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Otto

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Freitag, 25. Oktober 2019, 21:03

Die größte Blamage der NFL-Historie

Zitat

Jim Marshall läuft am 25. Oktober 1964 mit dem Ball in die falsche Richtung. Bis heute belastet ihn die Aktion, die ihn womöglich die Hall of Fame kostete.

Der 25. Oktober 1964 verfolgt Jim Marshall bis heute.
Der inzwischen 81-Jährige war ein herausragender NFL-Verteidiger mit zwei Pro Bowls und einer Super-Bowl-Teilnahme mit den Minnesota Vikings.
Aber bekannt ist er bis heute für diese eine Aktion: Beim Spiel gegen die San Francisco 49ers verlor deren Star Billy Kilmer den Ball. Marshall schnappte sich das Ei, wie man das als Verteidiger macht, rannte los und erreichte 66 Yards später die Endzone. Statt eines Touchdowns für die Vikings, gab es aber zwei Punkte für die 49ers, denn Marshall war tatsächlich in die falsche Richtung gerannt.

Marshall: "War schon sehr hart damals"
Es ist auch 55 Jahre später noch die größte Blamage der NFL-Geschichte. "Es war schon sehr hart damals. Ich nahm meine Karriere sehr ernst. So einen Fehler willst du nicht in deinem Lebenslauf", sagte Marshall vor Jahren.
Die Bitterkeit schwingt mit, wirklich über die Aktion reden, die seit Jahrzehnten in jedem Pannenfilm der NFL gezeigt wird, wollte er nie. Wer will schon für eine solche Aktion berühmt sein? Man stelle sich vor, so etwas würde heutzutage in Zeiten von Social Media und Internet-Trollen passieren. Der Spott wäre wohl unerträglich.
"Twitter wäre explodiert, hätte es das damals schon gegeben", sagt der damalige Teamkollege Carl Eller: "Ich dachte erst, wow, er macht einen längeren Touchdown als ich. Dann habe ich es gemerkt, aber es war schon zu spät."

Kostete Blamage Marshall Hall-of-Fame-Platz?
Dabei war es doch eigentlich ein x-beliebiges NFL-Spiel. Die 49ers standen bei zwei Siegen und vier Niederlagen, die Vikings bei je drei Siegen und Niederlagen. Für Marshall sollte das Kezar Stadium - dort spielten die 49ers, bis sie 1971 in den Candlestick Park umzogen - zum Schicksalsort werden.
Eller vermutet sogar, dass diese Aktion bis heute verhindert hat, dass Marshall in die Hall of Fame aufgenommen wurde. Nur 2004 gehörte er bei der jährlichen Wahl zu den Finalisten. Zu stark ist sein Name mit der peinlichsten Aktion in der Liga aller Zeiten verbunden.
Seine Karriere wäre für die Aufnahme mehr als legitim. Marshall spielte 20 Jahre in der NFL - bis heute schaffte kein Verteidiger mehr Saisons. In 282 Spielen in Folge hielt er die Knochen hin. Auch das ist ein Rekord, ebenso wie die 30 eroberten Fumbles. Auch wenn er wohl sehr gut mit 29 hätte leben können. Die Vikings vergeben seine Nummer 70 nie mehr. Dreimal wurde er ins All-Pro Second Team berufen.
Dabei hatte sein Run nicht einmal Einfluss auf den Spielausgang. Die Vikings gewannen 27:22 - der Safety war das zwischenzeitliche 27:19, aber daran erinnert sich logischerweise niemand mehr.

Kicker Cox: "Das ist die größte Dummheit"
Selbst einige der damaligen Mitspieler nehmen kein Blatt vor den Mund. "Was mich angeht, ist das die größte Dummheit. Wer kann schon begreifen, wie ein Typ den Ball aufnimmt und in die falsche Richtung rennt", sagte Fred Cox einst, der damalige Kicker.
Immerhin stärkte ihm der für sein aufbrausendes Temperament bekannte Coach und frühere Quarterback Norm Van Brocklin den Rücken. "Jeder wusste, er konnte bei Fehlern richtig sauer werden, aber es kostete uns nicht das Spiel. Er sagte nur: 'Hey Jim, vergiss es einfach'. Das habe ich immer versucht", sagte Marshall.
Gelungen ist es ihm nicht.
Im Rose Bowl 1929 war etwas ähnliches einem gewissen Roy Riegels passiert, seine Teamkollegen stoppten ihn damals an der Ein-Yard-Linie, dennoch war Riegels bis zu seinem Tod 1993 als "Wrong Way" bekannt.
Nach Marshalls Fauxpas schickte ihm Riegels eine Nachricht. Darauf stand: "Willkommen im Klub."

Legendärer Live-Kommentar von Bob Fouts
Marshall wurde dabei auch seine Athletik zum Verhängnis. Trotz seiner 120 Kilogramm war er für seine Schnelligkeit bekannt. "Er lief unseren Jungs immer weiter davon. Etwas Wahnsinnigeres habe ich nie gesehen", erinnerte sich Offensive Tackle Grady Alderman.
Zur Legende wurde auch der Live-Kommentar des Reporters Bob Fouts, dessen Sohn Dan führte für ihn mit 13 Jahren die Statistik und wurde später ein Hall-of-Fame-Quarterback. "Ich war geschockt und sprachlos. Dann habe habe ich einfach immer wieder 'er rennt in die falsche Richtung' geschrien."
Marshall lebt inzwischen in St. Louis und verpasst niemals ein Spiel der Vikings im TV, seine Szene verfolgt ihn allerdings nach wie vor. "Es ist ironisch. Es ist eine der bekanntesten Aktionen der NFL-Historie, aber es lenkt einfach von Jims großartiger Karriere ab. Ich glaube, er ist immer noch empfindlich. Ich gehe damit sehr respektvoll um", sagt Eller.
Er hat Marshall in all den Jahren niemals auf die Aktion angesprochen.

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Sonntag, 27. Oktober 2019, 14:56

Krass!!! Danke, lieber Otto, für diese Geschichte. Hätten eigentlich die Jungs aus der eigenen Mannschaft den Herrn auch richtig zum Fall bringen können? SO wie sie es sonst mit dem Gegner tun? Es liest sich fast so, weil der andere Herr ja an der 1-Yard-Line getackelt wurde.

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Sonntag, 27. Oktober 2019, 18:49

Krass!!! Danke, lieber Otto, für diese Geschichte. Hätten eigentlich die Jungs aus der eigenen Mannschaft den Herrn auch richtig zum Fall bringen können? SO wie sie es sonst mit dem Gegner tun? Es liest sich fast so, weil der andere Herr ja an der 1-Yard-Line getackelt wurde.


Ich fande die Story auch sehr bemerkenswert und unterhaltsam. ^^

Ich denke mal, die Mitspieler haben nicht damit gerechnet, dass einer so blöd ist, in die falsche Richtung zu laufen UND noch nicht mal auf die Zurufe der anderen zu reagieren. :tksm:
Darum hat ihn wohl auch keiner umgehauen. (:tongue:)


So - die Live-Übertragung aus London ist durch die Zeitumstellung schon dran und die ersten Punkte sind schon gefallen. 8-)
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Montag, 28. Oktober 2019, 00:41

Die Pats bleiben weiter ungeschlagen und Coach Belichick hat den 300 Sieg seiner Karriere eingefahren. :thumbsup:

Mich freut aber mehr, dass die 49ers auch weiter siegen, und mit 51:13 gegen die Carolina Panthers vom Ergebnis her recht souverän. (:tanz:)
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Dienstag, 29. Oktober 2019, 22:21

Kicker-Krise in der NFL: Das große Nervenflattern

Zitat

Die Kicker in der NFL sind in der Krise: 120 verpatzte Field Goals und Extrapunkte nach dem 8. Spieltag sind Negativ-Bestwert seit 1995.

Wo fängt man bei einer ausgewachsenen Krise an? Welchen Kicker pickt man sich heraus?
Robbie Gould, Mr. Zuverlässig von den San Francisco 49ers, der noch nie so eine schlechte Quote verwandelter Field Goals hatte - er steht bei 65 Prozent - wie 2019?

Legende Adam Vinatieri, der eine Saison irgendwo zwischen Himmel und Hölle erlebt? Er steht bei 73,3 Prozent, seit dem Start seiner langen Karriere 1996 war er nie schlechter.
Zu Beginn der Saison dachte er über einen Rücktritt nach, am 8. Spieltag war er mit einem verpatzten Field Goal und Extrapunkt erst der Depp, mit einem verwandelten Field Goal 22 Sekunden vor Schluss dann wieder der gefeierte Held bei den Indianapolis Colts.

Trauma in Chicago
Oder aber Cody Parkey, am 7. Spieltag noch der ausgelachte Buhmann, nachdem er für die Tennessee Titans mal wieder den Pfosten traf? Am 8. Spieltag war er mit einer fehlerfreien Leistung mit ein Garant für den Sieg gegen die Tampa Bay Buccaneers.
Man könnte auch die bittere Deja-Vu-Story der Chicago Bears um Eddy Pineiro aufrollen, man kann weitere Beispiele nennen, denn es gibt in diesem Jahr genug, doch das ist egal, man kommt so oder so auf das gleiche Ergebnis.
Denn es ist, wie es ist bei den Kickern: Sekt oder Selters, alles oder nichts. Ein Mittelding gibt es nicht. Fehler haben unmittelbare Auswirkungen. From Hero to Zero in Sekunden, die Fallhöhe ist hoch.

Was aber auffällt: 2019 ist noch mehr Zero als sonst.
Wie NFL Research mitteilt, sind die Kicker auf Negativkurs, haben sich nach dem 8. Spieltag 120 Fehlschüsse - Field Goals und Extrapunkte zusammen - geleistet. Die bisherigen "Bestmarken" nach dem 8. Spieltag: Jeweils 109 in den Jahren 2001 und 2017 sowie 108 in der Saison 1995.
Konkret gab es bis jetzt 454 Field-Goal-Versuche, von denen 365 verwandelt und damit 89 nicht verwandelt wurden. Eine Quote von 80,4 Prozent. Hinzu kommen 31 nicht verwandelte Zusatzpunkte, die Quote dort liegt bei 94,5 Prozent (531 von 562).
Nicht ungewöhnlich, die Quote lag dort früher zwar bei rund 99 Prozent, sie hat sich nach der Verlegung von 20 auf 33 Yards im Jahr 2015 bei 94 Prozent eingependelt.
Das Problem sind die Field Goals, deren Werte zuletzt 2005 ähnlich schlecht waren, nach der kompletten Saison lag die Quote damals bei 81 Prozent. Seit 2014 schafften die Kicker hingegen konstant eine Quote von 84 bis 85 Prozent.
Man muss sich nichts vormachen: Es ist ein undankbarer Job, denn die Aufgabe ist nicht ohne, der Druck enorm. Bei den NFL-Kickern sind es oft keine fehlenden körperlichen Fähig- und Fertigkeiten, es ist die Erwartungshaltung, auf den Punkt treffen zu müssen.
Die Bears haben das während ihres oft kritisierten Castings oft simuliert. Die Krux: Man kann es nicht zu 100 Prozent nachahmen.

Eigentlich ein cooler Job
Der ganze Job ist vor allem eines: Kopfsache.
Denn das Perfide ist, dass man auf den ersten Blick eigentlich eine coole Aufgabe hat: Hin und wieder mal aufs Feld, verwandeln und wieder runter. Doch verwandelt man, ist man kurz der Held und gut. Der Depp ist man viel länger, wie Ex-Bears-Kicker Parkey weiß, den sein "Double-Doink" bis ans Ende seiner Karriere verfolgen wird.
Denn es ist ein Unterschied, ob man im Training ein paar Field Goals versucht, oder im Stadion vor 85.000 Fans zum möglicherweise entscheidenden Kick antritt und sich 100 Kilogramm schwere Verteidiger in Bewegung setzen.
Was bei näherem Hinschauen auch auffällt: Die Treffsicherheit aus 50 und mehr Yards hat nachgelassen. Wurden in den vergangenen Jahren im Schnitt 63 Prozent verwandelt, sind es aktuell nur 54 Prozent.
Eine weitere Auffälligkeit: Nach dem 8. Spieltag scheint sich der Trend zu bestätigen, dass es generell weniger Field-Goal-Versuche gibt als in den vergangenen Jahren.
Möglicherweise ein Ergebnis der Nervenflatterei in dieser Saison, ein Teufelskreis also.

Die Lösung? Schwierig. Denn wo fängt man bei einer ausgewachsenen Krise an?

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Mittwoch, 30. Oktober 2019, 23:25

Am Sonntag kann man wieder 3 NFL-Spiele live im TV schauen:

15:00 Uhr: Houston Texans vs Jacksonville Jaguars aus London live auf ProSieben

18:55 Uhr: Minnesota Vikings at Kansas City Chiefs live auf ProSieben MAXX

22:25 Uhr: Green Bay Packers at Los Angeles Chargers live auf ProSieben MAXX
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Montag, 4. November 2019, 21:14

New Englands Siegesserie im neunten Spiel gerissen

Acht Siege in Folge hatten die New England Patriots gefeiert, doch dann kam Baltimore. Die erste Niederlage der Saison kreidete sich Coach Belichick selbst an, doch auch Quarterback-Star Brady hatte keinen guten Tag.

Zitat

Die ersten Beobachter hatten schon zaghaft von einer möglichen perfekten Saison gesprochen, doch daraus wird nichts: Die New England Patriots haben ihre Siegesserie nach acht Erfolgen in acht Spielen in der US-Footballliga NFL nicht weiter ausbauen können.
Der Titelverteidiger unterlag in seinem neunten Spiel bei den Baltimore Ravens am Sonntag deutlich 20:37, damit sind die San Francisco 49ers um den deutschen Linebacker Mark Nzeocha das einzig verbliebene NFL-Team ohne Niederlage. Baltimore steht nun bei einer Bilanz von 6:2 Siegen.
"Wir haben heute in keiner Weise Normalform erreicht", sagte Patriots-Trainer Bill Belichick: "Auch das Coaching war sicherlich nicht gut. Aber wir müssen auch die Leistung der Ravens anerkennen, sie haben viele Waffen."
Dass dem Gegner 20 Punkte gelangen, hat in dieser Saison Seltenheitswert bei den Patriots. Bis zum Sonntag hatte New England im Schnitt lediglich 7,6 Punkte zugelassen, von Baltimore wurden sie nun allerdings dominiert.
Quarterback Lamar Jackson überzeugte für die Gastgeber mit zwei erlaufenen Touchdowns und einem Touchdown-Pass. Auf der Gegenseite warf Superstar Tom Brady nur einmal erfolgreich in die Endzone, dem 42-Jährigen unterlief zudem eine Interception.

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Dienstag, 5. November 2019, 21:40

New York Jets: Die neue größte Lachnummer der NFL

Die New York Jets haben die Miami Dolphins als Lachnummer der Liga abgelöst. Bei der Franchise stimmt es hinten und vorne nicht.

Zitat

Es gibt viele Möglichkeiten, auf so eine Peinlichkeit zu reagieren. Schreien, wüten, ausrasten. Oder weinen. Man könnte sich nach einer Niederlage bei den Miami Dolphins auch einfach verkriechen. Oder sich wenigstens schämen.
Adam Gase reagierte auf die Tatsache, dass seine New York Jets jetzt die neue Lachnummer der Liga sind, auf seine Art. "Das ist die NFL", sagte er: "Du kannst dich nicht für Scheiße schämen."

"Alle fühlen sich beschissen"
Die Jets stehen bei 1-7. Die Stimmung? Am Boden, die Fans fordern bereits die Entlassung des Trainers, der keine gute Figur inmitten der Krise macht, geschweige denn erfolgreich gegensteuert. "Alle fühle sich beschissen", so Gase: "Du investierst nicht all diese Zeit und Mühe, um hierher zu kommen und zu verlieren. Wir müssen die Probleme lösen."
Das Problem: Es ist nicht ein Problem, nicht zwei, es ist ein ganzer Haufen an Problemem und Baustellen, die dazu geführt haben, dass die Auftritte in dieser Saison als "Clown Show" verlacht werden.
Es ist ja ziemlich simpel: Wenn ein Team, dessen Head Coach bereits auf einem stark angewärmten Stuhl sitzt, bei einem anderen Team 18:26 verliert, das in den ersten sieben Spielen 26 Touchdowns beziehungsweise 238 Punkte zuließ und selbst nur 77 Punkte erzielte, dann ist das ein Statement gegen den Trainer. Noch dazu, wenn es das Ex-Team des Coaches ist.

Geht noch mehr Signalwirkung?
Seit 2000 wurden in der NFL nur zehn Trainer während oder nach einer ersten Saison mit einem Team entlassen. Neue haben dann doch eine etwas längere Leine, der Geduldsfaden ist fraglos dicker.
Allerdings ist Gase kein NFL-Neuling, er hat eine eher maue dreijährige Vergangenheit mit den Dolphins, eine 23-25-Bilanz, mit einer Playoff-Teilnahme 2016 und dem Aus in der Wildcard-Runde.

Alarmierender Ist-Zustand
Ist die Vergangenheit nicht berauschend, ist vor allem der Ist-Zustand der Jets alarmierend.
Uninspiriert. Undiszipliniert. Lustlos. Desinteressiert. Ganz offensichtlich nicht in der Lage, zu antworten. Zurückzuschlagen, Lösungen zu finden. Da ist es egal, ob das Team gegen den Trainer spielt oder der nicht in der Liga ist, es zu führen und einzustellen – beides ist schlimm und ein Armutszeugnis.
Dabei hat Gase eigentlich die Rückendeckung von Besitzer Christopher Johnson, der zu seinem Head Coach einen guten Draht hat und ihn mit General Manager Joe Douglas und Team-Präsident Hymie Elhai ausgestattet hat. Aber: Gase zu entlassen, ist nicht zuletzt auch eine finanzielle Komponente. 2020 würden die Jets dann Gase bezahlen, Ex-Coach Todd Bowles und denjenigen, der es dann richten soll.
Hinzu kommen Entscheidungen in der Offseason, die seltsam anmuteten. Dass Douglas‘ Vorgänger Mike Maccagnan sowohl für die Offseason als auch den Draft verantwortlich zeichnete ehe er entlassen wurde, sorgte schon damals für viele Fragezeichen. So soll Douglas mit einigen Personalentscheidungen im Nachhinein nicht einverstanden gewesen sein.
Als größtes Sorgenkind ist Quarterback Sam Darnold ein trauriges Gesicht der Krise. Er hat das schlechteste Passer-Rating der Liga, kommt überhaupt nicht in Tritt, kommt in fünf Spielen auf 1077 Yards, sechs Touchdowns und neun Interceptions. Vier Yards pro Play sind der schlechteste Wert der Liga, zwölf Punkte pro Spiel ebenfalls.

Rückschritte bei Darnold
Der einst als Quarterback-Flüsterer hochgelobte Gase bekommt zu seinem Signal Caller, Nummer-drei-Pick im Draft 2018 und die Franchise-Hoffnung, offenbar keine Verbindung. Das führt zu Stillstand, teilweise auch zu Rückschritten in der Entwicklung in seinem zweiten Jahr in der NFL. Auch das ist alarmierend, weil offenkundig, während über Probleme im Locker Room nur spekuliert werden kann. Wenn sich Star-Safety Jamal Adams verbal Luft verschafft und die Verantwortlichen wegen eines geplanten Trades kritisiert, kann man das als Zeichen werten, dass es hinter den Kulissen brodelt.
Der in der Offseason mit viel Geld und Getöse verpflichtete Le'Veon Bell? Kommt nach acht Spielen auf 415 Rushing und 242 Receiving Yards und zwei Touchdowns. Wunder kann auch er nicht bewirken, komplett ins Spiel integriert ist er zudem auch nicht.

Zahlreiche Baustellen
Hinzu kommen Verletzungsprobleme, Disziplinlosigkeiten, die darin münden, dass die Jets zu den Teams mit den meisten Strafen gehören.
Eine harmlose Offense und eine zahnlose Defense unterbieten sich gegenseitig in unterirdischen Auftritten. Unvergessen die Klatsche gegen die New England Patriots, bei der Darnold Geister sah.

Man kann Erklärungen anführen für die Bilanz, wie die Verletzten, die Eingewöhnungszeit, die durchaus harten Gegner, generelle Anlaufschwierigkeiten.
Für eine Niederlage wie bei den Dolphins gibt es allerdings keine mehr.

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Freitag, 8. November 2019, 19:33

NFL-Team in London: Fans aus Europa lechzen danach

Zitat

Aus Los Angeles wird London bei den Chargers? Nein, das Gerücht dementierte der NFL-Klub am Dienstag ebenso schnell wie eindeutig. Dennoch: Ein Team in London zu platzieren, bleibt für die NFL ein gewichtiges Thema.
Wenn etwas gut läuft, versucht man mehr daraus zu machen. Die London Games der NFL sind so eine Geschichte.
Als man 2007 damit angefangen habe, verrät NFL-UK-Chef Alistair Kirkwood im Gespräch mit ran.de, habe die NFL vorgehabt, in England erst mal nur alle vier Jahre ein Spiel auszutragen.
Das hat sich zwölf Jahre später sehr deutlich verändert. Mittlerweile werden vier Spiele in einem Jahr ausgerichtet - das Ergebnis stetig wachsenden Zuschauer-Zuspruchs auf der Insel für American Football.

London eine Pilgerstätte für europäische NFL-Fans
Die NFL hat sich über die Jahre nicht nur in Großbritannien eine äußerst respektable Fan-Basis aufgebaut, ganz Europa pilgert nach London zur International Series.
Bei den Spielen in London tragen Fans Trikots aller Teams - längst nicht nur mit Jerseys der beiden Klubs, die an diesem Tag gegeneinander antreten.
"Unsere Fans sind sehr hungrig nach diesem Sport. Hier sind Fans aller Teams vertreten, es geht ihnen um den Sport an sich", sagt Kirkwood.
Das NFL-Schaufenster in der britischen Hauptstadt zieht eben Fans aus ganz Europa an. Es ist die Chance, das Spektakel aus den USA mit vergleichsweise geringem Reiseaufwand aus nächster Nähe zu sehen.
So waren beispielsweise am Sonntag beim Spiel der Texans gegen die Jaguars auch rund 2.000 deutsche NFL-Anhänger im Wembley-Stadion.

Tottenham Stadium ist NFL-gerecht
Der Erfolg macht Lust auf mehr bei den Beteiligten. Und so könnten vier NFL-Spiele pro Jahr in London noch nicht das Ende der Expansion nach Europa sein.
Denn Gerüchte um ein NFL-Team in London kommen inzwischen jährlich aufs Neue auf, natürlich besonders im Oktober, wenn die NFL Partien in England austrägt.
In diesem Jahr aber hat noch ein weiterer Aspekt die Gerüchte angeheizt: Es gibt nun erstmals ein geeignetes Stadion.
Die neu gebaute Arena der Tottenham Hotspur ist ein Fußballstadion - aber zugleich auch ein Football-Stadion - auch weil die NFL ihrerseits reichlich Geld in den Bau investiert haben soll, damit alle Voraussetzungen für eine NFL gerechte Arena mit Umkleiden, PK-Räumen und ähnliches erfüllt wird.
Es gibt einen eigenen, speziellen Football-Rasen, der als Untergrund jederzeit verwendet werden kann. Die Kabinen sind bereits für mindestens 50 Mann ausgerichtet. Heute kommt ein Football-Team in den Umkleidekabinen eines Fußballstadions nur schwerlich unter.

Verträge zwischen NFL und Stadionbetreibern
Sollte tatsächlich irgendwann eine Entscheidung pro NFL-Team in London fallen, wäre nach derzeitigem Stand sehr wahrscheinlich das Spurs-Stadion der Ort der Wahl.
Und: Die NFL hat einen Vertrag abgeschlossen, der den Betreibern Spiele in den nächsten zehn Jahren garantiert.
Zudem verpflichteten sich die Jacksonville Jaguars um Besitzer Shahid Khan, dem auch der Premier League-Klub FC Fulham gehört, von 2013 bis 2020 immer mindestens ein Heimspiel in London auszutragen.

Chargers dementieren Umzug nach London
Am Dienstag gab es neue Nahrung für das Gedankenspiel, ein Team der NFL dauerhaft nach London zu versetzen.
Die Los Angeles Chargers, eher ungeliebtes Kind bei den Fans in L.A., zögen angeblich in Erwägung den dauerhaften Schritt nach Europa zu wagen.
Aus Los Angeles wird London? Nein, die Chargers dementierten umgehend und eindeutig. Kein Umzug. Nirgendwohin.
Dennoch: "Ein Team in London zu haben, ist eine von mehreren Optionen für die NFL", erklärt Kirkwood. Vor einem Jahr hatte NFL Commissioner Roger Goodell schon mal preisgegeben: "Ich sage das schon länger: Ich glaube, dass es eine Fan-Basis für ein Team in London gibt."

120 Mann auf Reisen pro Spiel
Gleichwohl, das Szenario wäre mit massiven logistischen Hürden verbunden - für jedes Spiel müsste ein Team reisen - und dabei sind immer rund 120 (!) Mann in Bewegung. Hinzu kommen Tonnen an Material, die regelmäßig verschifft werden müssten. "Wir müssen die Voraussetzungen schaffen. Dann kann die NFL entscheiden, ob sie das tun will", sagt Kirkwood.
Zweifel scheinen vor allem noch bezüglich Fairness und Wettbewerbsfähigkeit eines solchen Szenarios zu bestehen. "Womit ich noch kein gutes Gefühl habe, ist der Wettbewerbs-Aspekt", sagte Goodell, "wie stellen wir sicher, dass es für beide Teams fair ist - für das Team, das schon hier ist und auch für das, das hierher reisen muss?"
Kirkwood bestätigt die Bedeutung dieses Aspekts: "Wichtig ist, dass jedes Team, das hier verliert, hinterher nicht sagen kann, dass es an den Umständen gelegen hat."
Denn bei 16 Saisonspielen "ist jedes Spiel in der NFL wichtig", führt Kirkwood aus, "ein einziges Spiel kann darüber entscheiden, ob man in die Playoffs kommt oder nicht."

Keine schnelle Entscheidung zu erwarten
Aber auch hier gibt es bei der NFL Überlegungen gegenzusteuern - mit der Erweiterung auf 17 Spiele. Jedes Team soll dem Plan nach ein Spiel außerhalb der USA bestreiten. Ob Mexiko, Kanada oder Europa.
Ob Team in London oder Ausweitung des Spielbetriebs auf einen "Auslands-Spieltag" - realistisch betrachtet, ist es bis dahin noch ein weiter Weg. Die Entscheidung ist zu weitreichend, als dass sie schnell getroffen werden könnte.
Immerhin, für die Suche nach einem geeigneten Team, das Lust auf den Umzug hätte, hat die NFL neuerdings ein gutes Argument hinzugewonnen: In den letzten zwei Jahren haben alle Gewinner der London Games die Playoffs erreicht.
Scheint also kein schlechtes Pflaster zu sein, dieses NFL-London.

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Freitag, 8. November 2019, 22:23

Kein Tag wie jeder andere:
Ohne Zehen zum Rekord-Kick

Zitat

8. November
Am 8. November 1970 wurde ein Rekord in der NFL aufgestellt, der 43 Jahre lang Bestand haben sollte: Kicker Tom Dempsey von den New Orleans Saints erzielte das entscheidende Field Goal aus einer Entfernung von 63 Yards (~57,60m).
Zwei Sekunden vor Schluss lagen die Saints gegen die Detroit Lions mit 16:17 zurück, ohne die Mittellinie überquert zu haben. Dempsey trat zum Field-Goal-Versuch an, überbot den alten Rekord um stolze sieben Yards und sicherte sich seinen Platz in den NFL-Geschichtsbüchern.
Herausragend ist Dempseys Leistung auch deshalb, weil er auf der rechten Seite mit einer Körperbehinderung geboren wurde. Sein rechter Fuß war nur halb so lang wie sein linker, und er hatte auf der rechten Seite keine Zehen. Ein speziell für ihn angefertigter Schuh mit flacher Oberseite unterstützte ihn im Spiel.
Erst am 8. Dezember 2013 wurde Dempseys Marke überboten. Matt Prater von den Denver Broncos traf gegen die Tennessee Titans aus 64 Yards (~58,52m). Von den fünf Bestmarken wurden gleich vier in Denver erzielt. Die dünne Höhenluft in der Hauptstadt Colorado gilt als Vorteil für die Kicker.

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Samstag, 9. November 2019, 13:50

Nochmal was zur NFL-Geschichte

Ein Provinznest als NFL-Hochburg

Zitat

Als die National Football League (NFL) 1920 aus der Taufe gehoben wurde, waren die Hochburgen des Profifootball Provinznester im Mittleren Westen der USA. Das letzte Überbleibsel dieser Zeit sind die Green Bay Packers. Der 1921 in die Liga aufgenommene Club ist in vielerlei Hinsicht eine Ausnahmerscheinung im Milliardenbusiness NFL – wie ein Lokalaugenschein in und ums Lambeau Field zeigt.

Vor 100 Jahren überzeugten Earl „Curley“ Lambeau und George Whitney Calhoun die in Green Bay beheimatete Indian Packing Company, Lambeaus Arbeitgeber, ihren Traum von einem Football-Team mit 500 Dollar zu unterstützen. Der Hauptsponsor gab dem Team jenen Spitznamen, den der Club noch heute trägt. Unter der Regie von Lambeau, der bis 1949 sein Team u. a. als Cheftrainer führte, mauserten sich die Packers schnell zu einem Siegerteam und erreichten sechs Meisterschaften, davon 1929 bis 1931 drei in Folge. Nach seinem Tod 1965 wurde daher auch das City Stadium in Lambeau Field umbenannt.
Den Spitznamen „Titletown USA“ trägt Green Bay nicht nur per Eigendefinition, denn mit insgesamt 13 NFL-Meisterschaften sind die Packers der erfolgreichste Club der Ligageschichte. Vor allem in den 1960er Jahren war Green Bay unter Coach Vince Lombardi das Um und Auf der Liga. Der 1970 verstorbene Stratege, nach dem auch die Super-Bowl-Trophäe benannt ist, gewann fünf Titel mit den Packers, die letzten drei davon in Serie. Lombardis Packers sind das einzige Team, das im Play-off-System drei NFL-Meisterschaften in Folge gewann. Zu Lambeaus Anfangszeiten wurde der Titel wie im Fußball noch im Tabellensystem vergeben.
Nach der Lombardi-Ära, in der in den Saisonen 1966 und 1967 auch die ersten beiden Super Bowls – damals noch ein Duell zwischen NFL und der konkurrierenden American Football League (AFL) – gewonnen wurden, musste Green Bay bis zur Saison 1996 warten, um wieder eine Titelparty abzuhalten. Dank Quarterback-Legende Brett Favre kehrten die Packers in den Kreis der Siegerteams zurück. Unter dem aktuellen Spielmacher Aaron Rodgers, der das Team 2010 zum bisher letzten Titel führte, gehörte Green Bay in den vergangenen Jahren ebenfalls immer zum erweiterten Favoritenkreis.

Im Eigentum der Fans
Der Erfolg des Teams steht im krassen Gegensatz zum Umfeld. Denn Green Bay wäre in anderen NFL-Hochburgen wie New York, Boston und San Francisco ein besserer Vorort. Gerade einmal 106.000 Einwohner haben in der rund dreieinhalb Autostunden nördlich von Chicago an einer Bucht des Michigan Sees gelegenen Stadt ihren Hauptwohnsitz. Im Bundesstaat Wisconsin ist Green Bay nur die Nummer drei hinter Milwaukee (rund 600.000 Einwohner) und der Hauptstadt Madison (rund 253.000).
Gäbe es nicht das Football-Team, gäbe es für Touristen keinen Grund, nach Green Bay zu reisen – das National Railroad Museum im Vorort Ashwaubenon ausgenommen. Dass ein für amerikanische Verhältnisse Kaff ein Profiteam aus den „Big Four“ – Football, Baseball, Basketball und Eishockey – beherbergt, hat einen einfachen Grund: Die Packers sind das einzige Team im Business US-Profisport, das nicht im Besitz eines Millliardärs, sondern mehr oder weniger der Fans ist.
Dank der rund 361.000 Aktionäre der Green Bay Packers, Inc., einer geschlossenen Gesellschaft mit Non-Profit-Struktur und gewähltem Präsidenten an der Spitze, wurde eine Absiedelung des prominenten Franchise bisher erfolgreich verhindert. Dank der Regelung, dass kein Aktionär mehr als vier Prozent der mittlerweile knapp fünf Mio. Aktien halten darf, ist auch die Übernahme durch einen Einzelnen mehr oder weniger ausgeschlossen.

30 Jahre Warten auf eine Karte
Die besondere Eigentümerstruktur der Packers schweißte Team und Fans auf einzigartige Weise zusammen. Gleich mehrmals retteten die Anhänger dank der Aufstockung der Aktien den Club vor dem Aus. Der neunmalige Ausbau des 1957 mit 32.500 Plätzen eröffneten Lambeau Fields auf die heutige Kapazität von 81.441 Zuschauern – was rund 80 Prozent der Bevölkerung der Stadt entspricht – wurde teilweise durch freiwillige Steuererhöhungen finanziert.
Das im Verhältnis überdimensionale Stadion ist dennoch keine Fehlinvestition. Denn seit 1960 war jede Partie, egal ob Preseason und ob bei Schnee, Regen oder eisiger Kälte, ausverkauft – und das nur durch den Verkauf von Dauerkarten. Wer eine besitzt, gibt diese nicht mehr her und reizt sie auch fast bis ans Lebensende aus. In keinem anderen NFL-Stadion findet man so viele Fans fortgeschrittenen Alters. Manche scheinen selbst die erfolgreichen Zeiten unter „Curly“ Lambeau noch erlebt zu haben.
Ein Sesaon Ticket zu ergattern ist zwar theoretisch möglich, aber in einem Menschenleben praktisch aussichtslos. Geschätzte 130.000 Namen sollen auf der Warteliste für eine Dauerkarte stehen, die Wartezeit auf ein Ticket beträgt laut Clubangaben mindestens 30 Jahre. Denn aufgrund des vor allem ideelen Wertes werden Season Tickets in der Regel von Generation zu Generation weitervererbt. Um vielleicht irgendwann eine Dauerkarte in Familienbesitz zu bringen, ist es für Jungfamilien üblich, ihre Neugeborenen auf die Warteliste zu setzen.

Ein spezielles Erlebnis
Auch wenn die Spiele auf Dauerkartenbasis ausverkauft sind, hat man Chancen auf Packers-Karten, der NFL-Tickettauschbörse sei Dank. Wer etwa bereit ist, 200 Dollar in einen Sitz zu investieren, wird mit einem Erlebnis belohnt, das sogar die Fans der Gästeteams in seinen Bann zieht. Denn die Verbundenheit der „Cheeseheads“ mit ihren Packers ist in Green Bay bereits Stunden vor Spielbeginn zu spüren, wenn die ersten Griller für das traditionelle „Tailgating“ auf den Parkplätzen auf Betriebstemperatur gebracht werden.
Was sich in anderen NFL-Stadien meist weit draußen vor den Stadtgrenzen abspielt, passiert in Green Bay mitten in einer Wohngegend. Die Einfamilienhäuser gegenüber dem Stadion vermieten daher ihre Vorgärten als Parkplätze. Viele sind kleine Packers-Museen inklusive Mini-Football-Felds im Garten, wo an Spieltagen gut besuchte Privatpartys steigen. Mit einem entsprechenden Obulus lässt sich in Sachen Einladung nachhelfen. Wer keinen Grillplatz ergattern konnte, dem wird im stadioneigenen Pub und an den Verkaufsständen des Titletown-District neben dem Lambeau Field bei der Einstimmung auf die jeweilige Partie geholfen.
Im Stadion, das großteils noch immer aus jener Schüssel besteht, die in den Jahren 1956 und 1957 für 960.000 Dollar errichtet wurde, sucht man den Komfort moderner NFL-Stadien vergeblich. Während man etwa im Metlife Stadium vor den Toren New Yorks sogar auf den „billigen“ Plätzen einen bequemen Sessel vorfindet, sitzt man in Green Bay sprichwörtlich Schulter am Schulter auf dem „Bankl“. Wer auf Komfort dennoch nicht verzichten will, kann sich aber spezielle Sitzpölster mit Lehnen ausborgen – was die Sache auf den Rängen noch etwas kuscheliger macht.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor
Die Populariät der Packers ist auch für die Wirtschaft in Green Bay essenziell. „Ein Spieltag schlägt sich mit rund 14 Millionen Dollar an Wirtschaftskraft nieder“, so Brenda Krainik vom Greater Green Bay Convention and Visitors Bureau. Um den Geldfluss auch abseits der acht Heimspiele einer NFL-Saison am Laufen zu halten, wird aus der Marke Packers herausgequetscht, was möglich ist.
Der großzügige Fanshop, die täglichen, von altgedienten Packers-Fans geleiteten Touren und die teameigene „Hall of Fame“ sind mit die wichtigsten Einnahmequellen des Vereins. Dazu ist Lambeau Field, das am längsten durchgehend bespielte Heimstadion der NFL, auch der wichtigste Veranstaltungsort in Green Bay. Nicht nur Konferenzen, auch Hochzeitsempfänge werden unterhalb der Tribünen ausgerichtet.
Trotzdem findet man auch in Green Bay Menschen, die über den immer größer werdenden Trubel nicht nur glücklich sind. „Ich liebe die Packers, aber mein Leben dreht sich nicht nur um sie“, meinte etwa eine Kellnerin in einer der Bars in der überschaubaren Partymeile im Zentrum Green Bays gegenüber ORF.at mit Hinweis auf den mit Siegen verbundenen Arbeitsstress. Am Sonntag ist es eventuell wieder so weit, dann empfangen die Packers die Carolina Panthers. Und vielleicht hat Titletown zum 100. Geburtstag in der 100. Saison der NFL am Ende sogar wieder einmal einen Titel zu feiern.

Link
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72

Samstag, 9. November 2019, 17:23

Am Sonntag live im TV:
19:00 Uhr live auf ProSieben MAXX: Kansas City Chiefs at Tennessee Titans
Der MVP kehrt zurück: Mahomes spielt in Tennessee

22:25 Uhr live auf ProSieben MAXX: Carolina Panthers at Green Bay Packers
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Samstag, 9. November 2019, 22:11

Nochmal was zur NFL-Geschichte

Ein Provinznest als NFL-Hochburg

Zitat

Als die National Football League (NFL) 1920 aus der Taufe gehoben wurde, waren die Hochburgen des Profifootball Provinznester im Mittleren Westen der USA. Das letzte Überbleibsel dieser Zeit sind die Green Bay Packers. Der 1921 in die Liga aufgenommene Club ist in vielerlei Hinsicht eine Ausnahmerscheinung im Milliardenbusiness NFL – wie ein Lokalaugenschein in und ums Lambeau Field zeigt.

......

Link


Das passt aber sehr schön hier ....
»Minnesota« hat folgende Datei angehängt:
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Sonntag, 10. November 2019, 19:03

Ich wusste gar nicht, dass Aaron sonst eine Brille trägt. (:fluecht:)
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Mittwoch, 13. November 2019, 20:04

Seahawks stürzen 49ers ;-(

Gegen die Seattle Seahawks bekommt die perfekte Bilanz der San Francisco 49ers ihren ersten Makel. Ein Thriller in der Verlängerung und Kicker-Drama beenden den Lauf.

Zitat

Die San Francisco 49ers haben in einem Overtime-Drama gegen die Seattle Seahawks nach dem 8:0-Saissonstart ihre erste Niederlage kassiert.
Beim 24:27 gegen den Super-Bowl-Champion von 2014 vergab Niners-Ersatzkicker Chase McLaughlin in der Verlängerung sogar noch den Sieg bei einem Field-Goal-Versuch aus 47 Yards.
Nachdem beide Teams in ihrem 1. Overtime-Drive keine Punkte verzeichnen konnte, verzog der Vertreter des verletzten Robbie Gould beim entscheidenden Versuch deutlich nach links.
Besser machte es Seattles Jason Myers: Der Seahawks-Kicker setzte den Ball mit Ablauf der Spielzeit in der Verlängerung aus 42 Yards zwischen die Stangen und besiegelte die Drama-Pleite der 49ers.
Seattle verbessert durch den Krimi-Sieg seine Bilanz auf 8-2 und ist damit den 49ers- (8-1) dicht auf den Fersen. San Francicso teilt sich mit Super-Bowl-Champion New England Patriots (ebenfalls 8-1) den Spitzenplatz in der NFL.

Wilson führt Seahawks zum Sieg
Quarterback Russell Wilson hatte sein Team in der Overtime auf den letzten Drücker noch übers Feld geführt.
Bei 1:25 Minuten Restzeit bekam Seattle nach McLaughlins verballertem Kick noch einmal den Ball, Wilson verteilte den Ball geschickt und setzte höchstpersönlich mit einem 18-Yard-Lauf im dritten Versuch den vorentscheidenden Nadelstich.
Insgesamt verbuchte der Spielmacher solide 232 Yards (24 von 34 Pässen angebracht) sowie einen Touchdown und eine Interception. Mitentscheidend waren einmal mehr seine Läufe - 53 Yards bei sechs Versuchen.
Sein Gegenüber Jimmy Garoppolo kam auf 248 Yards, ließ mit nur 24 gelungenen Pässen bei 46 Versuchen aber die Präzision vermissen und verlor zudem bei gleich zwei Fumbles den Ball. Beim 49ers-Star stand am Ende ebenfalls ein TD bei einer INT zu Buche. Gerade in der Verlängerung konnte er unter dem Druck der Seattle-Defense nicht liefern.

Clowney nutzt Garoppolo-Fumble zum Touchdown
Bei beiden Teams hatten bis dahin vor allem die Defensivreihen mit Touchdowns für Aufsehen gesorgt. Nach San Franciscos 10:0-Führung durch ein Field Goal von McLaughlin und einen Touchdown von Receiver Kendrick Bourne schnappte sich im 2. Viertel Seattles Pass-Rush-Monster Jadeveon Clowney einen Fumble von Garoppolo und trug den Ball in die Endzone.

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Mittwoch, 13. November 2019, 21:50

NFL lädt Colin Kaepernick zum Workout - doch der Termin ist eine Farce

Die NFL breitet Colin Kaepernick mit dem eigens angesetzten Workout den Roten Teppich aus. So scheint es zumindest. Doch der Quarterback erlebt auch direkt, dass er eigentlich nur Gast bei diesem wichtigen Termin ist.

Zitat

Colin Kaepernick und die NFL nähern sich wieder an. Scheinbar.

Die Meldung, dass die Liga den wegen seines Hymnenprotests seit Jahren stiefmütterlich behandelten Quarterback zu einem Workout eingeladen hat, sorgte nicht nur in den USA für Staunen.
Auch das Lager des ehemaligen Passgebers soll von der Einladung nach Atlanta an diesem Samstag überrascht worden sein. Wie "ESPN" berichtet, hätten "Kap" und Co. erst am Dienstag überhaupt von diesem Termin erfahren - also zur gleichen Zeit wie die Öffentlichkeit. Auch die Klubs seien nicht vorher informiert worden.

Workout am Samstag für Teams ein schwieriger Termin
Das Vorgehen der NFL, ein Workout für einen Profi zu veranstalten, ist ohnehin schon ungewöhnlich. Dieses auf einen Wochenendtag zu legen, verwundert ebenso. Denn am Samstag befinden sich nahezu alle Teams in der unmittelbaren Vorbereitung auf ihre Spiele am Tag darauf. Somit erscheint es höchst fraglich, ob diese Klubs einen Verantwortlichen nach Atlanta schicken.
Auch aus diesem Grund sollen Kaepernick und sein Lager laut "ESPN" darum gebeten haben, das Workout sowie den anschließenden Interview-Termin an einem Dienstag - der gewöhnliche
Wochentag für derlei Präsentationen - abhalten zu dürfen.

Kaepernick-Termin wirkt wie eine Farce
Doch das habe die Liga ebenso abgelehnt wie eine Verlegung auf den folgenden Samstag, womit die Klubs immerhin mehr Vorbereitungszeit gewährt worden wäre. Begründet hat die Liga ihr "Nein" zu einer Verschiebung demnach nicht.
Somit entpuppt sich dieses Workout im Grunde als Farce. Wie um "Kap" und seinen Anhängern zeigen zu können: Da hat er doch seine Chance, um sich wieder für die NFL-Teams zu empfehlen.
Wenn sich - wie unter den gegebenen Umständen zu befürchten ist - kein Engagement ergeben sollte, reicht es eben einfach nicht.

Kaepernick stand schon im Super Bowl
Als ehemaliger Super-Bowl-Teilnehmer hat der 32-Jährige längst bewiesen, dass er ein Team anführen kann. Schon in seiner zweiten Saison erreichte "Kap" mit den San Francisco 49ers das wichtigste Einzelsportereignis der Welt und unterlag den Baltimore Ravens auf dramatische Weise mit 31:34.
Vier Jahre später trat er von seinem Vertrag mit den Kaliforniern zurück und fand seither keine Anstellung mehr in der Liga - vor allem wegen seines offenen Protests gegen die gesellschaftlichen Missstände in den USA. Weil er Absprachen der Teams hinsichtlich seiner Nichtbeschäftigung vermutet, strengte Kaepernick sogar eine Klage an.

Kaepernick kann Termin gar nicht abwarten
Nun gibt er sich zumindest hochmotiviert. Bei Twitter reagierte der in Milwaukee geborene Quarterback kampfeslustig auf die NFL-Einladung: "Ich bin seit drei Jahren in der Verfassung und bereit für diesen Termin und kann es gar nicht abwarten, die Head Coaches und General Manager am Samstag zu sehen."
Fragt sich nur, wie viele es wirklich sein werden.

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Freitag, 15. November 2019, 20:05

NFL-Profi reißt Quarterback Helm vom Kopf und schlägt ihn damit

"Ich habe die Ruhe verloren": In der NFL hat Myles Garrett für einen Skandal gesorgt. Der Footballer schlug den gegnerischen Quarterback Mason Rudolph - mit dessen Helm.

Zitat

American-Football-Profi Myles Garrett von den Cleveland Browns hat mit einer Attacke auf dem Spielfeld für einen turbulente Szenen in der NFL gesorgt. Der sportlich beste Defensiv-Spieler seiner Mannschaft riss dem Quarterback der Pittsburgh Steelers, Mason Rudolph, den Helm vom Kopf und schlug seinen Gegner damit.
Vorausgegangen war der Aktion eine Rangelei der beiden. Garrett hatte Rudolph zu Boden gerungen, nachdem dieser den Ball weggeworfen hatte. Zunächst hatte der Quarterback selbst versucht, seinem Konkurrenten den Helm vom Kopf zu ziehen, scheiterte jedoch. Rudolph blieb nach dem Schlag äußerlich unversehrt und beschwerte sich beim Schiedsrichter.
Garrett wurde nach dem Schlag mit dem Helm von Steelers-Spieler David DeCastro zu Boden gebracht, Pittsburghs Maurkice Pouncey prügelte auf Garrett ein und trat ihm einmal gegen den Helm, anschließend kam es zur Rudelbildung und einem Handgemenge, das allerdings nicht in einer Massenschlägerei mündete.

"Unentschuldbar"
Die Aktion ereignete sich Sekunden vor Spielende, als die Browns bereits deutlich führten und die Steelers weit von der gegnerischen Endzone entfernt waren. Dass die Browns ihren Divisions-Rivalen in der wichtigen Partie 21:7 besiegten, rückte in den Hintergrund.
Experten des Sportsenders ESPN und Spieler beider Teams urteilten, etwas Vergleichbares habe es in der Geschichte der Liga noch nicht gegeben. Browns-Superstar Odell Beckham Jr. sagte über die Aktion seines Teamkollegen: "Das ist hässlich. Das ist etwas, dass wir in der NFL nicht haben wollen." Quarterback Baker Mayfield nannte die Aktion "unentschuldbar".
Auch andere NFL-Stars waren empört. Kansas-City-Quarterback Patrick Mahomes II schrieb bei Twitter: "Ich kann nicht glauben, was passiert ist." JJ Watt, Defensive End bei den Houston Texans: "Das. Ist. Wahnsinn. Wow." Und der ehemalige Running Back Reggie Bush meinte, das sei "das Verrückteste" was er je im Football gesehen habe.
Neben Garrett und Pouncey wurde auch Cleveland-Spieler Larry Ogunjobi vom Platz gestellt. Garrett droht nun eine lange Sperre. Experten rechnen damit, dass er in dieser Saison gar nicht mehr spielen darf. "Ich habe die Ruhe verloren und das bereue ich", sagte Garrett.

Link




Folgende Spiele kann man am Sonntag live im TV anschauen:
19:00 Uhr Houston Texans at Baltimore Ravens live auf ProSieben MAXX
22:25 Uhr New England Patriots at Philadelphia Eagles live auf ProSieben MAXX
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Sonntag, 17. November 2019, 20:05

Neuer Wirbel um Football-Rebell Kaepernick

Zitat

Seit er bei der Nationalhymne kniete, bekommt Colin Kaepernick in der NFL keinen Job mehr. Nun soll er in einem Training zeigen, was er noch kann. Doch Kaepernick sagt kurzfristig ab. Das Misstrauen ist immens.

Der Zwist zwischen Colin Kaepernick und der National Football League geht auch nach dem Vorspielen des derzeit arbeitslosen Quarterbacks für einen neuen Job weiter. Der 32 Jahre alte Spielmacher und sein Management sagten eine von der NFL geplante Trainingseinheit kurzfristig ab und luden interessierte Teams stattdessen zu einem selbst organisierten Treffen. Die Liga zeigte sich in einer ersten Stellungnahme davon „enttäuscht“, Kaepernick hofft aber weiter auf eine Rückkehr.
„Ich bin seit drei Jahren bereit“, sagte der Quarterback, der 2016 eine Protestwelle zum Thema soziale Ungerechtigkeit in den Vereinigten Staaten gestartet hatte, als er während der Nationalhymne auf die Knie ging. „Wir warten auf die 32 Besitzer, 32 Teams, (NFL-Commissioner) Roger Goodell, dass sie aufhören, wegzulaufen. Weglaufen vor der Wahrheit. Weglaufen vor den Menschen.“
Das Gezerre um die Trainingseinheit zeigt, wie groß das Misstrauen in die jeweilige Gegenseite offenbar immer noch ist. Im Februar erzielten Kaepernick und die NFL eine außergerichtliche Einigung in ihrem Rechtsstreit, nachdem der Profi die Liga wegen angeblich unlauterer Absprache verklagt hatte. Nach Ansicht des früheren Profis der San Francisco 49ers soll es eine Übereinkunft gegeben haben, damit er seit 2017 keine Anstellung mehr bekommt.
Nun soll die NFL erst am Dienstag und damit relativ kurzfristig zu dem Workout mit Kaepernick auf dem Gelände der Atlanta Falcons eingeladen haben. Die Seite des Spielers konterte damit, dass sie am Samstag erst kurz vor dem geplanten Beginn darüber informierte, dass dieser daran nicht teilnehmen werde. Kaepernicks Agent Jeff Nalley sagte, dass die NFL sich geweigert habe, dass Videoaufnahmen der Trainingseinheit öffentlich gemacht werden.
Stattdessen zeigte Kaepernick in einer rund 40-minütigen Trainingseinheit auf dem Gelände einer High School knapp eine Autostunde außerhalb Atlantas, was er noch kann. Der Super-Bowl-Teilnehmer von 2013 trug dabei ein T-Shirt mit dem Aufdruck Kunta Kinte, einer Figur aus dem Roman „Roots“, in dem die Geschichte der Sklaverei über mehrere Generationen hinweg erzählt wird. Nach Angaben von Berater Nalley zufolge verfolgten etwa 250 Fans und Vetreter von acht NFL-Teams die Trainingseinheit – für das ursprünglich geplante Vorspielen der Liga hatten 25 Klubs zugesagt.

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Sonntag, 17. November 2019, 21:21

Hüfte ausgekugelt! Tua Tagovailoas NFL-Karriere zerstört?

Tua Tagovailoa kugelt sich im Spiel gegen Missisippi State die Hüfte aus und muss sich wohl einer Operation unterziehen. Laut "ESPN" ist die Hüfte sogar gebrochen. Für seinen Status im NFL-Draft 2020 könnte das fatale Folgen haben.

Zitat

Dieser eine Spielzug könnte eine ganz böse Wendung für Tua Tagovailoa und seine NFL-Karriere genommen haben.
Als der Quarterback der Alabama Crimson Tide am 13. Spieltag bei der Mississippi State University beim Spielstand von 35:7 Head Coach Nick Saban überredete, ihn doch noch einmal aufs Feld zu lassen, könnte dies seine NFL-Karriere zerstört haben.
Wie sich in der Nacht herausstellte kugelte sich der potenzielle Nummer-1-Pick seine Hüfte aus, die noch im Stadion wieder eingerenkt wurde. Laut "ESPN" hat er sich sogar die Hüfte gebrochen. Damit ist die College-Saison für den Quarterback definitiv gelaufen. Tagovailoa war von hinten getackelt worden und unglücklich gefallen.
"Er wird sich noch weiteren Tests unterziehen, um die beste Behandlungsmethode festzulegen. Wir erwarten, dass er sich vollständig erholt, aber er wird den Rest der Saison verpassen", sagte Teamarzt Lyle Cain. Eine Operation ist wahrscheinlich. Damit ist es auch unwahrscheinlich, dass ihn ein NFL-Klub beim Draft im April unter den ersten Fünf auswählt, sollte Tagovailoa sich für die Talenteauswahl 2020 anmelden.

Schwere finanzielle Einbußen
Gerade was das Finanzielle angeht, müsste er gewaltige Einbußen hinnehmen.
Als Junior könnte Tagovailoa zwar noch ans College zurückkehren und eine weitere Saison spielen, aber auch dabei würde er vorerst auf Millionen verzichten.
Allein im ersten Jahr mit Grundgehalt und Bonus für die Vertragsunterschrift würden ihm rund fünf Millionen Dollar entgehen.

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Da hat die ein oder andere Mannschaft wohl vergeblich so besch...eiden dieser Saison gespielt. Die Begehr auf einen tollen neuen Quaterback wird sich erst mal nicht erfüllen. :rolleyes:
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Montag, 18. November 2019, 23:01

New England revanchiert sich für Super-Bowl-Niederlaget

Zitat

Quarterback-Altstar Tom Brady und die New England Patriots haben die Neuauflage des Super-Bowl-Endspiels aus dem Jahr 2018 für sich entschieden.

Der amtierende Champion revanchierte sich für die Endspielniederlage von vor knapp zwei Jahren mit einem 17:10 (9:10) gegen die Philadelphia Eagles. Der 42-jährige Brady warf für 216 Yards. Er blieb jedoch ohne Touchdown-Pass. Eagles-Spielmacher Carson Wentz kam auf 216 Yards und warf einen Touchdown. Für die Patriots war es der neunte Sieg im zehnten Spiel.
Super-Bowl-Finalist Los Angeles Rams konnte sich mit 17:7 (10:0) gegen die Chicago Bears durchsetzen. Rams-Running-Back Todd Gurley rannte für 97 Yards und erzielte einen Touchdown. Bears-Quarterback Mitchell Trubisky warf einen Touchdown und eine Interception bei der Auswärtsniederlage.
Die San Francisco 49ers besiegten Divisions-Rivale Arizona Cardinals mit einem vorentscheidenden Touchdown in den letzten 30 Sekunden der Partie. Mit vier Touchdowns führte Quarterback Jimmy Garoppolo die Niners zu einem 36:26 (10:16). Mit 424 Pass-Yards stellte der 28-jährige Garoppolo eine neue persönliche Bestleistung auf.
Die Baltimore Ravens um Quarterback-Jungstar Lamar Jackson feierten einen überzeugenden Sieg. Die Ravens besiegten vor heimischer Kulisse die Houston Texans klar 41:7 (14:0). Der 22 Jahre alte Jackson zeigte mit insgesamt vier Touchdown-Pässen erneute eine starke Leistung. Hinzu kamen 86 Lauf-Yards.
Houstons Spielmacher Deshaun Watson blieb ohne Touchdown und warf eine Interception bei der Niederlage. Baltimore bleibt nach dem sechsten Erfolg in Folge mit einer Bilanz von acht Siegen und zwei Niederlagen an der Spitze der AFC North.
Die Dallas Cowboys feierten einen wichtigen 35:27 (24:14)-Sieg gegen die Detroit Lions. Cowboys-Quarterback Dak Prescott warf drei Touchdown-Pässe und 444 Yards beim Auswärtserfolg. Spielmacher Jeff Driskel, der den verletzten Matthew Stafford in der Startformation der Lions ersetzte, warf zwei Touchdowns.
Die Minnesota Vikings überkamen einen 20-Punkte-Halbzeitrückstand und gewannen gegen die Denver Broncos 27:23 (0:20). Vikings-QB Kirk Cousins warf drei Touchdowns beim Comeback-Erfolg seines Teams.

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