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Freitag, 3. Juli 2020, 22:39

Washington Redskins denken über Namensänderung nach

Der Druck der Öffentlichkeit und vor allem der Sponsoren zeigt Wirkung: Die Washington Redskins diskutieren über eine Namensänderung des Teams, weil der aktuelle Name vermehrt als rassistisch gilt.

Zitat

Die Washington Redskins gaben am Freitag offiziell bekannt, dass die Franchise über den Teamnamen diskutieren wird. Das Team aus der Hauptstadt der Vereinigten Staaten geriet in die Kritik, weil der Teamname Redskins (engl: Rothäute) vielfach als rassistisch empfunden wird.
"Angesichts der jüngsten Ereignisse in unserem Land und des Feedbacks unserer Community geben die Washington Redskins bekannt, dass das Team eine gründliche Überprüfung des Teamnamens durchlaufen wird", heißt es in einer Erklärung. "Diese Überprüfung formalisiert die ersten Diskussionen, die das Team in den letzten Wochen mit der Liga geführt hat."
Teambesitzer Dan Snyder erklärte: "Dieser Prozess ermöglicht es unserem Team, nicht nur die stolze Tradition und Geschichte dieser Franchise zu berücksichtigen. Wir möchten auch unsere Alumni, die Organisation, die Sponsoren, der National Football League und die örtliche Gemeinde auf und neben dem Feld mit Stolz vertreten."

NFL-Boss Goodell unterstützt mögliche Namensänderung
NFL-Boss Roger Goodell schreibt dazu: "In den letzten Wochen haben wir laufende Gespräche mit Dan geführt und unterstützen diesen wichtigen Schritt."
Der Auslöser für das Umdenken der Washington Redskins dürfte der Druck der Sponsoren sein. Erst am gestrigen Donnerstag hatte das Unternehmen FedEx, welches die Namensrechte am Stadion hält, die Redskins dazu aufgefordert, den Namen zu ändern. FedEx erwarb die Namensrechte bereits im Jahre 1998 und zahlt dafür bis zum Jahre 2025 eine Summe von 205 Millionen US-Dollar. Frederick Smith, der CEO von FedEx, besitzt einen kleinen Anteil der Washington Redskins.
Auch der neue Head Coach Ron Rivera meldet sich zu Wort und unterstützt die Überlegungen über eine Namensänderung: "Dieses Thema ist für mich von persönlicher Bedeutung und ich freue mich darauf, eng mit Dan Snyder zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass wir die Mission fortsetzen, Indianer und unser Militär zu ehren und zu unterstützen."

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Sonntag, 5. Juli 2020, 21:06

So kamen die Washington Redskins zu ihrem umstrittenen Namen

Zitat

Fans, Medien und Sponsoren drängen die Washington Redskins zu einer Namensänderung. Nun debattiert das NFL-Team tatsächlich über diese Option. ran.de erklärt, wie der dreimalige Super-Bowl-Gewinner überhaupt zu dem umstrittenen Teamnamen kam.

Die Washington Redskins stehen aufgrund ihres Teamnamens seit Jahren in der Kritik. Aufgrund der "Black Lives Matter"-Bewegung in den USA nahm der Druck auf die Franchise nun zu.
Der Vorwurf: Der Begriff Redskins (engl. Rothäute) sei rassistisch gegenüber den amerikanischen Ureinwohnern.
87 Investorenfirmen und Anteilseigner, zu denen zum Beispiel FedEx, Pepsi und Nike zählen, forderten in einem Brief eine Änderung des Klubnamens. Das zeigt Wirkung: Am Freitag verkündete die Franchise, dass sie intern über eine Namensänderung diskutiert.
Doch wie kam die Football-Mannschaft überhaupt zu dem Teamnamen, der die Gemüter in den Vereinigten Staaten so erhitzt?

Gegründet als Boston Braves
Die Franchise wurde im Jahre 1932 zunächst unter dem Namen Boston Braves gegründet. Sie übernahmen den Platz in der NFL von den Cleveland Indians (keine Parallele zur heutigen MLB-Mannschaft).
Das Problem war nur: In Boston existierte bereits eine gleichnamige Baseballmannschaft.
Um Verwechslungen zu vermeiden, entschied sich der damalige Besitzer George Preston Marshall für eine Namensänderung. Diese war offenbar sogar notwendig, weil das Team ab 1933 nicht mehr im sogenannten Braves Park spielen sollte, sondern im Fenway Park.
Warum die Wahl ausgerechnet auf den Name Redskins fiel, ist nicht einwandfrei geklärt. Vielmehr gibt es verschiedene Theorien dazu.

Ein vermeintlicher Indianer als Cheftrainer
Sicher ist, dass im Jahre 1933 William Henry "Lone Star" Dietz, ein vermeintlicher amerikanischer Ureinwohner, das Traineramt bei dieser Franchise übernahm. Der Coach versammelte in der Mannschaft mehrere Spieler mit indianischer Herkunft.
Das war zur damaligen Zeit nicht ungewöhnlich: Indianer hatten einen großen Einfluss auf den American Football des frühen 20. Jahrhunderts.
In den Jahren 1922 und 1923 gab es bereits die Oorang Indians in der NFL. Auch im College-Football waren die Ureinwohner erfolgreich, unter anderem im Dienste der Carlisle Indian Industrial School oder der Haskell Indian Nations University.

Indianer standen für Pass- und Trickspielzüge
Zu einer Zeit, als American Football hauptsächlich aus Laufspiel bestand, glänzte der "indianische Football" mit vielen Pass- und sogar Trickspielzügen.
Dietz hatte vor seiner Ankunft bei den Braves die Haskell Indian Nations Fighting Indians trainiert. Kurz nachdem er das NFL-Team übernahm, erfolgte die Umbenennung in Redskins.
Gerüchten zufolge wollte Marshall damit den Trainer ehren, der stets mit Indianer-Kopfschmuck an der Seitenlinie stand. Bestätigt ist das allerdings nicht.
Marshall soll jedenfalls von vielen Aspekten der amerikanischen Ureinwohner fasziniert gewesen sein und nutzte die Indianer als PR-Kampagne. Ein indisches Kopfsymbol wurde als Logo des Teams übernommen und auf der Vorderseite der Trikots platziert.
Die Football-Mannschaft nahm das Image der "Rothäute" an, zeigte sich auf Mannschaftsfotos fortan mit Kriegsbemalung, Federn und Kopfschmuck.
Ungeklärt bleibt allerdings, warum der Owner seinem Team ausgerechnet die abfällige Bezeichnung Redskins gab. Andere Begriffe wie Indians (Indianer), Warriors (Krieger) oder Chiefs (Häuptlinge) wären ebenfalls möglich gewesen.

Eine Verbindung zu den Boston Red Sox
Eine Theorie: Redskins klingt ähnlich wie Red Sox. Dies ist bis heute der Name der Baseball-Mannschaft aus Boston. Die beiden Teams teilten sich damals den Fenway Park als Spielstätte und wollten ihre Verbindung möglicherweise nach außen tragen.
Zudem war der Name Redskins im Sport noch relativ neu. Lediglich die nicht allzu erfolgreichen Football-Mannschaften der University of Utah und der Miami University of Ohio hatten bereits zuvor den Spitzname Redskins verwendet.
In den großen US-Sportligen hingegen gab es noch keine Redskins.

Inspiriert durch einen Kinofilm?
Ohnehin war der Begriff Redskins damals nicht so verpönt wie heute. Im Gegenteil: Im Jahre 1929 gab es sogar einen Kinofilm namens "Redskin" mit dem Filmstar Richard Dix in der Hauptrolle.
Der Film wurde wegen seiner Darstellung von der Notlage der amerikanischen Ureinwohner hoch gelobt. Dix ist danach sogar zum Ehrenmitglied des Kaw-Indianerstamms ernannt worden.
Gut möglich also, dass Marshall auch durch diesen Spielfilm zur Namensgebung motiviert wurde – zumal er viele Verbindungen zur Filmbranche hatte.

Damalige Trainer und Besitzer sind umstritten
Die Verantwortlichen der damaligen Redskins sind bis heute umstrittene Persönlichkeiten. Dem Trainer Dietz wurde später vorgeworfen, er sei gar kein Indianer gewesen und hätte sich lediglich als ein solcher ausgegeben.
Und Besitzer Marshall galt als ein Rassist, der keine dunkelhäutigen Spieler verpflichteten wollte und erst im Jahre 1962, als der US-Kongress mit Strafen drohte, seine Haltung änderte.
Auch dieser Hintergrund könnte in die derzeitige Debatte mit hineinspielen.

Seit 1937 die Washington Redskins
Die Redskins sind seit dem Jahre 1937 in Washington, der Hauptstadt der Vereinigen Staaten, beheimatet und tragen seitdem den Namen Washington Redskins.
Momentan scheint es aber so, als wäre der Name schon bald Vergangenheit.

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Montag, 6. Juli 2020, 22:14

NFL denkt über Erweiterung der Practice Squads nach

Die NFL plant offenbar die Zahl der Mitglieder zu erhöhen, auch Spieler mit größer Erfahrung sollen im Practice Squad sein dürfen. Der Hintergrund ist, dass die Teams schnell auf COVID-19-Ausbrüche reagieren können sollen.

Zitat

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hat in diesem Jahr weltweit so ziemlich alles auf den Kopf gestellt, nun könnten sogar die Practice Squads der NFL wegen COVID-19 verändert werden.
Durch den neuen CBA dürfen bereits jetzt zwölf statt zehn Spieler dem Practice Squad eines NFL-Teams angehören, die Zahl dürfte angesichts der Pandemie noch weiter steigen, vielleicht sogar auf 16.
"Wir denken absolut darüber nach, die Kapazität der Practice Squads zu erhöhen, um den Teams während der Pandemie mehr Flexibilität in ihren Kader zu ermöglichen", schrieb CEO Mark Murphy von den Green Bay Packers auf der teameigenen Website.

Werden Practice Squads auch für Veteranen geöffnet?
Schließlich könnten Teams durch positive Coronatests dazu gezwungen sein, Spieler kurzfristig auszutauschen. Deshalb sollen Veteranen künftig in Practice Squads unterkommen können.
"Wir denken auch darüber nach, die Zulassungsregeln für die Practice Squads zu ändern, auch hierbei geht es darum, mehr Flexibilität zu gewährleisten. Speziell für Teams, die mehr Veteranen für ihr Practice Squad verpflichten wollen", führte Murphy weiter aus.
Die aktuelle Regelung besagt, dass Spieler nicht länger als zwei Jahre am Stück im Practice Squad verweilen dürfen. Außerdem sind Profis, die bei mehr als neun NFL-Spielen Teil des Kaders waren, ebenfalls nicht berechtigt, im Practice Squad zu sein.
Denkbar wäre es sogar, eine Gruppe von Spieler ohne Teams in einer Art NFL-Trainingslager fit zu halten, damit im Falle eines größeren Ausbruchs bei einer Mannschaft das Rosters schnell aufgefüllt werden kann.
Unter Umständen könnten davon auch deutsche Spieler profitieren, die über das International Pathway Programm den Weg in die NFL gefunden haben. Oder aber ein Spieler wie Kasim Edebali, der derzeit Free Agent ist, aber eigentlich schon zu viele Saisons gespielt hat, um in ein Practice Squad aufgenommen zu werden.

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Dienstag, 7. Juli 2020, 20:36

Quarterback bindet sich für zwölf Jahre
503 Millionen US-Dollar! Mega-Vertrag für Mahomes

Zitat

Patrick Mahomes ist ohne Zweifel einer der Superstars der NFL - allerdings hat er noch einen Rookie-Vertrag. Seine Zukunft war daher ungeklärt, da sein Kontrakt nur bis 2021 läuft. Nun aber scheint Bewegung in die Verhandlungen gekommen zu sein - und er kann sich auf 503 Millionen US-Dollar freuen.

Mahomes hat die Chiefs in der vergangenen Saison zur Meisterschaft geführt - und sich selbst endgültig zum Superstar gemacht. Neben dem Super Bowl gewann er auch den Super-Bowl-MVP-Award. Nie zuvor war es einem unter 25-Jährigen gelungen, sowohl als Super-Bowl-MVP (2019/20) als auch als League MVP (2018/19) ausgezeichnet zu werden. Der auf dem Feld so unberechenbare Mahomes - der Quarterback verfügt über einen feinen Wurfarm, versteht sich aber auch exzellent aufs Laufspiel - gilt als großer Hoffnungsträger in Kansas City. Und dort hatte man schon früh signalisiert, dass man gerne verlängern wurde.
Wie ESPN-Reporter Adam Schefter nun berichtet, gab es eine Einigung. Demnach hat sich Mahomes auf einen Zehnjahresvertrag geeinigt, der an seinen aktuellen Rookie-Kontrakt anschließt. Damit wäre er bis einschließlich 2031 an die Chiefs gebunden. Letztmals hatte sich 2002 ein Spieler für zwölf Jahre an ein Team gebunden - Donovan McNabb (Philadelphia Eagles). Ohnehin ist es in der NFL äußert unüblich, derart lange Verträge einzugehen. Mit Brett Favre (2001), Drew Bledsoe (2001), Daunte Culpepper (2003) und Michael Vick (2004) finden sich in der jüngeren Vergangenheit gerade mal vier Spieler, die sich über zehn Jahre an ihre Klubs gebunden hatten.

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Sonntag, 19. Juli 2020, 18:10

Bis zum 1. August: NFL-Spieler sollen über Saisonteilnahme entscheiden

Zitat

Nach dem Vorbild der NBA und MLB hat die NFL nun einen Vorschlag unterbreitet, der den Spieler ermöglichen soll, individuell über eine Teilnahme an der kommende Spielzeit entscheiden zu können.

Die Verhandlungen zwischen der NFL und der Spielergewerkschaft NFLPA zur kommenden NFL-Saison nehmen wohl langsam Formen an. Wie NFL-Insider Tom Pelissero berichtet, möchte die NFL ihren Spielern die Möglichkeit geben, über ihre Teilnahme an der kommenden Spielzeit selbst zu entscheiden
Bis zum 1. August sollen sich die Spieler schriftlich an die NFL wenden können, um gegebenenfalls ihre Teilnahme für die kommende Saison abzusagen. Dieser Vorschlag richtet sich besonders an Spieler mit Vorerkrankungen oder gefährdeten Familienmitgliedern, sowie an Spieler, die generell gesundheitliche Bedenken haben.

Wie viele Spieler wollen aussetzen?
Der unterbreitete Vorschlag nennt somit zum ersten Mal ein konkretes Datum, welches zumindest einen gewissen Anhaltspunkt über den geplanten Ablauf der Saison liefert. Gleichzeitig wird den Franchises so die Möglichkeit gegeben, auftretende Lücken im Roster noch vor Saisonbeginn zu füllen.
Noch ist unklar, wie viele Spieler genau über einen Verzicht nachdenken, in den vergangenen Wochen deuteten jedoch einige Spieler an über ein Aussetzen der Saison nachzudenken.
Die NFL folgt mit dieser Idee dem Vorbild der MLB und NBA, in beiden Ligen ist den Athleten die Teilnahme an der Saison freigestellt. Am Montag, dem 20. Juli, sollen sich die ersten Rookies für erste Corona-Tests in den Facilities einfinden, spätestens eine Woche danach sollen die restlichen Spieler zu ihnen stoßen.

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Sonntag, 19. Juli 2020, 22:03

Nach Hymnenprotest in die NFL
Tommie Smith: Vom Staatsfeind Nummer 1 in die NFL

Zitat

Für Colin Kaepernick bedeutete ein Hymnenprotest den Anfang vom Ende in der NFL. Dass es auch anders geht, bewiesen die Cincinnati Bengals vor über 50 Jahren bei Tommie Smith. Nachdem der Protagonist der wohl berühmtesten Protestaktion der Sportgeschichte Morddrohungen erhielt und alles verloren hatte, fand er eine Heimat in der NFL.

Ein schwarzer Handschuh. Mehr nicht.
Mehr hat es für Tommie Smith nicht gebraucht, um vor der ganzen Welt gegen Diskriminierung zu protestieren. Um im Moment seines größten Triumphs die lautestmögliche Botschaft zu senden. Und um in den USA über Nacht zur meistgehassten Person zu werden, alles zu verlieren und erst in der NFL wieder eine sportliche Heimat zu finden.
Kurz nachdem der US-Amerikaner bei den Olympischen Spielen 1968 in 19,83 Sekunden über 200 Meter zum Sieg gesprintet war, reckte er bei der Medaillenzeremonie während der US-Hymne mit gesenktem Kopf seine Faust in eben jenem schwarzen Handschuh gen Nachthimmel von Mexiko City, um still gegen Diskriminierung und Rassismus in den USA zu protestieren.

Olympia-Ausschluss nach Hymnenprotest
Was folgte, war die komplette Demontage eines Spitzensportlers. Der damalige IOC-Präsident Avery Brundage, selbst US-Amerikaner, bezeichnete den inzwischen wohl berühmtesten Hymnenprotest der Sportgeschichte von Smith und Bronzemedaillen-Gewinner John Carlos rassistisch als "üble Demonstration gegen die amerikanische Flagge durch Neger".
Er ordnete an, dass Smith und Carlos unverzüglich aus dem US-Olympiateam geschmissen werden und das olympische Dorf verlassen mussten, andernfalls drohte dem kompletten US-Leichtathletikteam der Olympia-Ausschluss. Der US-Verband gehorchte. Vom IOC wurde Smith zudem auf Lebenszeit für Leichtathletik-Wettbewerbe gesperrt. Smith, Carlos und ihre Familien erhielten Morddrohungen.
"Ich bin nicht zurückgetreten. Ich wurde aus dem Team geschmissen", erinnerte sich Smith Jahre später in einem Interview mit dem "Enquirer": "Als er [Avery Bradley, Anm. d. Red.] mir das genommen hatte, hat er mir diesen Teil meines Lebens entrissen." Mit 24 Jahren stand Smith, der elf Weltrekorde über 200 und 400 Meter aufgestellt hatte, vor dem unfreiwilligen Ende seiner sportlichen Karriere und dem finanziellen Ruin.
Doch dann kamen die Cincinnati Bengals.

Ein Olympiasieger im Taxi Squad
Dabei hatte Smith seit seiner High-School-Zeit kein Football mehr gespielt. Zwar wurde er im NFL Draft 1967 als Wide Receiver tatsächlich in der neunten Runde von den Los Angeles Rams gewählt. Doch er konzentrierte sich auf seine Karriere als Leichtathlet und unterschrieb letztlich nie einen Vertrag bei den Rams.
Nach Smiths Leichtathletik-Aus aber erinnerte sich 1969 Bill Walsh, damaliger Wide-Receiver-Coach der Bengals, an ihn und sein irrwitziges Tempo. "Die Bengals haben mich vom Boden aufgelesen und mir klar gemacht, dass ich mich nicht selbst bemitleiden soll, weil ich pleite bin", so Smith. Walsh half ihm auf die Beine: "Ich weiß, dass er hart gekämpft hat, um mich dort zu behalten, obwohl ich dem Team eigentlich keine große Hilfe war."
So ging es für den damaligen Weltrekordhalter über 200 Meter ins Taxi Squad der Bengals, dem Vorläufer des heutigen Practice Squads. Wochenverdienst: 300 Dollar.

Erst der Catch, dann das NFL-Aus
Fast drei Jahre lang war Smith bei den Bengals in der NFL. In zwei Spielen kam er zum Einsatz. Gegen die Oakland Raiders gelang ihm 1969 sein einziger NFL-Catch - für immerhin 41 Yards Raumgewinn. Als der damalige Raiders-Cornerback George Atkinson Smiths Schulter mit einem Hit auskugelte, war allerdings auch dessen zweite Karriere im Sport beendet. Der Olympia-Sieger absolvierte danach nie wieder ein NFL-Spiel.
Dennoch war die NFL-Zeit für Smith heilsam. Wohl auch, weil sein Hymnenprotest nie zum Streitpunkt wurde. "Ich kann mich nicht erinnern, dass er oder wir jemals deswegen angegriffen wurden", erinnerte sich der heutige Bengals-Owner Mike Brown, der damals noch Assistant General Manager war, im Gespräch mit dem Kolumnisten Paul Daugherty: "Es sind keine bösen Briefe gekommen. Das wurde alles respektvoll behandelt."

Lob für Colin Kaepernick
Knapp 50 Jahre später erging das Colin Kaepernick anders. Dessen kniender Hymnenprotest 2016 bedeutete für ihn den Anfang vom Ende seiner NFL-Karriere und Anfeindungen selbst von US-Präsident Donald Trump.
Konsequenzen, die den inzwischen 76-jährigen Smith an seine eigene Vergangenheit erinnern. "Er hat im Grunde genommen das Gleiche gemacht wie ich. Er ist aufs Knie gegangen, um ein Bewusstsein zu schaffen. Er hat seine Zukunft und seine Existenz für die Generationen nach ihm aufs Spiel gesetzt. Das ist eine Prüfung. Aber man muss für die richtige Sache einstehen. Wer das nicht tut, ist Teil des Problems."
Smith hat es getan und einen teuren Preis dafür gezahlt. Es dauerte Jahrzehnte, bis er statt Hass Anerkennung erntete. Inzwischen ist Smith auch in den USA eine Ikone, wurde mit Würdigungen wie dem Arthur Ashe Award for Courage und als Botschafter von Amnesty International ausgezeichnet.
Was er dafür brauchte? Einen schwarzen Handschuh. Mehr nicht.

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Montag, 20. Juli 2020, 20:40

NFL-Profis kritisieren Liga für Umgang mit Coronavirus-Empfehlungen

Zahlreiche NFL-Profis fürchten einen falschen Umgang mit dem Coronavirus und haben die Liga unmittelbar vor dem geplanten Start der Trainingslager kritisiert.

Zitat

"Wir brauchen Football! Wir brauchen Sport! Wir brauchen Hoffnung! Der Unwille der NFL, den Empfehlungen ihrer eigenen medizinischen Experten zu folgen, wird das verhindern. Wenn die NFL nicht dazu beiträgt, uns Spieler gesund zu halten, gibt es 2020 keinen Football. So einfach ist das", schrieb New-Orleans-Saints-Quarterback Drew Brees am Sonntag.
Auch Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs, Russell Wilson von den Seattle Seahawks und weitere Topstars äußerten sich besorgt.
Hintergrund des Streits ist, dass einige Profis der Chiefs und der Houston Texans bereits am Montag bei ihren Mannschaften antreten müssen, es aber noch keine Einigung darüber gibt, wie und wie oft auf das Coronavirus getestet wird und welche Konsequenzen ein positives Ergebnis hat. Im Laufe der Woche ist bei allen Mannschaften der Trainingsstart geplant.
Die Spielergewerkschaft NFLPA wehrt sich aus Sorge um die Gesundheit der Spieler und das erhöhte Übertragungsrisiko zudem gegen die von der NFL gewünschten Testspiele in der Saisonvorbereitung. Nach Angaben der Spielergewerkschaft vom Freitag haben sich in den vergangenen Wochen 65 NFL-Profis mit dem Virus infiziert.

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Mittwoch, 22. Juli 2020, 20:56

Keine gewöhnliche Saisonvorbereitung
NFL verzichtet 2020 auf Preseason-Spiele

Zitat

Die NFL-Profis haben sich Medienberichten zufolge mit der Liga auf das Vorgehen in der Saisonvorbereitung geeinigt.
Die Spielergewerkschaft NFLPA habe der Nachrichtenagentur AP zufolge dem Verzicht auf alle Testspiele zugestimmt.
Zudem sollen in den vorläufigen Kadern der Teams nur 80 statt wie gewöhnlich 90 Profis stehen dürfen. Zumindest in den ersten 14 Tagen der Trainingscamps sollen alle Spieler täglich auf das Coronavirus getestet werden.
Die Liga hatte sich zuletzt den Wünschen der Spielergewerkschaft angenähert, nachdem es zuvor Spannungen über die Corona-Maßnahmen vor dem Start der neuen Saison gegeben hatte.
Die NFL will ihre Spielzeit am 10. September mit dem Spiel des Titelverteidigers Kansas City Chiefs gegen die Houston Texans eröffnen. In den USA sind die Infektionszahlen weiter hoch. Daher sind die Zweifel an einem regulären Start der NFL noch immer groß.

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Sonntag, 26. Juli 2020, 18:45

Als erster NFL-Spieler
Wegen Corona: Chiefs-Profi verzichtet auf neue Saison

Zitat

Im Februar gewann Laurent Duvernay-Tardif mit den Kansas City Chiefs den Super Bowl. Zur neuen NFL-Saison will er aufgrund der Corona-Pandemie aber nicht antreten. Die Hintergründe sind speziell.

Der 29 Jahre alte Offensive Guard kündigte am Freitag (Ortszeit) an, zur neuen NFL-Saison nicht anzutreten. Auf eine entsprechende Option für die Spieler hatten sich Liga und Spielergewerkschaft zuvor verständigt. Duvernay-Tardif ist nun der erste Profi, der von dieser Möglichkeit Gebrauch macht. Er verzichtet damit auf mehrere Millionen Dollar seines regulären Gehalts und erhält dafür eine Entschädigung von 150.000 Dollar.
Duvernay-Tardif ist in der NFL ein besonderer Profi, was eng mit seiner nun getroffenen Entscheidung zusammenhängt. Der Lineman, einer der wenigen Kanadier in der Liga, hat parallel zu seiner Karriere sein Medizinstudium vorangetrieben und es 2018 als erster Spieler der Liga-Geschichte noch während der aktiven Laufbahn abgeschlossen. In den vergangenen Monaten hatte Duvernay-Tardif in seiner Heimat Quebec in einem Krankenhaus gearbeitet und sich um Corona-Patienten gekümmert.
"Während der Pause an vorderster Front zu sein, hat mir eine andere Perspektive auf die Pandemie gegeben und den Stress, den sie für die einzelnen Menschen und unser Gesundheitssystem bedeutet", schrieb der knapp 150 Kilogramm schwere Profi am Freitag via Twitter. Die Entscheidung, die Saison nicht zu spielen, sei eine der schwersten seines Lebens gewesen, er müsse aber seinen Überzeugungen folgen. Er könne sich nicht erlauben, das Virus zu übertragen.
Nach jetzigem Stand soll die NFL-Saison im September wie geplant starten. Die Preseason, die im August stattgefunden hätte, wurde hingegen komplett abgesagt.

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Sonntag, 26. Juli 2020, 21:14

NFL und NFLPA legen fest: Bei Saisonabbruch kein Gehalt
Die Nachverhandlungen zwischen Spielergewerkschaft und Liga ergeben eine Einigung hinsichtlich des Sicherheitskonzepts. Auch für die Zukunft werden Weichen gestellt.

Zitat

Erneute Verhandlungen zwischen der NFL und Spielergewerkschaft NFLPA haben zu Einigungen hinsichtlich des Trainingsumfangs und Salary Cap geführt.
Wie das "NFL Network" berichtet, einigten sich Spielervertreter und Klubs darauf, sollte es zu einem vorzeitigen Ende der Saison kommen, gäbe es keine weiteren Gehalts- und Bonuszahlungen an die Spieler.
Desweiteren kamen die Besitzer und Gewerkschaft zur Übereinkunft, in den ersten 20 Tagen des Training Camps ohne direkten Kontakt zu trainieren, erst im Anschluss sind 14 Trainingseinheiten in Ausrüstung bis zum Saisonstart in der Nacht auf den 11. September (live auf ProSieben MAXX und ran.de) erlaubt.
Bis zu jenem Zeitpunkt am 16. August können die Teams weiterhin eine Kadergröße von 90 Mann besitzen, müssen erst dann auf 80 verkleinern.
Per sources, camp timeline in the NFL's proposal ...

Day 1: Testing/virtual meetings.
Days 2-3: Virtual meetings.
Day 4: Testing/virtual meetings.
Days 5-6: Physicals.
Days 7-15: Strength and conditioning (with a day off.)
Day 16: Practice starts.
Day 21: First padded practice.
Zahlreiche Spieler hatten unter dem Hashtag #wewanttoplay ein vernünftiges Konzept von der NFL gefordert, das ihnen Sicherheit bezüglich Gesundheit gewährt.

Salary Cap bleibt bei 198,2 Millionen Dollar
Zudem heißt es weiter: Trotz der durch die Corona-Epidemie gesunkenen Einnahmen bleibt der Salary Cap für die anstehende Spielzeit bei knapp 200 Millionen Dollar. Die geringeren Verdienste der Klubs sollen auf die kommenden vier Saisons verteilt werden.
Die Besitzer hatten ursprünglich eine Reduzierung des Salary Caps für die laufende Saison vorgeschlagen.
Für die Spielzeit 2021 soll die Untergrenze aller Spielergehälter aber nicht unter 175 Millionen Dollar fallen. Dies war insbesondere für die Spieler ein entscheidender Punkt in den Verhandlungen. Die Gehaltsobergrenze steht allerdings noch nicht fest.
In der Saison 2021 erwartet die NFL steigende TV-Einnahmen, da die Saison um einen Spieltag auf 17 Partien pro Team verlängert wird.

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Montag, 3. August 2020, 18:13

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Gestern, 20:56

Dominik Eberle von den Las Vegas Raiders entlassen

Für die deutschen Football-Profis Moritz Böhringer und Dominik Eberle ist der Traum von der NFL vorerst geplatzt.

Zitat

Tight End Böhringer war am Montagabend von den Cincinnati Bengals entlassen worden, nur Stunden später wurde Kicker Eberle aus dem Kader der Las Vegas Raiders gestrichen. Beide Spieler dürfen nun mit allen anderen NFL-Franchises verhandeln. Dass ein anderer Klub ihnen eine Chance gibt, scheint aber gerade bei Böhringer wenig wahrscheinlich.

Chancen auf Neuverpflichtung eher mau
Böhringer, der beim Draft Ende April 2016 als erster Europäer ohne College-Erfahrung an 180. Stelle ausgewählt worden war, war bereits in den Vorjahren bei seinen Teams immer den obligatorischen Kaderkürzungen vor dem Saisonstart zum Opfer gefallen und wartet weiter auf seinen ersten Einsatz in einem regulären Saisonspiel.
Dank des "International Pathway Programs" hatte der 26-Jährige bis zuletzt zumindest einen Platz im Practice Squad sicher. Dieser fällt nun auch weg.
Eberle unterzeichnete erst im April in Las Vegas einen Vertrag, nachdem er zuvor an der Utah-State-University acht Rekorde geknackt hatte. Im Training konnte sich der gebürtige Nürnberger aber nicht gegen seinen Kontrahenten Daniel Carlson durchsetzen.

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