. "Brendan würde niemals jemandem eine Todesnachricht überbringen oder eine Vergewaltigungsanzeige aufnehmen", sagt er "SFGate". Der Mann ist schließlich Polizist, kein Clown. Wenngleich er sich auch im Doppelpack mit O'Smarty zu helfen weiß: Mindestens einen Verdächtigen bringt er mit Puppe auf dem Arm zu Boden.

Der Polizeichef will den Zirkus beenden
Der Bauchredner-Cop und seine großmäulig-liebenswerte Puppe – es ist eine Erfolgsgeschichte. Die Presse berichtet, die Leute lieben die Puppe, Geary hat seinen Spaß. Und O'Smarty bekommt sogar einen eigenen Spind auf der Dienststelle.
Nur dem neuen Polizeichef Anthony Ribera wird es zu viel: Er befürchtet, dass der Rummel Geary von seinen eigentlichen Aufgaben ablenkt und, schlimmer noch, die Autorität der Polizei untergräbt. Und so ordnet Ribera an, Geary möge sich in Zukunft jedes Mal eine schriftliche Genehmigung einholen, bevor er seine Puppe aus dem Polizeiauto holt. Das Ende des wohl eigenartigsten Polizeiduos in der amerikanischen Geschichte.
Oder doch nicht? Geary ist kein Polizei-Azubi mehr. Der Mann steht seit zwei Dekaden im Dienst und ist hochdekoriert, er lässt sich nicht herumschubsen. "Wie lächerlich", zitiert ihn die "New York Times", "dass man einem Polizisten zutraut zu entscheiden, wann er seine Waffe einsetzt, aber nicht, wann seine Puppe." Also initiiert er eine Unterschriftenaktion. Sie kostet ihn zwar mehr als 10.000 Dollar, bringt aber auch knapp 17.000 Unterschriften.
Damit kommt das Thema unter dem offiziellen Titel "Police Puppet" auf die Agenda des nächsten Bürgerentscheids. Dort steht am 3. November 1993 neben kommunalpolitischen Themen wie der Uniformierung von Taxifahrern, Zahnarztkostenerstattung für städtische Mitarbeiter oder der Ausgabe von Bildungsgutscheinen auch Gearys Anliegen:
"Soll es die Entscheidung der Bürger von San Francisco sein, dass Polizist Bob Geary allein entscheiden darf, wann er seine Puppe Brendan O'Smarty im Dienst einsetzt?"
Nicht jeder findet das witzig. "Ich will nicht über Puppen abstimmen. Ich nehme das Wählen sehr ernst", sagt eine Frau namens Joan Lewis der "Chicago Tribune". Dort kommt auch Liana Pella zu Wort: "Es ufert aus. Bald werden die Wähler gefragt, ob Hunde noch auf den Gehsteig pinkeln dürfen."

"Machen wir uns ein bisschen locker"
Die Stadt ist ebensowenig amüsiert. "Wir wollen nicht der Grinch sein, der Weihnachten klaut", so Noah Griffin, Sprecher des Bürgermeisters. "Aber die Abstimmung könnte ein gefährlicher Präzedenzfall sein. Der Nächste will dann auf Rollerskates zum Polizeidienst kommen, oder als Transvestit verkleidet."
Doch eine knappe Mehrheit der Bürger von San Francisco hat weniger Bedenken. Geary und O'Smarty gewinnen den Entscheid mit 65.768 zu 63.112 Stimmen. "Die Bauchrednerpuppe O'Smarty zeigt, dass man kein Hirn braucht, um eine Wahl in San Francisco zu gewinnen", spotten die "Dayton Daily News". Derweil lässt es Polizeichef Ribera gut sein. "Die Wähler haben gesprochen. Machen wir uns ein bisschen locker", sagt er tags darauf im Fernsehen.

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722

Sonntag, 15. November 2020, 22:25

CNN berichtet
Kuriose Panne in den USA: Robert Lewandowski ist plötzlich Berater von Donald Trump

Zitat

Robert Lewandowski und Donald Trump haben eigentlich sehr wenig gemeinsam. Der eine eilt von Rekord zu Rekord während der andere soeben seine bitterste Niederlage hinnehmen musste.
Zuletzt wurden in den USA täglich um die 150.000 Neuinfektionen registriert. Immer mehr Menschen infizieren sich mit Covid-19. So auch ein Berater Donald Trumps. Worüber in den Vereinigten Staaten natürlich berichtet wird. Dabei ist jedoch nicht alles nach Plan verlaufen. Denn plötzlich tauchte Robert Lewandowski in der Meldung auf. Was war passiert?

FC Bayern München: Panne in den USA: Robert Lewandowski ist plötzlich Berater von Donald Trump
Der entsprechende Berater ist ein Namensvetter des Polen und heißt Corey Lewandowski. Er leitete unter anderem Trumps Wahlkampagne 2016, gilt ansonsten als einflussreicher Lobbyist und wird von den Republikanern als Ratgeber geschätzt.
Der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtete nun über Corey Lewandowskis Corona-Infektion und titelte: „Trump-Berater Lewandowski mit Coronavirus infiziert“. Dumm nur, dass zur entsprechenden News auch ein Foto veröffentlicht wurde. Dabei kam es zu einer kuriosen „Verwechslung“.

FC Bayern München: „Denkt CNN, dass Trump-Berater und Bayern-Star diesselbe Person sind?“
Statt dem 47-jährigen Politberater war der um 15 Jahre jüngere Bundesligastürmer abgelichtet, wie er im Duell mit Dortmunds Thomas Meunier um den Ball kämpft. Den ungewollten Fauxpas reparierte CNN nach wenigen Minuten zwar wieder, doch da hatte sich das skurrile Zusammenspiel bereits im Internet verbreitet. Auf Twitter fragte ein User: „Denkt CNN, dass Trump-Berater Corey Lewandowski und Bayern-Star Robert Lewandowski diesselbe Person sind“?
Ohne eine Kenntnis über Corey Lewandowskis Fußballfähigkeiten zu haben, wird der FC Bayern wohl ganz froh sein, Robert Lewandowski im Kader zu haben. Das zeigt auch unser - nicht ganz ernst gemeinter - Vergleich der beiden Namensvetter.

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723

Freitag, 20. November 2020, 19:37

US-Bürgermeister will Maskenpflicht nicht einführen - Heiliger Geist muss es anordnen

Zitat

In den USA möchte ein Bürgermeister die allgemeine Maskenpflicht in der Corona-Krise nicht einführen. Dazu muss er zuerst von höherer Stelle aus aufgerufen werden - nämlich vom Heiligen Geist höchtspersönlich.
Laut des US-Nachrichtenportals "AL" soll der Bürgermeister des Lincoln County (Tennessee), Bill Newman, eine allgemeine Maskenpflichttrotz der gefährlichen Corona-Situation im Land verweigern. Diese Anweisung müsse er zuerst vom Heiligen Geist erhalten.

Besorgte Anwohner erheben Stimmen gegen Bürgermeister
Newman sei keinesfalls gegen Wissenschaft, er selbst habe Tiermedizin an der Auburn Universität studiert. "Das Virus ist Wissenschaft und ich glaube daran, dass Masken die Ausbreitung verhindern", erklärte er. Den Leuten eine Maskenpflicht aufzuerlegen, sei jedoch nicht in seinem Sinne. Für jede größere Entscheidung ziehe er Gottes Rat hinzu.
"Der Heilige Geist wohnt in uns. Es ist eine Herzenssache", so Newman. Wenn er für Führung bete, wisse er nicht immer sofort eine Antwort auf alle Dinge. Einige Anwohner des eher ländlichen Bezirks habe er damit erzürnt. Unter anderem habe sich die Facebook-Gruppe "MaskUpLincolnCounty" gegen das Handeln des Bürgermeisters gestellt.
In den Augen der Menschen würde sich Newman hinter dem Heiligen Geist ducken und verstecken, erzählte Kay Campbell, die Initiatorin der Gruppe. An der Grenze zwischen den Bundesstaaten Tennessee und Alabama gebe es derzeit einen "Sturm" an Corona-Infektionen. Die Maske zu tragen, sei "so eine einfach Sache für die Menschen und es ist effektiv".

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Dienstag, 24. November 2020, 15:06

Wildschützer entdecken mysteriösen Monolithen in der Wüste


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Buff

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725

Dienstag, 24. November 2020, 15:42

Wildschützer entdecken mysteriösen Monolithen in der Wüste


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Finde ich cool!

Ich hab direkt an den Film 2001 Odyssee im weltraum von Stanley Kubick gedacht. Der Monolith war nur breiter. :-)

Uli

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Wohnort: Bullerbü ♥

Beruf: nur noch 3 Kreuzfahrten ☺

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726

Mittwoch, 25. November 2020, 08:05

Hier gibt's noch ein deutlicheres Foto von dem Teil.
Humor hat die Behörde für öffentliche Sicherheit ja :D

Zitat

"Es ist illegal, Strukturen oder Kunst ohne Genehmigung auf staatlich verwaltetem öffentlichem Land zu installieren, egal von welchem Planeten Sie kommen."
Grüßle, Uli
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Donnerstag, 26. November 2020, 20:34

Kunst am Apparat

Zitat

Die Telefonzelle ist eine aussterbende Spezies. In New York bespielen Künstlerinnen und Künstler in einer Open-Air-Ausstellung noch einmal einige Exemplare, bevor sie verschwinden.

Vor dem Abbau der letzten noch verbliebenen öffentlichen Telefonzellen auf den Straßen New Yorks haben zwölf Künstler und Künstlerinnen einige davon umgestaltet. Die Werke an den Telefonzellen auf der Sixth Avenue in Manhattan sollen nach Angaben der Galerie Kurimanzutto, die die Intervention organisiert, noch bis zum 3. Januar 2021 zu sehen sein. Kurz darauf, so hat die New Yorker Stadtverwaltung bereits angekündigt, sollen die Telefonzellen abgebaut und stattdessen Internet-Säulen aufgebaut werden, die kostenloses WLAN bereitstellen.
Die Ausstellung soll nach Angaben der Veranstalter durch die Nutzung von Flächen die normalerweise der Werbung vorbehalten sind, Kommunikation anregen und Kunst aus dem White Cube in die Öffentlichkeit bringen. Die Telefonzellen wurden von internationalen Künstlern wie wie Patti Smith, Yvonne Rainer, Jimmie Durham und Hans Haacke bespielt. Auf einer Karte können die Standorte der Kunstwerke nachvollzogen werden und für alle Menschen, die nicht in New York wohnen gibt es Abbildungen von jeder Telefonzelle inklusive Merch-Shop, dessen Erlöse komplett an das Projekt "Food-Bank for New York City" gespendet werden.
Den Namen "Titan" erhielt das Projekt nach der Firma, der die Telefonzellen gehören.

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