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usaletsgo

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21

Montag, 27. Februar 2017, 13:02

Schwierig zu entscheiden, was richtig und was falsch ist.

Objektiv betrachtet hätte der Ex-Officer wahrscheinlich die Waffe stecken lassen müssen, aber spätestens ab dem Zeitpunkt, wo er in die Hecke gedrängt wird und der Typ im weinroten Pullover an der Hosentasche rumfummelt, ist es nur menschlich, dass man dem Spuk ein Ende bereiten möchte und sich bedroht fühlt.

Ich frage mich nur, warum der andere Erwachsene - der Typ mit dem Mega-Bart - nicht eingegriffen hat und versucht hat die Wogen zu glätten.
Viele Grüße

Dirk
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Thomas

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22

Montag, 27. Februar 2017, 13:07

ich habe in Deutschland noch keinen Beamten mit angelegter Waffe erlebt

damals in den USA war aber die Waffe auf mich gerichtet, und ich konnte in das Mündungsrohr reingucken
ein zweiter Officer stand direkt neben dem Auto, kontrollierte die Papiere und guckte hinter die verdunkelten Scheiben unseres Ford Expedition
ich hatte auch keine Angst, nur eben ein mulmiges Gefühl ;


doch ich habe hier auch schon Beamte mit Maschinenpistolen gesehen

Ist komisch, aber wohl auch normal, dass wir Menschen Situationen unterschiedlich warnehmen. Wie gesagt mich beängstigen die Jungendlichen und ich dachte schon, dass die jetzt alle auf den Officer zustürmen. Wir hatten vor kurzem eine Grenzkontrolle. Natürlich standen da auch welche mit Waffen rum. Mulmig war mir da nix. Im Gegenteil, Martina machte etwas, was sie nicht hätte machen dürfen. Der nette Officer sprach mit mir. Ich ihm gesagt, dass wir Deutsche sind. Er mir die Prozedur erklärt...wow hatte ich auch noch nicht. Na jedenfalls plötzlich steigt Martina aus dem Auto, was man nicht einfach so macht, wenn man sich etwas auskennt. Der Officer wirkte auf mich plötzlich total erschrocken und wusste nicht was gerade passiert. Das war definitv nicht gespielt. Er fragte mich, was los ist. Martina meinte zu mir, dass sie die Pässe hinten im Rucksack hat und wollte die holen. Jo genau, immer wieder wird man darauf hingewiesen, dass man einem Officer erst sagen soll, wenn man etwas machen will. Was wollte ich damit sagen? Ach ja, ich hatte echt den Eindruck, dass da der Officer beängstigt war.

Oliver

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23

Montag, 27. Februar 2017, 13:33

Ich habe das Video gesehen, aber nicht die ganzen Kommentare gelesen.

Wenn bekannt ist, dass der Mann Polizist ist,einen Störenfried festhält und von weiteren Personen/Jugendlichen angegriffen wird, ist es völlig legitim seine Waffe zu ziehen.
Was wäre denn, drei Jugendliche überwältigen ihn und klauen ihm die Waffe?

Ich sage, alles okay.
__________
Oliver


24

Montag, 27. Februar 2017, 13:34

Thomas, angelegte Waffe (und das schrieb kwm) bedeutet, dass auf Personen gezielt wird.
Mir begegnen am FRA regelmässig Beamte mit Maschinenpistolen, die auf Rundgang sind. Auch bei Fahrzeugkontrollen hat der zweite Mann seine Hand meistens an der Waffe, und sichert den Kollegen von der Beifahrerseite aus.
Aber auf mich gezielt worden ist dabei noch nie. Dies würde ich auch als äußerst befremdlich ansehen

Das man auch in Deutschland erst aussteigt, wenn die Beamten dazu auffordern, war für mich bis dato als allerorts selbstverständlich anzusehen.

.
Stammtischtreffen: Ich sag mal 69, wahrscheinlich aber noch ein paar mehr :zwinker:

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McRonny

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25

Montag, 27. Februar 2017, 13:39

Das man auch in Deutschland erst aussteigt, wenn die Beamten dazu auffordern, war für mich bis dato als allerorts selbstverständlich anzusehen..


Hier in Deutschland rechnet auch kein Beamter damit, das eine kontrollierte Person nach eine Waffe anstatt den Papieren fischt. 8|
LG

McRonny


- Ah Nitroglyzerin, vor Gebrauch schütteln. -

Wieviel war's? Na Stammtischtreffen.

McRonny on Tour

26

Montag, 27. Februar 2017, 13:49

Was hat das mit dem aussteigen zu tun?

Vorsicht, Ironie: Die Beamten auf der Beifahrerseite haben auch nur die Hand an der Waffe, und leuchten nachts mit der Taschenlampe ins Fahrzeug, weil sie sonst nichts besseres mit der Zeit anzufangen wissen.
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Binschonweg

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27

Montag, 27. Februar 2017, 13:56

Also, ich fand die ganze Sache von Anfang an sehr beklemmend. Der Mann, der den Jugendlichen festhält, sagt kaum etwas, zumindest habe ich den Eindruck. Anfangs wusste ich überhaupt nicht was hier gespielt wird. Warum hat denn der zweite ältere Mann nicht eingegriffen? Der hat auch nur zugesehen. Also, wenn das in meinem Garten passiert wäre, dann hätte ich laut um Hilfe gerufen und auf die Nachbarn gehofft so lange bis die Polizei da ist. Aber ich bin in meinem Leben bisher von jeglicher Gewalt verschont geblieben, wahrscheinlich bin ich da zu blauäugig.
Ob der Officer Fehler gemacht hat, das kann ich nicht beurteilen. Er war meiner Meinung nach aber viel zu ruhig. Ich hätte erwartet, dass er laute Anweisungen gibt an die große Anzahl Jugendlicher. Dass er vielleicht auch dem anderen Mann sagt, was der tun soll. Aber was weiß ich schon.....

StromerRalf

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28

Montag, 27. Februar 2017, 15:05

Das man auch in Deutschland erst aussteigt, wenn die Beamten dazu auffordern, war für mich bis dato als allerorts selbstverständlich anzusehen..


Hier in Deutschland rechnet auch kein Beamter damit, das eine kontrollierte Person nach eine Waffe anstatt den Papieren fischt. 8|


Da bist du aber ganz schwer im Irrtum! Selbst ich als (waffentragender) Zollbeamter bin darauf gedrillt worden, wie an Fahrzeuge heran zu treten ist und welche konkreten Anweisungen zu geben sind. Das wird bei der Polizei nicht weniger Thema sein.

Gruß

Ralf

Thomas

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29

Montag, 27. Februar 2017, 15:06

Thomas, angelegte Waffe (und das schrieb kwm) bedeutet, dass auf Personen gezielt wird.

Doch doch das habe ich schon verstanden, nur glauben kann ich das nicht, was nicht bedeuten soll, das der Kollege flunkert. Ich meine das eher von eine Situation unterschiedlich wahrnehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Grenzbeamter bei einer normalen PKW Kontrolle Die Knarre an die Schulter und eine Person Kimme und Korn anvisiert. Wenn wir kontrolliert wurden hatten die die Knarre immer in der Hüfte, den Lauf aber schon in unsere Richtung. Wie gesagt, mich hat das nie unruhig gemacht. Wir Menschen ticken nun mal unterschiedlich und ich gehöre bestimmt zu denen die etwas anders ticken. :D Nee aber ich persönlich mag es lieber friedlich. Wehe einer lacht, ich gucke keine Krimis, weil mein Kopf so etwas hinterher sehr schlecht verarbeitet...und Horror schon gar nicht.

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30

Montag, 27. Februar 2017, 15:39

Thomas, angelegte Waffe (und das schrieb kwm) bedeutet, dass auf Personen gezielt wird.

Doch doch das habe ich schon verstanden, nur glauben kann ich das nicht, was nicht bedeuten soll, das der Kollege flunkert. Ich meine das eher von eine Situation unterschiedlich wahrnehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Grenzbeamter bei einer normalen PKW Kontrolle Die Knarre an die Schulter und eine Person Kimme und Korn anvisiert. Wenn wir kontrolliert wurden hatten die die Knarre immer in der Hüfte, den Lauf aber schon in unsere Richtung. Wie gesagt, mich hat das nie unruhig gemacht. Wir Menschen ticken nun mal unterschiedlich und ich gehöre bestimmt zu denen die etwas anders ticken. :D Nee aber ich persönlich mag es lieber friedlich. Wehe einer lacht, ich gucke keine Krimis, weil mein Kopf so etwas hinterher sehr schlecht verarbeitet...und Horror schon gar nicht.


die Grenze zu Mexico ist ein Thema für sich ;)
an festen Kontroll-Punkten war es so, wie Thomas sagt
aber wir hatten auch Kontrollen mitten im Nichts und da war es wie von mir beschrieben

Rentacop

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31

Montag, 27. Februar 2017, 18:01

...ich werd nicht so richtig schlau, was Du mit Deinem Beitrag bezwecken möchtest...


Wie am Anfang ausgeführt, wird der Vorfall bei uns durchaus heftig diskutiert und in der Law Enforcement Community gehen die Meinungen dazu weit auseinander.
Mich interessieren einfach nur weitere Meinungen dazu. Ein ultimatives Falsch/Richtig gibt es IMHO nicht, aber über einzelne Details kann man diskutieren.

Zitat

...Mir kommt es vor, als wenn Dir die von Deiner Meinung abweichenden Ansichten nicht gefallen...
...Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es Dir Freude bereitet jeden Post detailliert zu widerlegen...


Wie gesagt: Ein ultimatives Falsch/Richtig sehe ich bei der Geschichte nicht. Aber über einzelne Aspekte kann man schon unterschiedlicher Ansicht sein. Ich behaupte auch nicht, dass meine Ansicht(en) ggf. richtig ist/sind. Deshalb "widerspreche" ich ggf. auch nicht mit "Du hast Unrecht!", sondern frage zBsp. nach, wie "Ab welchem Zeitpunkt würdest du dich bedroht fühlen?".

Rentacop

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32

Montag, 27. Februar 2017, 18:34

Objektiv betrachtet hätte der Ex-Officer wahrscheinlich die Waffe stecken lassen müssen, aber spätestens ab dem Zeitpunkt, wo er in die Hecke gedrängt wird und der Typ im weinroten Pullover an der Hosentasche rumfummelt, ist es nur menschlich, dass man dem Spuk ein Ende bereiten möchte und sich bedroht fühlt...


Der Officer ist kein Ex-Officer. Er ist beim LAPD und war nur nicht im Dienst (Off Duty), sondern bei seiner Familie in seinem eigenen Haus in Anaheim. (Viele Polizisten wohnen nicht in der Stadt in welcher sie arbeiten.)

Ich frage mich nur, warum der andere Erwachsene - der Typ mit dem Mega-Bart - nicht eingegriffen hat und versucht hat die Wogen zu glätten.


Gute Frage! Einerseits würde man sich wohl etwas mehr Zivilcourage von ihm wünschen, andererseits geht der Mann aber auch auf einer Krücke und hätte wohl kaum eine Chance, sollte er es mit mehreren Jugendlichen aufnehmen müssen.

...Was wäre denn, drei Jugendliche überwältigen ihn und klauen ihm die Waffe?...


Das ist ein ganz wesentlicher Punkt und auch ein bedeutendes Argument dafür, dass der Officer schlussendlich seine Waffe gezogen hat, um die Jugendlichen von weiteren Attacken abzuschrecken.

...Ob der Officer Fehler gemacht hat, das kann ich nicht beurteilen. Er war meiner Meinung nach aber viel zu ruhig. Ich hätte erwartet, dass er laute Anweisungen gibt an die große Anzahl Jugendlicher. Dass er vielleicht auch dem anderen Mann sagt, was der tun soll. Aber was weiß ich schon.....


Du weisst mehr, als du dir zugestehst. :zwinker:
Der Vorfall wird wie erwähnt auch unter Polizisten heftig diskutiert. Aber zumindest über den Punkt sind sich alle einig: Dieser Officer hat komplett dabei versagt, verbale Kommandos zu geben und Autorität zu zeigen. Dazu muss man nicht in Uniform sein - und nicht einmal Polizist. Ich meine: Wer bleibt schon so "schweigsam", wenn er eine Gruppe ungebetener "Gäste" in seinem Garten vorfindet?
Zudem hat der Officer eine ganze Reihe taktischer Fehler gemacht, die bestenfalls nur noch mit ungläubigem Kopfschütteln zu kommentieren sind.

33

Montag, 27. Februar 2017, 18:50

Profi-Tipp... Du brauchst nicht immer zwei separate Beiträge nacheinander zu erstellen, passt auch alles in einen. Oder werden Deine Beiträge selbst Dir dann zu lang? :zwinker:
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34

Montag, 27. Februar 2017, 18:57

...plötzlich steigt Martina aus dem Auto, was man nicht einfach so macht, wenn man sich etwas auskennt. Der Officer wirkte auf mich plötzlich total erschrocken und wusste nicht was gerade passiert. Das war definitv nicht gespielt...


Haha, ja ds hat mein Dad einmal in Texas gemacht, als uns zwei blutjunge Deputies (wegen "Failure to signal a lane change 100 yards in advance") angehalten haben. Mein Vater wusste es besser, hat aber einfach nicht nachgedacht, sondern wollte die beiden einfach nur nett begrüssen. Ein klassischer "Facepalm" Moment... :rolleyes:

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35

Montag, 27. Februar 2017, 19:00

Profi-Tipp... Du brauchst nicht immer zwei separate Beiträge nacheinander zu erstellen, passt auch alles in einen. Oder werden Deine Beiträge selbst Dir dann zu lang?


Ja, ist mir bekannt. :D

Ich denke nicht, dass ich mich jemals wegen zu kurzer Postings verantworten werden muss.

usaletsgo

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36

Montag, 27. Februar 2017, 19:23

Was passiert denn jetzt eigentlich vermutlich mit dem Officer (Ex-Officer war ein Missverständnis meinerseits)? Bekommt der ein Diszi? Oder gibt es da gleich richtig Saures und Tschüss? Oder muss er dafür verklagt werden von einem der Jugendlichen?
Viele Grüße

Dirk
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josef

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37

Montag, 27. Februar 2017, 19:41

Verhältnismäßigkeit der Mittel?

Der abgegebene Schuss war keine Absicht. Das steht mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit fest. Die Ermittlungen sind natürlich noch nicht abgeschlossen, aber aktuell wird davon ausgegangen, dass es sich um einen "Sympathetic Squeeze" handelte, also eine Form von unfreiwilliger Schussabgabe ("Accidental Discharge"). So etwas sollte nicht - aber kann - passieren, wenn man zBsp. mit der rechten Hand eine Schusswaffe hält und zur selben Zeit mit der linken Hand eine andere Tätigkeit ausführt. Ein anderes Beispiel: Vielleicht haben es manche hier schon selbst erlebt, dass sie zBsp. irrtümlich mit der rechten Hand (Linkshänder mit der linken Hand) irrtümlich einen Maus-Klick gemacht haben, während sie mit der anderen Hand nach etwas gegriffen haben.
Da haben die Jugendlichen, und auch der Cop, wohl riesen Glück gehabt, dass nicht noch einer oder mehrere der Akteure zufällig getroffen wurden.Soll ja nicht, aber kann ja passieren. Shiet happens...
Wenn der nervöse Cop in dieser Situation bereits so reagiert, nicht nur die Waffe zieht sondern den Finger am Abzug hat, wie reagiert der wohl wenn er mal in eine richtig gefährlicher Situation gerät? Ich möchte dann, auch nicht als Kollege, in seiner Nähe sein!

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38

Montag, 27. Februar 2017, 19:44

Was passiert denn jetzt eigentlich vermutlich mit dem Officer (Ex-Officer war ein Missverständnis meinerseits)? Bekommt der ein Diszi? Oder gibt es da gleich richtig Saures und Tschüss? Oder muss er dafür verklagt werden von einem der Jugendlichen?


Der Officer ist vorerst einmal in den Innendienst versetzt. Das ist eine Standard-Prozedur, sobald es zu einem Schusswaffengebrauch gekommen ist.

Natürlich gibt es ein Ermittlungsverfahren, wobei dieses und andere Videos, Zeugenaussagen, usw. ausgewertet werden. Der Vorgang wird längere Zeit dauern.

Ich denke nicht, dass es ein Disziplinarverfahren geben wird. Dafür sehe ich keine Veranlassung. Aber die Folgen für den Polizisten werden weitreichend und unangenehm sein. Sein Haus wurde schon von Vandalen beschädigt und er wird es verkaufen und umziehen müssen, da ja nun seine Identität und seine Adresse bekannt sind. Seine ganze Familie ist davon betroffen (neben Ortswechsel, auch Schulwechsel, usw.). Seinen Job wird er wohl behalten können, aber mit der weiteren Karriere sieht's wohl auch nicht so gut aus. Ich sehe nicht, wie er in den nächsten Jahren befördert werden könnte. Der Officer hat so viele gravierende Fehler gemacht, dass sich nun jeder Sergeant fragen muss, ob man den Mann überhaupt im Streifendienst einsetzen sollte. Wahrscheinlich wird er für längere Zeit im Bürodienst bleiben.

Eine strafrechtliche Klage der Jugendlichen gegen den Officer hat IMHO keine Aussicht auf Erfolg. Zivilrechtlich könnte es der 14-Jährige vielleicht probieren. Dafür finden sich immer gierige Anwälte, die ggf. dann den Grossteil einer Schadensersatz-Forderung einstreichen. Ob's durchgeht ist aber auch fraglich.

Zitat von »josef«

...Wenn der nervöse Cop in dieser Situation bereits so reagiert, nicht nur die Waffe zieht sondern den Finger am Abzug hat, wie reagiert der wohl wenn er mal in eine richtig gefährlicher Situation gerät? Ich möchte dann, auch nicht als Kollege, in seiner Nähe sein!...


Genau... Dass er die Waffe gezogen hat, ist noch nachvollziehbar. Dass er es so weit hat kommen lassen, hingegen nicht. Und dass er eben auch noch den Finger am Abzug hatte, schon gar nicht. Daher denke ich nicht, dass er in absehbarer Zeit irgendwo im Streifendienst eingesetzt werden wird. Ich weiss aber auch nicht, was er bishre gemacht hat. Kann gut sein, dass er ohnehin nur irgendwo im Innendienst gearbeitet hat - womöglich schon viele Jahre.

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39

Montag, 27. Februar 2017, 20:07

Hi

Für mich stellen sich hier im Anschluss so einige Fragen.

Ich möchte nur das kommentieren, was für mich aus dem Video ersichtlich ist. Die "Hintergrundgeschichte" kann ich ja nicht nachvollziehen.

- Das Video zeigt die beteiligten Personen am Anfang auf öffentlichem Grund, der Junge wird von dem Erwachsenen auf ein privates Grundstück gezogen.
- In den ersten Minuten geht die Aggressivität ausschließlich von dem Erwachsenen aus.
- Keiner der beteiligten Jugendlichen zieht eine Waffe, gleich welcher Art.
- Die Rempelei kann man als Angriff sehen, aber auch als einen Befreiungsversuch.

Meine Fragen sind:

- Wieso hat der Erwachsene eine fertiggeladene und entsicherte Waffe im Hosenbund stecken?

Eine unbeabsichtigte Schußabgabe sehe ich nicht mal im Ansatz. Es befand sich nicht nur ein Magazin mit Patronen in der Waffe, sondern auch eine im Lauf. Das passiert nicht aus versehen, sondern ist ein Vorsatz!
Eine Waffe ist gegen unbeabsichtigte Schußabgabe gesichert! Die meisten Pistolen verfügen über eine Flügelsicherung, diese muss vorsätzlich betätigt werden! Ausnahme wäre eine P7, diese hat bekanntlich eine Griffsicherung.
Ein Profi, und als solchen muss man einen Polizisten ja bezeichnen, legt seinen Finger nur dann an den Abzug, wenn er feuern will / muss. Ansonsten würde er den Abzugsfinger parallel zum Lauf halten! Zumindest bei uns ist das so.

- Aus welchen Gründen fesseln die anrückenden Polizeibeamten den unbewaffneten Jugendlichen? Und nicht auch den bewaffneten Zivilisten? Bei unbekannten Personen wäre das ein unverzeihliches Fehlverhalten! Also muss der Streifenbeamte den Mann in Zivil gekannt haben. Sonst ließe sich nicht erklären, aus welchem Grund der Zivilist nicht durchsucht und gefesselt wurde. (Chorgeist?? Kann ein Polizist kein Täter sein?) Dieses Verhalten ist für mich weit mehr indiskutabel als das Verhalten des Beamten, um den es hier geht.

Es wurde die Frage gestellt, was der Polizeibeamte in Zivil besser oder anders hätte machen sollen.

Wenn dieser Jugendliche wirklich schon mehrmals über sein Grundstück gelaufen, und auch die Tochter des Polizisten bedrängt hätte, dann wäre dem Beamten die Identität des Jungen längst bekannt gewesen. Er hätte seine Kollegen rufen sollen und Anzeige erstatten. Mit einer Waffe im Hosenbund sieht das für mich eher wie ein Einschüchterungsversuch aus.
Der zweite beteiligte Erwachsene, der nicht eingegriffen hat, hat richtig gehandelt! Niemand sollte sich mit einer aggressiven Person anlegen, schon gar nicht, wenn man gehbehindert ist.
Gruß Elmar

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Bellagio"o"

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40

Montag, 27. Februar 2017, 20:43

Ich habe mir das Video mal reingezogen und den Thread überflogen. Ich denke, dass das Thema rein juristisch betrachtet werden sollte. Da ich die Gesetzeslage in den USA nicht so genau kenne, kann ich da natürlich auch kaum sagen, wie ich das einschätzen sollte.

In D haben wir ein Festnahmerecht, das in $ 127 StPO geregelt ist:

"Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen."

"Tat" heißt, dass ein Vergehen oder Verbrechen vorliegen muss (eine Ordnungswidrigkeit reicht nicht). Hier käme im konkreten Fall wohl Landfriedensbruch und eventuell noch (geringfügige) Sachbeschädigung zum tragen.

Insofern wäre wohl ein Festnahmerecht gegeben und somit die Anwendung von Zwangsmitteln des Cops hier somit rechtmäßig (reines Festhalten).

Wenn der Täter sich jetzt wehrt, oder andere Mittäter denjenigen angreifen, der das Festnahmerecht ausübt, stellt sich automatisch eine Notwehrsituation ein. D.h., dass Gewalt jetzt im Rahmen der Verhältnismäßigkeit erlaubt ist, um sich zu schützen.

Bis hierhin wäre der Cop meiner Meinung nach auch bei uns noch auf der sicheren Seite des Gesetzes.

Dass er jetzt eine Schusswaffe zieht wäre nach unserer Rechtsauffassung wohl unverhältnismäßig ( auch weil bei uns kaum eine Zivilperson bewaffnet ist), zumal an ihn auf Grund seiner Eigenschaft als Polizist zusätzlich besonders hohe Erwartenshaltungen hinsichtlich der Einschätzung und des Umgangs mit solchen Situationen bestehen.

Dass die Pistole jetzt auch noch entsichert ist und sich daraus ungewollt ein Schuss löst, ist natürlich unfassbar. Gott sei Dank wurde hierbei niemand verletzt, sonst hätte der Polizist mit schwerwiegenden Konsequenzen zu rechnen gehabt.

Da hier meiner Meinung nach die Grenzen des Notwehrrechts überschritten wurden, könnte man über Nötigung und Freiheitsberaubung seitens des Polizisten nachdenken - nicht wirklich lustig.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die Beurteilung in den USA auf Grund des dort höheren Stellenwertes des Eigentums (vor allem des eigenen Grundstückes) deutlich anders ausfällt als bei uns. Und da dort jeder eine Pistole tragen darf und Anaheim Gangland ist, wäre das ziehen der Pistole evtl. noch ok und auch die Abgabe eines Warnschusses (leider war es hier ja kein Warnschuss, sondern Unfähigkeit des Cops).

just my 2 cents...

Vielleicht kannst Du uns ja erläutern wie die Rechtslage bei Euch in diesem Fall aussieht, Bernie :zwinker:

Nachtrag: Sehe gerade, dass dem Cop die Identität des Angreifers bekannt war. Dann besteht natürlich auch kein Festnahmrecht mehr. Somit zumindest Nötigung und evtl. Freiheitsberaubung...


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