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Binschonweg

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61

Mittwoch, 1. März 2017, 09:53

Rentacop, ich stimme Dir voll zu. Ich überlege immer, wie das zu ändern sein könnte, komme aber zu
keinem Ergebnis. Man kann die Zeit und die Benutzung des Internets nicht zurückdrehen. Die Älteren
machen sich nur unbeliebt wenn sie kommen mit "früher......" . Da ist guter Rat sehr teuer.

Rentacop

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62

Mittwoch, 1. März 2017, 10:40

...Ich überlege immer, wie das zu ändern sein könnte, komme aber zu keinem Ergebnis...


Ich habe dafür auch keine ultimative Weisheit anzubieten. Es hat schon immer und wird immer Menschen geben, welche nach einfachen Antworten suchen und die dann natürlich auch leicht finden. Umgekehrt hat es schon immer Menschen gegeben, die sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden geben und die selbst ihre eigenen Meinungen ständig neu hinterfragen. Manchmal überwiegen die Ersteren, manchmal die Letzteren. Wer im Endeffekt Recht hat, findet niemand selbst zu Lebzeiten heraus. Darüber streiten sich dann andere viele Jahre später...

Zitat

...Die Älteren machen sich nur unbeliebt wenn sie kommen mit "früher......" . Da ist guter Rat sehr teuer.


Natürlich! Aber auch das ist nichts Neues. Vor 30 Jahren wusste auch ich alles und hätte die perfekten Lösungen für alle Probleme der Welt ganz locker aus dem Ärmel schütteln können.

Es ist ein Privileg der Jugend, dass man zu der Zeit alles - auch Autorität - in Frage stellt. Grundsätzlich finde ich das ok. Im Detail kann sich das halt dann eben fallweise als suboptimal für die eigene Zukunft herausstellen. Aber auch das gehört dann eben zu einem der wesentlichen Aspekte des Heranwachsens: Aus Fehlern lernen...

StromerRalf

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63

Mittwoch, 1. März 2017, 13:28

Der schwindende Respekt vor Vollzugsbeamten ist auch hier in Deutschland ein zunehmendes Problem. Gerade gestern hatten wir ein solches Erlebnis. Wir haben Döner-Läden hinsichtlich der Einhaltung der arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften hin überprüft. In einem Laden, wir waren zu dritt, befanden wir uns im hinteren Teil des Ladens, also außerhalb des Gastraumes und des Tresens, in der sog. Vorbereitungsküche. Wir waren in Dienstkleidung mit offen getragenen Waffen und somit als Zoll-/Polizeivollzugsbeamte erkennbar. Die Maßnahme selbst lief ruhig und gesittet ab. Auch seitens der Beschäftigten gab es keinerlei Probleme. Nachdem wir fertig waren, wollten wir den Laden verlassen. Dazu mussten wir durch den Gastraum und zuvor eine sehr enge Stelle zwischen Tresen und Wand passieren, was grundsätzlich schlecht ist, aber mit den örtlichen Gegebenheiten müssen wir leben. Daran können wir nichts ändern.

Es standen Gäste vor dem Tresen und einer blockierte eben diese Engstelle. Der Kollege der vorn ging, fragte diesen Typen in wirklich freundlichen Ton, ob er wohl so nett wäre, uns einmal durchzulassen. Die Antwort des Typen war: "Für Bullen mache ich keinen Platz". Natürlich blieb er auch stehen, wollte also provozieren. Der Kollege hat sich allerdings nicht provozieren lassen, sondern hat ihm einen deutlichen Text verpasst und ihn dabei beiseite geschoben. Der Typ hat dann nichts weiter gesagt und auch sonst keine weitere Aggressionen gezeigt, sodass wir es auf sich beruhen ließen. Aber es zeigte mal wieder, dass einige Zeitgenossen ihre vorhandene Respektlosigkeit Vollzugsbeamten gegenüber einfach ausleben müssen.

Selbst Feuerwehr und Rettungskräfte können davon inzwischen auch in Deutschland ein Lied singen.

Ich habe mir inzwischen übrigens die Videos angesehen. M. E. hätte der LAPD-Officer wirklich nicht viel mehr falsch machen können, als er es getan hat. Da aber die Videos nicht den ganzen Vorfall zeigen, insbesondere der Beginn fehlt ja, möchte ich darüber nicht urteilen. Nur soviel, konsequentes und respekteinflössendes Auftreten und Handeln sieht anders aus.

Gruß

Ralf

usaletsgo

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64

Mittwoch, 1. März 2017, 13:44

Dass Rettungskräfte (Feuerwehr, Notarzt, DRK etc.) immer stärker ins Visier geraten, ist für mich absolut unfassbar, aber leider Fakt.

Respektlosigkeiten gegenüber Polizei, Lehrern, Eltern - schön und gut. Das könnte man ja noch mit viel Wohlwollen unter Auflehnung gegenüber Autoritäten subsumieren. Nicht zu akzeptieren, aber noch halbwegs erklärbar. Aber Aggressionen gegenüber Rettungspersonal: Wie krank muss man sein?
Viele Grüße

Dirk
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zehrer

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65

Mittwoch, 1. März 2017, 17:35

a, früher wäre das hier auch anders gelaufen. Aber die Jugend von heute verachtet eben die Autorität, widerspricht ihren Eltern und tyrannisiert die Lehrer. Schon Sokrates beobachtete das :zwinker:


Das ist für mich der zentrale Punkt, der fehlende Respekt (vor anderen, deren Eigentum, deren Meinung, ...). Und nun stellt sich die Frage, warum das so ist. Ich denke, dass den jungen Menschen heutzutage keine Grenzen mehr aufgezeigt werden. Explizit erwähne ich, dass das auch ohne Gewalt geht. Ja, das mag auch anstrengend sein. Die Erziehung liegt zumindest hier in Deutschland im Argen. Und das liegt möglicherweise daran, dass sich die Eltern keine Zeit für ihre Kinder nehmen (können). Arbeit, Facebook, USA-Stammtisch, alles kann das begründen.

Manchmal frage ich mich, ob ich inzwischen genau so daher rede, wie ich es früher von Erwachsenen hörte und gehasst habe :-). Egal, wichtig ist, dass alle ihren Namen tanzen können. (:hutab:)
Viele Grüße
Fritz

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Rentacop

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66

Mittwoch, 1. März 2017, 19:01

Der schwindende Respekt vor Vollzugsbeamten ist auch hier in Deutschland ein zunehmendes Problem...


Ich denke, dass einige Punkte für zunehmende Respektlosigkeit verantwortlich sind:

- Speziell in Deutschland (bzw. auch anderen europäischen Ländern), ist sicher die wachsende Zahl von Leuten aus Ländern, in welchen vergleichsweise gravierende Konsequenzen drohen wenn man sich gegen staatliche Autoritäten stellt, ein wichtiger Faktor.
- Die grosse und wachsende Zahl von Internetquellen, von denen grundlegend falsche Informationen über die Gesetzeslage verbreitet werden, durch welche sich viele Leute fälschlich "berechtigt" fühlen, Widerstand zu zeigen, bzw. sich "bestärkt" darin fühlen. Das ist speziell in den USA der Fall ("Freemen", "Sovereign Citizens", "Cop Blockers", "Amendment Audits", etc...), aber es wird wohl auch zunehmend in Europa ein Problem ("Reichsbürger", o.ä.)
- Das Unwissen darüber, wie die Welt auserhalb der eigenen "Komfort-Zone" oder des "Safe Space" aussieht, was dann viele Leute zu falschen Schlussfolgerungen verleitet.
- Die Liste kann beliebig fortgesetzt werden...

Selbst Feuerwehr und Rettungskräfte können davon inzwischen auch in Deutschland ein Lied singen.


Naja, auch Feuerwehrleute und Rettungskräfte werden von manchen Leuten als eine Art von "Autorität" aufgefasst, gegen die man sich auflehnen kann/muss. Rationale Überlegungen sollten in solchen Fällen nicht vermutet werden... :rolleyes:

Ich habe mir inzwischen übrigens die Videos angesehen. M. E. hätte der LAPD-Officer wirklich nicht viel mehr falsch machen können, als er es getan hat. Da aber die Videos nicht den ganzen Vorfall zeigen, insbesondere der Beginn fehlt ja, möchte ich darüber nicht urteilen. Nur soviel, konsequentes und respekteinflössendes Auftreten und Handeln sieht anders aus...


Die Ermittlungen laufen noch und werden auch noch länger andauern. Aber eben alleine schon die taktischen Fehler des Officers können bestenfalls nur Kopfschütteln auslösen. Nur: Im Nachhinein und mit der bequemen Möglichkeit, sich ein Video dutzende Male ansehen und analysieren zu können, weiss man's natürlich immer besser. Wenn ich mir meine Body-Cam Videos nach einem Vorfall ansehe, weiss ich' dann auch auf einmal alles viel besser und ich wundere mich oft, warum ich was wie gemacht habe. Aber wenn man sich in einer Situation befindet und Entscheidungen in Sekundenbruchteilen treffen muss, dann hat man eben diesen Luxus nicht

Ich vertrete die (von vielen geteilte) Meinung, dass der Officer die ganze Angelegenheit viel zu persönlich genommen hat, weil sich de Vorfall eben bei ihm daheim abspielte. Das ist exakt soviel "Entschuldigung" wie ich gerade noch aufbringen kann. Dass in so einer stressigen Situation offenbar zu keinem Zeitpunkt das (zweifellos absolvierte) Training des Officers einsetzte, ist für mich schon nicht mehr nachvollziehbar.

...Ich denke, dass den jungen Menschen heutzutage keine Grenzen mehr aufgezeigt werden...


Ich denke, dass das nach wie vor individuell sehr unterschiedlich ist. Dabei spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass man einfach keine verallgemeinernden Schlussfolgerungen ziehen kann.

Manchmal frage ich mich, ob ich inzwischen genau so daher rede, wie ich es früher von Erwachsenen hörte und gehasst habe...


Ja, du machst das! Wir alle tun das... :rolleyes:

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67

Donnerstag, 2. März 2017, 08:19

Nicht nur die Aggressivität gegenüber dem Rettungsdienst nimmt zu. Ein "Schutz" durch den Staat ist nicht vorhanden.
Ein Kollege musste bei einem Einsatz eine Person untersuchen, die auf den ersten Blick Bewusstlos war. Nachdem er einen Schmerzreiz gesetzt hatte, wurde er von dieser (alkoholisierten) Person tätlich angegriffen und verletzt.

Der Staatsanwalt hat das Verfahren gegen diese Person mit der Begründung eingestellt, dass man mit einer solchen Reaktion rechnen müsste, das sei halt das Risiko des Jobs!
Gruß Elmar

eausmuc.de

Rentacop

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Donnerstag, 2. März 2017, 09:08

...Der Staatsanwalt hat das Verfahren gegen diese Person mit der Begründung eingestellt, dass man mit einer solchen Reaktion rechnen müsste, das sei halt das Risiko des Jobs!


Hat dein Kollege die Situation als sicher befunden?

Das waere bei uns der entscheidende Faktor, Befinden Rettungskraefte eine Situation fuer zu unsicher, muessen sie auch nicht eingreifen. Sie koennen dann bis yum Eintreffen von Polizeikraeften, oder bis sie die Situation als sicher erachten, abwarten.

Wenn aber eben ein Sanitaeter die Situation als sicher erachtet - und es sich spaeter herausstellt, dass er sich geirrt hat, dann koennte es durchaus sein dass der Staatsanwalt das Verfahren ebenfalls einstellt.

Ohne die Details des von dir geschilderten Falls alle zu kennen, wuerde wohl ein Strafverteidiger damit argumentieren, dass der Beschuldigte den Angriff nicht mit Intention begangen hat und durch den Schmerzreiz annahm, sich verteidigen zu muessen. Es waere schwer nachzuweisen, dass zwischen dem Aufwachen des Beschuldigten und dem Angriff ausreichend Zeit vergangen ist, in welcher der Beschuldigte die Situation bewusst wahrnehmen konnte (da kommt dann ja auch noch der Grund fuer die Bewusstlosigkeit in's Spiel).

Ich sehe durchaus, dass aufgrund der Variablen, auch ein Staatsanwalt bei uns so einen Fall nicht vor Gericht bringt.