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Otto

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Mittwoch, 23. Mai 2018, 19:05

Vier Veränderungen! NFL-Klubbosse beschließen Kickoff-Modifizierung

Die Bosse der 32 NFL-Klubs haben sich zur Modifizierung der Kickoff-Regel durchgerungen. Damit sollen in Zukunft Kollisionen von Spielern in höchstem Tempo der Vergangenheit angehören.

Zitat

Jetzt ist es beschlossene Sache: Der Kickoff wird für die NFL-Saison 2018 modifiziert. Die Klubbesitzer stimmten beim Spring League Meeting einer zuvor ausgearbeiteten Regeländerung zu - diese soll vor allem verhindern, dass Spieler in höchstem Tempo aufeinanderprallen.
Das soll konkret mit vier Neuerungen sichergestellt werden. ran.de nennt die Punkte.

Spieler näher am Ball postiert
1. Die Spieler des ballbesitzenden Teams dürfen sich künftig nur noch höchstens einen Yard hinter dem Spielgerät postieren. Zuvor waren bis zu fünf Yards erlaubt, womit die Profis mehr Tempo aufnehmen konnten.
2. Der sogenannte "Wedge Block", bei dem zwei Spieler einen Kontrahenten in die Zange nehmen, wird verboten. Nur Spieler aus der "Setup Zone" - also zwischen der eigenen 40-Yards- und der gegnerischen 45-Yards-Linie - dürfen einen Gegner zu zweit blocken.
"Retraining Line" für Blocker tabu
3. Ab dem Zeitpunkt, wenn der Kickoff-Returner den Ball fängt respektive das Ei auf dem Rasen aufkommt, darf kein Spieler des angreifenden Teams mehr die "Restraining Line" überqueren oder einen Block stellen. Damit sollen die eigentlich im Angriff befindlichen Profis dazu angehalten werden, in Richtung eigene Endzone zurückzulaufen - was wiederum Zusammenstöße in Höchstgeschwindigkeit verhindern würde.
4. Sobald der Ball in der Endzone den Rasen berührt, bedeutet das sofort einen "Touchback". Bislang hatte ein Spieler des kickenden Teams das Ei noch sichern müssen, womit Kollisionen zwischen Profis vorprogrammiert waren.

2019 wird alles nochmal überprüft
Zudem sind künftig alle Strafen gegen Spieler anfechtbar. In der kommenden Offseason wird die Regeländerung dann noch einmal genau unter die Lupe genommen - für mögliche weitere Modifizierungen.

Link
USA 1980 - Florida 1989 - Südwesten 2004 - West-Kanada 2005 - Südwesten 2008 - Florida 2009 - Südstaaten 2009
Bei wahrscheinlich USA-Stammtisch Treffen dabei gewesen
Schöne Grüße
Otto

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22

Donnerstag, 24. Mai 2018, 18:13

"Die NFL schiebt das Problem zur Seite"

Künftig müssen NFL-Spieler während der Nationalhymne stehen – oder in der Kabine bleiben. Der Großteil der Presse sieht im Protestverbot eine Lösung, die keinem hilft.

Zitat

Im September 2016 demonstrierte der Quarterback Colin Kaepernick gegen Rassendiskriminierung – mit einem Kniefall. Während alle anderen Spieler zur Nationalhymne standen, kniete er sich hin und löste mit dieser stummen Geste eine landesweite Debatte aus. Diese hat nun zu einer neuen Regel in der US-amerikanischen National Football League (NFL) geführt. Künftig müssen alle Spieler während der Nationalhymne stehen oder sollen stattdessen in der Kabine bleiben. So könnten künftig jene bestraft werden, "die keinen Respekt gegenüber der Flagge oder der Hymne zeigen", teilte die NFL mit.
Der Großteil der US-amerikanischen Presse sieht die Entscheidung kritisch. So hilft die neue Regelung aus Sicht der New York Times keinem – am allerwenigsten den Spielern. Jährlich würde die NFL Millionen für Organisationen spenden, die gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfen, schreibt der Sportreporter der Zeitung, Ken Belson. Doch nun könnten Spieler bestraft werden, die mit ihren Aktionen eben jene Organisationen unterstützen. "Werden Teambesitzer ihre Spieler nun unter Druck setzen? Werden nur noch Spieler eingestellt, die sich verpflichten, während der Hymne zu stehen?", fragt Belson. Er verstehe, dass die NFL keine Lösung finden konnte, die allen Seiten gefällt. Doch eine Regelung, die nur den 32 Teambesitzern zusagt, sei auch der falsche Ansatz.
Die Washington Post sieht in der Entscheidung vor allem den Verlust an Vielseitigkeit in der NFL. Mit der Entscheidung habe die Liga versucht, "einen Mittelweg zu finden, den es nicht gibt", schreibt ihr Sportkolumnist Jerry Brewer. Die NFL habe damit keine Probleme gelöst, sondern lediglich die Wahrscheinlichkeit für weitere Proteste minimiert. Vorübergehend sei die Regel vielleicht wirksam. Doch langfristig würden sich die Spieler ärgern, dass sie nicht bei der Ausarbeitung gefragt wurden. "Wenn diese Regelung zeigt, wie die NFL komplizierte Probleme löst, sollte sie definitiv um ihren schwindenden Status als Institution fürchten", schreibt Brewer.

"Endlich haben wir unsere NFL zurück"
Fox News hingegen sieht in der neuen Regel einen wichtigen Schritt für den American Football. "Endlich haben wir unsere NFL zurück", schreibt Autor Frank Miniter. Schließlich sei dies ein Sport, der alle Amerikaner zusammenbringt – und keiner, "der von Aktivisten für die Verbreitung ihrer politischen Botschaft genutzt werden sollte." Denn die USA seien durch die "respektlosen Protestaktionen besudelt worden". Die neue Regelung werde künftig für Besserung sorgen: Wer noch immer nicht die Güte erkenne, für die die US-amerikanische Flagge und Hymne steht, kann sich laut Miniter schließlich in der Kabine verstecken.

In Deutschland wird die Entscheidung vor allem kritisch gesehen. Aus Sicht der Frankfurter Rundschau zeigt die Regelung, dass eine derartige Debatte in der Liga nicht erwünscht ist. Stattdessen folge eine "erdachte 'Lösung'", die das Problem zur Seite schiebt, schreibt der Redakteur Götz Nawroth-Rapp. Dass Kaepernick für seine Protestaktion gefeuert worden sei, zeige, dass sich die NFL nicht mit gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen will. "Dabei wäre es dafür gerade an der Zeit – nicht nur für die Liga, sondern für die ganze Nation."

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Bei wahrscheinlich USA-Stammtisch Treffen dabei gewesen
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American Football, NFL