Beiträge von Ilona

    23.03.15 - Rückreise und Fazit

    Von Los Angeles nach Frankfurt

    Da war er mal wieder - der Rückreisetag ;( .

    Wir trödelten morgens vor uns hin und hätten fast das Frühstück verpasst. Wer geht auch davon aus, dass es im Ayres Hotel nur bis 9 Uhr Frühstück gibt.

    Toast war noch reichlich da und wegen mir, mussten die auch keine Omeletts mehr zubereiten. Auch in diesem Jahr entwickelte sich zum Ende der Reise wieder diese Eier-Aversion .

    Da wir das Auto etwas früher angemietet hatten, mussten wir bis spätestens 11:30 Uhr bei Hertz sein. Zuvor stand ich noch in der nächstgelegenen Poststelle in der Schlange, damit die drei Postkarten, die ich der mexikanischen Post nicht anvertraut hatte, endlich frankiert und verschickt wurden.

    Pünktlich trafen wir bei Hertz ein und waren kurz darauf am Airport. Bei der Sicherheitskontrolle durfte ich mich wieder einmal einem Sprengstofftest unterziehen. Das dauerte, weil genau bei meinem Testblättchen das Gerät einen Selbstcheck durchführte (:ratlos:). Ich bekam schon einen Schreck , doch alles war gut und ich durfte passieren.

    Das neu gestaltete Abflugterminal ist schon edel

    und gemütliche Ruhesessel laden zum Chillen ein (wobei ich das vor Aufregung nicht kann und mein Blick deshalb immer zur Tafel wanderte).

    Der Flieger hob planmäßig ab

    und der lange Flug war absolut turbulenzfrei.

    Das Fazit für die Baja California füge ich gleich an:

    Autofahren: Das fand Heiko im Gegensatz zu 2013 weniger aufregend. Im Stadtverkehr ist immer die volle Konzentration gefordert, doch außerhalb auf der Mex 1 ist recht wenig los. Tiefe Schlaglöcher sind normal. Die Hauptstraßen sind asphaltiert, die Nebenstraßen überwiegend Dirtroads.

    Baden/Beaches: Die Pazifikseite eignet sich wegen starker Brandung und Unterströmungen nur zum Surfen und nicht zum Baden. Dagegen ist das Meer an der Ostküste ruhig. Die schönsten Strände findet man aber nur im Süden. Dieses Mal haben wir die langen Strandspaziergänge vermisst, da wir selten an einem schönen Strand vorbeigekommen sind.

    Einkaufen: In den großen Orten finden sich Supermärkte wie Walmart, Calimax oder Ley.

    Essen: Das Essen war überwiegend gut und verträglich. Continental Breakfast gibt es im Norden so gut wie nicht. Hier wird deftig gefrühstückt.

    Geld: Auch diesmal hatte ich wieder in Deutschland über die Reisebank Mexik. Pesos besorgt. Ich wollte keine Bankautomaten suchen müssen und auch die Kreditkarte nicht aus den Händen geben. Den Hotels ist Bargeld sowieso lieber. In den Touristenzentren konnte man wahlweise auch mit US $ bezahlen, aber das wäre dieses Jahr vom Umrechnungskurs her teurer geworden.

    Hotels: Luxushotels finden sich nur ganz im Süden der Halbinsel. Beim Rest muss man Abstriche machen.

    Hier unsere Rangliste:

    1. Hotel Jardines Baja, San Quintin - 2 Übernachtungen
    2. Hotel Mision Inn, Catavina - 1 Übernachtung
    3. Hotel Terra Sol, Guerrero Negro - 3 Übernachtungen
    4. Estero Beach Hotel, Ensenada - 1 Übernachtung
    5. Hotel Las Casitas, Sta Rosalia - 1 Übernachtung
    6. Hotel Meson del Vino, VdG - 1 Übernachtung
    7. Kuyima Camp, Laguna San Ignactio - 1 Übernachtung
    8. Casa Granada B & B, Mulege - 1 Übernachtung

    Reisezeit: Hier eignen sich die Wintermonate von November - März, da dann die Temperaturen angenehm sind. Zum Whale Watching sind der Februar und der März geeignet. Da wachsen die Walkälber zusehends und bereiten sich auf ihre erste Reise in Richtung Alaska vor.

    Tanken: Die Preise sind staatlich festgesetzt. Der Liter "Regular" kostete ca 90 Cent. Das Tanken übernimmt der Tankwart. Bezahlt wird direkt beim Tankwart in bar. Einige größere Tankstellen haben mittlerweile auch ein Kartenlesegerät.

    Whale Watching: Nun haben wir alle drei Lagunen besucht. Hier die Unterschiede und die Rangliste:

    1. Laguna Ojo de Liebre bei Guerrero Negro

    - Die längste Anfahrt über Asphalt, aber die kürzeste Dirtroadstrecke
    - Spontane Waltouren ganztags möglich, da nicht von der Tide abhängig. Die Touren können direkt am Schalter auf der Restaurantterrasse gebucht werden
    - Die Anzahl der Touristen war überschaubar
    - Hier kamen die Grauwale ans Boot und ließen sich berühren
    - Geschützte Lagune

    2. Kuyima-Camp, Laguna San Ignacio

    - Die längste Anfahrt über Asphalt und 10 km Dirtroad, deshalb
    - nur mit Übernachtung vor Ort im Zelt oder ab 3 Tagen in einer Hütte
    - Sehr viele Touristen
    - Die Grauwale waren hier etwas von den Booten genervt
    - Touren nur gegen Voranmeldung, unabhängig von der Tide
    - Geschützte Lagune

    3. San Magdalena Bay

    - Lange Anfahrt über Asphalt, aber nur eine kurze Strecke Dirtroad durchs Dorf
    - Touren nur vormittags (abhängig von der Tide) und gegen Voranmeldung
    - Eher bescheidenes Walglück, da es sich um eine ungeschützte Lagune mit viel Schiffsverkehr handelt.

    Für alle Waltouren gilt, dass man mit einem kleinen Boot (Panga) ca. 15 Minuten in die Lagune gebracht wird, dort 1,5 Stunden bleibt und 15 Minuten zurückfährt. Es ist mehr als beeindruckend und ein einmaliges Erlebnis, wenn die freundlichen und neugierigen Grauwale ans Boot kommen. Das ist einzigartig auf der Welt und nur in diesen drei Lagunen möglich.

    Resümee:

    Nach unserer Schnupperreise 2013 in den Süden der Baja California und dem damaligen Pech mit dem Whale Watching, war die Halbinsel nicht ad acta gelegt. Nein, wir mussten einfach dem Ruf der Wale folgen und bei dieser Gelegenheit die restliche Baja vom Norden her erkunden.

    Tijuana bereitete - ehrlich gesagt - nicht nur Heiko Kopfzerbrechen. Letztes Jahr standen wir in Utah einer Gruppe Jugendlicher mit Uzi direkt gegenüber und das ist ein komisches Gefühl. Aber wie heißt es so schön: No risk - no fun . Die Hauptstraße haben wir nicht verlassen und sind schnell von Europcar zur Küstenstraße gefahren. Ansonsten war uns wichtig, dass wir ein mexikanisches Kennzeichen haben und somit nicht gleich als Gringos eingestuft werden. Die Hotels hatten alle bewachte Parkplätze. Doch die einzig brenzlige Situation war in der Gegend von San Quintin während der Aufstände der Farmarbeiter. Hier hätten wir nicht zwischen die Fronten geraten mögen.

    Die Leute der Baja California sind sehr arm, aber so was von lich und hilfsbereit.

    Tourismus findet sich ganzjährig im Süden und ganz im Norden, aber in der Mitte nur während der Whale Watching Saison. Landschaftlich darf man in dieser kargen Wüstenlandschaft, abgesehen von den Catavina Boulderfields, keine Highlights erwarten und dennoch finden sich auf dieser Halbinsel Superlativen wie die weltgrößte Saline, die weltgrößten Tomaten- und Erdbeerplantagen, das weltgrößte Filmset für Wasseraufnahmen sowie weltweit die einzige Möglichkeit, Grauwale zu streicheln.

    Irgendwie hat uns die Baja California fasziniert und wir erinnern uns gerne bei einem Tequila Sunrise, einer Corona, selbstgemachter Salsa ... an diese erlebnisreiche Reise zurück .

    Missen möchten wir diese Reise keinesfalls!

    Wäre die Anreise zu den Wal-Lagunen einfacher, dann würde mit Sicherheit alle paar Jahre ein Abstecher eingeplant ;).

    Doch nun ist dieses Kapitel erst einmal abgehakt und nach dem nächsten Transatlantikflug kommen wieder die Wanderschuhe in Utah zum Einsatz .

    (:danke:)allen Lesern, dass ihr unser Abenteuer begleitet habt 

    Ich bin auch nachgereist und froh wieder virtuell mit Euch in den USA angekommen zu sein.
    Die Tour hat zwar sicher seine Reize aber ... nicht zuletzt wenn man in der Apotheke womöglich Viagra statt dem gewünschten Magenmittel erhält -Kopfkino (:fluecht:)


    Hi Tom,

    das Kopfkino braucht man dazu nicht einzuschalten, denn wegen den blauen Tabletten fahren viele Amis über die Grenze . Aber sie bleiben danach gleich dort und testen die Wirkung (:Pfeif:).

    Das war mir denn doch zu heiß, denn schließlich war mein Mann schon durch Montezuma's Rache gebeutelt .

    Euer Grenzübertritt hört sich eigentlich ganz easy an.
    Ich fand diesen 1990 in Tijuana um einiges schlimmer als jeden Grenzübergang in die DDR. :rolleyes:
    Sowas habe ich in meinem Leben nie wieder erlebt - und es hat ganz schön gedauert, bis die sich vorwärts schiebeneden Massen kontrolliert waren.


    Der schnelle Grenzübertritt hat uns auch erstaunt, denn mit dem Auto steht man Stunden und achtreihig in der Schlange. Da hatten wir Fußgänger es wirklich einfach.

    Wir sind auf dem Rückweg in Otay Mesa über die Grenze. Vielleicht dauert's in Tijuana länger (:ratlos:).

    Ist mir letztes Jahr gar nicht aufgefallen. :S:


    Dann warst du bestimmt in einer anderen Bucht ;) .

    Ist ja cool. Danke für den Tipp!


    Gerne!

    Die Geschichte ist, dass der Mann der den Turm seinerzeit baute (bzw. bauen liess) gerne Piratenkostüme trug und für die Kinder der Umgebung Münzen am Fuss des Turms versteckte. Da in und um den Turm (natürlich, gar keine Frage) auch spukt, sollen Kinder da aber nicht hingehen.
    Es ist eine unfehlbare Methode, um Kinder von irgendwas fernzuhalten, wenn man ihnen erzählt dass es dort Geld und Gespenster gibt. What can go wrong??? :thumbup:


    Immer wieder schön, die Sagen und Mythen ... Jedenfalls ist der Rapunzelturm sehenswert.

    Für Liebhaber verrückter Kunstwerke ist dies ein Muss:

    Die Watts Towers von Sam Rodia.

    Die Watts Towers befinden sich mitten in einem Wohngebiet mit einem hohem Anteil an afroamerikanischen Einwohnern.

    Die eingezäunten Watts Towers kann man nur mit einem Guide betreten. Dazu muss man zuerst ins Visitor Center und einen Obolus von 7 $ pro Person (Stand 2015) entrichten.

    Sam Rodia verarbeitete alle Scherben zu Kunst

    Hier die sogenannte Hochzeitstorte:

    Alles ist filigran miteinander verbunden

    und Sam Rodia benutzte kein Gerüst, um nach oben zu gelangen.

    Die Türmchen hielten einer Stabilitätsprüfung vor Jahren noch immer Stand.

    Hier ein Boot:

    Da hat der Sam Jahre daran gearbeitet und dann zerstörten Anwohner einen Teil davon. Er war so frustriert, was man ihm nicht verdenken kann, dass er Los Angeles verlies und nie mehr zurückkehrte.

    Bitte beachtet, dass Touren nur freitags, samstags und sonntags angeboten werden. Die Öffnungszeiten findet man hier. Eine Führung lohnt sich auf jeden Fall, denn von außen ist vieles durch eine Mauer verdeckt.

    Wer entlang der Küstenstraße von Los Angeles nach San Diego oder umgekehrt fährt, sollte einen kurzen Abstecher zum Laguna Beach machen.

    Dort befindet sich der Victoria Beach Pirate Tower, von mir auch als Rapunzelturm ;) bezeichnet.

    Wir stellten das Auto am Randstreifen (keine Parkgebühren) entlang der Küstenstraße

    etwas schräg gegenüber der

    Road ab und gingen die Straße des noblen Wohngebiets bis zur Treppe hinunter.

    In dem Wohngebiet gibt es keine Parkplätze, aber so ein kurzer Spaziergang tut ganz gut.

    Danach noch die Treppe

    bis zum öffentlichen Strand runter. Schicke Villen gibt es dort.

    Von der kleinen Bucht aus geht man einfach nach rechts um die Klippe

    und direkt hinter der Holzkonstruktion

    verbirgt sich der Pirate Tower.

    Bei Ebbe kann man zum Türmchen hochklettern, doch Vorsicht bei hohen Wellen und starker Brandung.

    Der Turm gehört zum Anwesen von Bette Midler oberhalb und ermöglicht damit einen Strandzugang.

    22.03.15 - Bauwerke

    Von Oceanside nach Los Angeles

    (Die Karte wurde mit Topo USA von http://www.delorme.com erstellt)

    Unser letzter Tag war angebrochen und den galt es nach dem Frühstück im Großraum Los Angeles auszufüllen.

    Unser erstes Ziel war der Victoria Beach Pirate Tower in Laguna Beach.

    Das Auto stellten wir an der Küstenstraße

    etwas schräg gegenüber der

    Road ab und gingen die Straße des noblen Wohngebiets bis zur Treppe hinunter.

    In dem Wohngebiet gibt es keine Parkplätze, aber so ein kurzer Spaziergang tat nach der Fahrt ganz gut.

    Danach noch die Treppe

    bis zum öffentlichen Strand runter.

    Wunderschöne Villen gibt es dort. Ich möchte jedoch keine davon haben, denn wenn eine Riesenwelle kommt, dann spült sie mehr ab, als nur das Geschirr .

    Leider war es an diesem Morgen bewölkt, aber wir konnten nicht auf strahlenden Sonnenschein warten, denn mittags hatten wir schon was anderes vor.

    Von der kleinen Bucht aus geht man einfach nach rechts um die Klippe

    und direkt hinter der Holzkonstruktion

    verbirgt sich der Rapunzelturm Pirate Tower .

    Das Meer hatte an dem Morgen eine starke Brandung und zum Türmchen muss man etwas hochklettern. Ich verzichtete darauf, aber Heiko gesellte sich zu ein paar anderen Hobbyfotografen.

    Tja, wie schon erwähnt - die Brandung war stark

    und ich rief ihm noch zu "warte, noch nicht springen", aber er rutschte auf dem glitschigen Fels ab und die Welle traf ihn mit voller Wucht. Mein Mann war nass bis in den Schritt

    und hatte noch immer nicht genug :D .

    Ich nahm die Kamera sicherheitshalber zu mir und pfiff ihn von der Splash Zone weg. Heiko quietschte dann in nassen Sneakers bis zum Auto neben mir her. Dort zog er sich erst einmal trockene Sachen an.

    Wir fuhren die Küstenstraße gemütlich (das lag an den vielen Ampeln ;) ) zum nächsten Bauwerk weiter - der Wayfarers Chapel in Rancho Palos Verdes.

    Das romantische Kirchlein aus viel Glas befindet sich oberhalb vom Pazifik und man kann verstehen, dass sich dort viele das Ja-Wort geben.

    Der Garten ist wundervoll gestaltet und die Wege mit Gedenksteinen versehen.

    Mittlerweile war es schon nach 13 Uhr und noch ein interessantes Bauwerk stand auf dem Programm: Die Watts Towers von Sam Rodia .

    Die Watts Towers befinden sich mitten in einem Wohngebiet mit einem hohem Anteil an afroamerikanischen Einwohnern. Viele berichteten, dass sie sich in der Gegend unwohl fühlten.

    Das können wir nicht bestätigen, denn schließlich waren wir zuvor 2 Wochen in Mexiko unterwegs .

    Die eingezäunten Watts Towers kann man nur mit einem Guide betreten. Dazu muss man zuerst ins Visitor Center und einen Obolus von 7 $ pro Person entrichten.

    Sam Rodia verarbeitete alle Scherben zu Kunst

    und davon war mein Ehemann so begeistert, dass ich in Zukunft kein kaputtes Geschirr oder Flaschen mehr wegwerfen darf .

    Hier die sogenannte Hochzeitstorte:

    Alles ist filigran miteinander verbunden

    und Sam Rodia benutzte kein Gerüst, um nach oben zu gelangen.

    Die Türmchen hielten einer Stabilitätsprüfung vor Jahren noch immer stand.

    Hier ein Boot:

    Solche verrückten Bauwerke begeistern uns einfach .

    Da hat der Sam Jahre daran gearbeitet und dann zerstörten Anwohner einen Teil davon. Er war so frustriert, was man ihm nicht verdenken kann, dass er Los Angeles verlies und nie mehr zurückkehrte.

    Da alle Sehenswürdigkeiten weit voneinander entfernt liegen, machten wir uns gegen 15 Uhr auf den Weg zum Hotel in Seal Beach. Auf dem Weg lag noch die

    doch wir wollten keine Besichtigung im Schnelldurchlauf und uns dieses Ziel für einen weiteren Besuch in Los Angeles aufheben.

    Wir checkten im Ayres Hotel ein und fuhren danach zum Seal Beach. Bei Tripadvisor ist Walt's Wharf Restaurant die No. 1 und die werben damit, sehr frischen Fisch zuzubereiten. Ich weiß zwar nicht, wie Hummer aus Maine, Forellen aus Oregon und Mahi Mahi aus Hawaii in Kalifornien absolut frisch sein können , doch wir ließen uns gerne vom Gegenteil überzeugen. Leider war unsere Fischplatte nicht nur sehr teuer, sondern der Fisch teilweise schwarz gegrillt und die Scallops dagegen halb roh. Bei unserem Pech mit dem amerikanischen Essen, war selbst dieser Besuch in einem Award Winning Restaurant ein Reinfall. Dafür war das recht neue Hotel mit großem Zimmer und geräumigem Bad ein Glücksgriff.

    So ging unser letzter Urlaubstag ausgefüllt und mit noch ein paar letzten Einkäufen im Walmart vorüber.

    Übernachtung: Ayres Hotel, Seal Beach
    Preis: 151 $ inkl. Frühstück

    Ich bin froh, dass ihr wieder in den USA angekommen seid.


    Wir waren nach 14 Tagen auch froh, heil zurück zu sein .

    Ich bin nun auch mal die letzten Etappen nachgereist. Thomas' Einschätzung schließe ich mich an, dass Mexico nicht so meins ist. Sollte ich vor dem Entschluss, aus Altersgründen nicht mehr weit reisen zu wollen, sonst keine Wunschziele mehr auf der Liste haben, dann vielleicht. Aber im Moment reizt es mich gar nicht...


    Mich reizt es im Moment auch nicht mehr ;):D .

    21.03.15 - Amerika

    Von Rosarito nach Oceanside

    (Die Karte wurde mit Topo USA von http://www.delorme.com erstellt)

    An diesem Morgen mussten wir nach Tijuana zurück und waren gespannt, wie der Grenzübertritt nach Amerika sein würde.

    Da man Montezuma nicht ganz trauen kann , verzichteten wir auf ein Frühstück und machten uns nur zwei Tassen Tee.

    Um 7 Uhr war alles Gepäck verstaut ;)

    und wir vertrauten die Strecke bis zum Flughafen unserer Navi-Tussi an. Diesmal fuhren wir mitten durch die Stadt.

    Kurz vor dem Flughafen tankten wir Pedro, den zuverlässigen Jeep, ein letztes Mal für 480 Pesos = 32 € voll. Die Europcar Niederlassung im Hinterhof ohne Straßenangabe fanden wir problemlos. Die Rückgabe erfolgte schnell und der Mitarbeiter fuhr uns direkt mit dem Wagen zum Flughafen.

    Im Gebäude suchte ich den auf dem Busticket angegebenen Schalter, doch den gab es nicht . Die englischsprachige Dame an der Information schickte uns in ein Nebengebäude am Busbahnhof. Hier waren wir richtig . Bestimmt 10 verschiedene Busunternehmer haben dort ihre Schalter, doch keiner spricht englisch. Die für den Volaris-Bus zuständige Dame erklärte, dass der erste Bus vor 15 Minuten weggefahren sei und wir 45 Minuten warten müssten. Kein Problem, Hauptsache wir kommen nach San Diego.

    Ich nutzte die Zeit und ging in die Flughafen Apotheke. Auch hier konnte oder wollte niemand Englisch sprechen/verstehen.

    Die Gringos kaufen Medikamente gerne in Mexiko ein, weil sie einfach günstiger sind. So verlangte ich etwas gegen Diarrea. Bestimmt lag es an meiner Aussprache, denn die Apothekerin verstand mich nicht. Sie reichte mir dennoch eine Schachtel über die Theke. Ich konnte auf der Schachtel keinen Hinweis auf Diarrea finden und war mir deshalb unsicher. Ich schob die Schachtel wieder zurück, denn schließlich konnte ich doch nicht riskieren, dass es ein Viagra Generikum ist und Heiko dann ziemlich steif im Bus sitzt .

    Die letzten zwei Tage hatten ihn schließlich schon genug gebeutelt. So tranken wir nur einen Schluck Cola und stiegen um 9:15 Uhr als einzige in den Bus.

    Der Bus fuhr ein paar Kilometer zur Grenze in Otay Mesa weiter. Der Grenzübergang ist etwas weniger frequentiert als Tijuana, aber dennoch standen die PKW's in mind. 8 Reihen Schlange. Der Bus hielt rechts, wir mussten aussteigen und unser Gepäck nehmen. Der Fahrer faselte irgendetwas von Restaurant Bambini und fuhr davon.

    Es gibt für die Fußgänger je eine Reihe für US-Bürger und eine für andere Nationalitäten. Die Kontrolle verlief total einfach. Der amerikanische Officer wollte nicht viel wissen und scannte nur die Pässe. Danach legten wir die Koffer und Taschen aufs Röntgenband, doch die gelangweilten Beamten schauten nicht mal auf den Monitor. Wir waren in Nullkommanix wieder in Amerika . Doch wo war das Restaurant Bambini? Wir folgten den anderen Leuten und mussten etwa eine halbe Meile bis zum Restaurant gehen. Jedenfalls waren wir schneller als der Bus durch die Grenze gekommen. Erst 10 Minuten später kam der angefahren.

    Wir durften direkt am Flughafen in San Diego aussteigen. Von dort aus gingen wir über die Brücke zu den Shuttle-Busen.

    Bei Hertz waren wir etwas zu früh und deshalb standen 70 $ für einen weiteren Tag auf der Rechnung. Wir machten dem Hertz-Mitarbeiter klar, dass wir wegen einer Stunde keinen ganzen Tag bezahlen und dafür lieber den Wagen eine Stunde früher zurückbringen werden. Daraufhin korrigierte er die Rechnung und wir bekamen einen roten Toyota RAV4 zugeteilt.

    Juhuu , wir waren wieder im gelobten Land und unser Navi bekam gleich den Auftrag, den nächsten IHOP zu finden.

    Wir mussten endlich etwas frühstücken und hatten Gelüste auf eine dicke belgische Waffel. Das IHOP war gut besucht und fast alle Tische belegt. Es dauerte etwas bis die Waffel mit Erd-, Heidelbeeren und Topping zubereitet war, aber sie war sehr lecker.

    Bilder gibt's von diesem Tag keine mehr, denn wir fuhren direkt zu den Carlsbad Outlets zum Shoppen und anschließend nach Oceanside ins Motel.

    Wir waren kaum im Zimmer, da rief der Manager an und fragte, ob alles in Ordnung sei. Eigentlich schon, aber warum steht das Sideboard und der Kühlschrank mitten im Zimmer ? Er war total perplex (wie wir kurz zuvor auch) und schickte gleich das Zimmermädchen. Heiko fragte, ob es vielleicht ein Erdbeben gegeben hätte. Nein, der Grund war, dass hinter den Schränken gründlich gereinigt wurde, aber man vergessen hatte, alles zurück an seinen Platz zu stellen. Heiko übernahm sogleich den Möbeltransport und ich suchte die Laundry.

    Später gingen wir noch zu Sizzler. Bisher waren wir mit diesem Kettenrestaurant immer zufrieden, doch nicht in Oceanside. Mein Essen war lauwarm und die Beilagennudeln schwammen im Öl. Das wollte und konnte ich meinem gestressten Magen nicht antun und reklamierte. Der beleidigte Manager höchstpersönlich brachte mir die, nun durch die Mikrowelle erhitzten, Nudeln kochendheiß zurück an den Tisch und ich sollte sofort davon probieren. Die dampften wie ein Kraftwerk und ich verbrannte mir den Gaumen. Aber er hatte weder Gnade, noch entschuldigte er sich dafür. Gut, dass es für solche Fälle die Möglichkeit einer Bewertung bei Tripadvisor gibt .

    Zurück im Hotel hatten wir endlich mal wieder eine vernünftige Internetverbindung und konnten unseren Daheimgebliebenen Entwarnung gegeben: We survived the Baja California ;) .

    Übernachtung: Best Western Oceanside Inn, Oceanside
    Preis: 84,45 $ mit Frühstück

    Ich lese gerne weiterhin mit. Habe mal einen Filmbericht über die Baja gesehen und war begeistert.


    Das freut mich und siehste, so ist es uns damals auch gegangen. Aufgrund von dem Filmbericht wollten wir unbedingt hin .

    Aber nach deinem Bericht würde ich nicht für Geld und gute Worte dorthin fahren wollen. Diese Erfahrungen braucht kein Mensch.


    Außer den Farmeraufständen haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht. Massiven Durchfall kannste dir auch in den USA holen .

    Dass das keine Luxusreise wird, war uns bewusst und wir möchten die Reise schon wegen den Walen nicht missen .

    Da wäre es doch vielleicht überlegenswert, die Hunde gleich selbst zu füttern, anstatt darauf zu warten dass sie die Gäste anbetteln...


    Das habe ich ihm auch gesagt . Die Köchin füttert die Hunde auch, aber nur mit Küchenabfällen und das reicht halt nicht. Ich hoffe, es hat sich was geändert, aber werde es nicht überprüfen ;):D .

    Aber dann doch nur, um sich die dressierten Esel Shows anszusehen! :rolleyes:


    Nö, die gehen lieber in die Apotheke und danach Party machen (:fluecht:) .

    Abgesehen davon, dass du selbst schlechte Erfahrungen mit mexikanischen Leuten in deinem Bericht beschreibst (Aufstände und Strassenblokaden zu erleben kann man wohl beim besten Willen nicht als das Gegenteil von schlechten Erfahrungen einordnen), sind Mexikaner eben auch nur Menschen und haben daher alle menschlichen Schwächen (und auch Stärken natürlich) aufzuweisen.


    Dann hätte ich besser schreiben müssen, dass ich mit einzelnen Mexikanern keine schlechten Erfahrungen gemacht habe, im Gegensatz zum unfreundlichen deutschen Auswanderer .

    Der Straßenblockade sind wir mit Bleifuß ausgewichen und somit ist uns nichts geschehen. Bei Demonstrationen kommt es weltweit immer wieder zu Ausschreitungen und es ist einfach Pech, wenn man zwischen die Fronten gerät ... . Hat also nichts mit Mexiko zu tun, sondern kann dir überall passieren.

    Mich hat so eine Sch*piep*-Krankheit 2008 im Südwesten der USA erwischt. :thumbdown:
    Konnte mehrere Tage nicht wirklich was zu mir nehmen; bin aber doch hoch zum Observation Point gewandert.
    In Las Vegas war dann ein Cheeseburger ein echtes "Festessen". ;)


    Heiko erwischte es 2010 in San Diego. Es war hart an der Grenze, dass er ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die halbe Reise hing er dann als Beifahrer im Gurt und bekam so gut wie nichts mit.

    Mich erwischte es mal in Mesquite im Virgin River Büffet. Da war was mit der mongolischen Pfanne nicht in Ordnung. Jetzt kenne ich jedes WC zwischen Mesquite und Panguitch .

    Also man sieht, Montezuma's Rache schlägt auch außerhalb Mexikos zu.

    20.03.15 - Blockbuster


    Vom Valle de Guadalupe nach Rosarito

    (Die Karte wurde mit Topo USA von http://www.delorme.com erstellt)

    In der Casita war es in der Nacht richtig kalt geworden und Feuerholz für den Kamin hatten wir leider nicht. Genug Zeit zum Nachlegen der Holzscheite hätten wir schließlich gehabt ;) .

    Unserem Verdauungstrakt ging es noch nicht so gut und deshalb ging ich früh bei Bernardo vorbei und berichtete vom Ergebnis seiner Restaurantempfehlung. Es war ihm sehr peinlich, denn er selbst war noch nie in dem teuren Restaurant und wollte uns nur was Gutes tun. Das diese Empfehlung so einen durchschlagenden Erfolg hatte, konnte doch vorher keiner wissen. Wir waren ihm deshalb nicht böse.

    Wir hatten keine weite Strecke mehr zu fahren und so fragte ich ihn, ob wir noch ein/zwei Stunden da bleiben dürfen (schließlich gibt es unterwegs keine Toiletten (:Pfeif:) ). Für Bernardo war das selbstverständlich und er fuhr gleich ein paar Kilometer zu sich nach Hause und holte uns ein Medikament. Je einen Löffel seiner Arznei würgten wir runter und warteten eine Stunde. Das Zeug wirkte ziemlich schnell und so riskierten wir die Weiterfahrt.

    Auf der mautpflichtigen Strecke machte ich ein paar Bilder von der Steilküste.

    Unser nächstes Domizil lag nördlich von Rosarito in Califa. Das hatte ich über Hotels.com gebucht und die Adresse lautete entlang der Toll Road.

    Wir waren so auf die Jesusstatue fixiert,

    dass wir nicht bemerkten, dass das Hotel genau gegenüber liegt. Da die Mautstecke nicht überall eine Ausfahrt hat, fuhren wir bis Rosarito Beach weiter und drehten dort um.

    Auf dem Rückweg kamen wir an den Baja Film Studios vorbei, die sich 5 km außerhalb von Rosarito befinden.

    Um realistische Außenaufnahmen zu garantieren, kaufte 20th Century Fox eigens ein 160.000 m² großes Gelände an der mexikanischen Pazifikküste und ließ dort ab dem 31. Mai 1996 das erste voll funktionsfähige Filmstudio seit dreißig Jahren an der amerikanischen Westküste errichten. In vier Monaten entstand nördlich der Stadt Rosarito eine Filmanlage mit den Ausmaßen einer Kleinstadt mit umfangreicher Infrastruktur und zahlreichen Studios. Mit Sprengungen wurde der Untergrund für zwei große Tanks präpariert – einer mit 64 Millionen Litern für eine originalgetreue Nachbildung der Titanic, bei der in einem Winkel von 270° gedreht werden konnte, und einer mit 22 Millionen Litern, in dem die luxuriösen Inneneinrichtungen der 1. Klasse eingerichtet wurden. Das Schiff im großen Tank war zwar im exakten Maßstab aufgebaut worden, jedoch mussten von Lamont einige Kompromisse eingegangen werden. So wurden etwa die Rettungsboote und Schornsteine um zehn Prozent verkleinert und überflüssige Teile des Oberbaus und eines der vorderen Decks entfernt, um sie später mit Modellen zu ersetzen. Das Boots- und A-Deck waren funktionstüchtige Filmsets, während der Rest nur eine Stahlkonstruktion darstellte, in der sich die Plattform befand, mit der sich das Ganze für die Untergangsszenen neigen ließ. Ein 50 Meter hoher Kran sorgte auf 120 Metern Gleis neben seiner Funktion als Baukran für richtige Lichtverhältnisse und Kameraperspektiven. Nachdem die entsprechenden Szenen abgedreht waren, wurde das Schiff demontiert und als Alteisen verkauft, um die Produktionskosten etwas zu mindern.

    Nicht nur Titanic wurde hier gedreht, sondern auch andere Kassenschlager wie Master and Commander, Deep Blue Sea, James Bond: Tomorrow never dies und viele mehr.

    Bis vor ein paar Jahren wurden Führungen angeboten, doch nun finden die Filmproduktionen vollkommen abgeschirmt statt.

    6 km weiter befindet sich, von ganz oben gut beschützt ;) , das Hotel Las Rocas .

    Das Hotel ist schon etwas in die Jahre gekommen,

    aber die Lage und Aussicht sind absolut toll :thumbup: .

    Ein Hotelangestellter brachte uns zum Zimmer ähm in unsere Aztekenhöhle .

    Das Bett stand auf einem Podest und darüber diese Kuppeldecke.

    Das Zimmer ansonsten war landestypisch und um in die Dusche zu gelangen, musste man sich ein bisschen verrenken.

    Es gibt einen offenen Kamin im Zimmer und es roch ziemlich rußig. Aztekenhöhle halt . Die Balkontüre blieb erst einmal offen. Das Zimmermädchen hatte zwar einen Briefumschlag fürs Trinkgeld mit ihrem Namen hinterlassen, aber Maria war nicht die Reinlichste. Auf dem Balkon sammelte ich Kronkorken ein, im Kühlschrank waren noch vergammelte Getränke der Vorbewohner und dicke tote Nachtfalter lagen unterm Schreibtisch. Für eine Nacht war das Zimmer in Ordnung, aber längere Zeit hätte ich da nicht verbringen mögen.

    Das Hotel verfügt über einen Meerzugang, doch der "Strand" eignet sich nur für Seelöwen.

    Bei dem felsigen Untergrund und der Brandung waren das die einzigen Sonnenanbeter.

    Mittlerweile hatten wir sogar etwas Hunger und machten uns auf den Weg nach Rosarito. Erfahrungsgemäß gibt es neben allen Walmarts in der Baja einen Applebee's und so auch in Rosarito. Auf mexikanische Gerichte hatten wir keinen Appetit mehr. Wir bestellten uns Fettucine mit Garnelen, einen Salat, Knofi-Brot und Getränke für umgerechnet 28 €. Das war richtig lecker und dank Bernardo's Arznei gut verträglich.

    Danach wollten wir endlich mal einen Strandspaziergang machen und gingen zum Beach. Da ging es an manchen Strandbars zu wie am Ballermann, denn am Wochenende schwärmen viele amerikanische Jugendliche ein.

    Dort war uns zu viel Trubel.

    Zurück im Hotel machten wir endlich mal Urlaub , d. h. wir haben gelesen und nebenbei die Flasche Wein von Bernardo geleert.

    Übernachtung: Hotel Las Rocas Resort & Spa, Califa bei Rosarito
    Preis: 95 € ohne Frühstück

    Ach du liebe Sch*piep* :thumbdown:


    Tja, Mexiko ohne Montezuma's Rache ... wäre ja schon sensationell ;) :D. Wobei, 2013 hatten wir überhaupt keine Probleme.

    Bin schon noch dabei :D , habe nur mal kurz eine Pause eingelegt und jetzt weiß ich auch ganz sicher, dass ich da nicht hin fahren werde auch wenn die Landschaft traumhaft ist. :whistling:

    Ich bin auch noch dabei,muß aber leider auch abwinken, wg. evt. medizinischer Versorgung


    Seht ihr - deshalb lasse ich euch an der Reise teilnehmen, damit ihr euch die Strapazen ersparen könnt

    Nein das darfst du nicht falsch verstehen. Die Leute hier sind nicht so geschwätzig und dann sind wir zwischen den Feiertagen, wo man sich eher mit etwas anderen beschäftigt...


    Nein, ich verstehe das nicht falsch, Thomas. Ich weiß schon, dass Berichte über Rote Steine mehr Zuspruch erhalten.

    Ach Thema Essen, gibts da bei Walmart keine warme Theke? ...


    Es gibt in den Supermärkten schon warme Theken und die sind auch gut. Allerdings muss man in der Baja erst einmal einen Supermarkt finden. Zwischendurch gibt's halt mal 500 km keinen.

    Also außer der Gegend mit den Bouldern und Kakteen kann ich mich für nichts wirklich erwärmen, ich sag ja das Essen dort und ich, inkompatibel, ich bin eh vorgeschädigt. War jetzt einige Tage nicht aktiv dabei, war in Abu Dhabi und danach war meine Enkeltochter die Hauptperson:-)


    Kein Problem, Bille. Ich wollte nur schauen, wo ihr alle abgeblieben seid ;):D .

    Für solche Hundebilder muss ich nicht auf die Baja. So arme Tierchen sehe ich jede Nacht...
    Viele Mexikaner haben leider ansolut kein Konzept von Tierschutz (und/oder Umweltschutz). Man kann die Leute nicht wirklich dafür verantwortlich machen. Sie sind einfach so aufgewachsen und ich kann daher noch einen gewissen Grad von Verständnis aufbringen.
    Aber wie man das Schicksal eines - wörtlich "armen Hundes" - einfach so ignorieren kann, wird mir trotzdem immer unverständlich bleiben.
    Meine Frau und ich haben ein Chihuahua-Mädchen von der Strasse aufgelesen. Sie ist unser Baby und hat jetzt ein Leben wie eine Prinzessin. Alles dreht sich um die Kleine und sie geniesst das offensichtlich auch. Aber wir können nicht alle Hunde retten. Es sind zu viele, die verwildert auf der Strasse leben. Viele Mexikaner haben wohl einfach nicht genug Geld, um ihre Hunde kastrieren oder sterilisieren zu lassen. Und so gibt es alle paar Monate neue Puppies, die dann oftmals einfach vor die Tür gesetzt werden..


    Ich konnte nur dafür sorgen, dass sich die 2 Hunde mal richtig die Bäuche vorschlagen konnten. Wie mir Bernardo sagte, betreibt eine Nachbarin so eine Art privaten Tierschutz und bringt die Straßenhunde auf ihr Grundstück. Leider ist sie dann tagelang verschwunden und die Hunde sich selbst überlassen. Für ihn ist das auch nicht schön, denn die hungrigen Hunde betteln die Gäste an.

    Klasse :thumbup: , dass ihr einen Straßenhund adoptiert habt. Viele Amerikaner, die in der Baja leben, machen das auch. Allerdings ist das immer nur ein Tropfen auf den heißen Stein ;( .

    Meine Freunde und ich sind als junge Burschen ein paar Male zum Campen auf die Baja. Das war damals u.a. die Abenteuerlust, die uns motiviert hat. Aber niemand von uns braucht das heute noch (ab 21 lässt der Reiz Mexico's sowieso schlagartig nach :whistling: ) Abgesehen davon, sind natürlich einsame Buchten und Strände eine schöne Sache. Aber alles andere haben wir hier auch so vor der Haustür. Dafür brauchen wir Gringos uns nicht extra mit verseuchtem Leitungswasser, aufständischen Landarbeitern und den netten Drogenkartellen herumschlagen.
    Bitte nicht falsch verstehen: In Mexico geboren zu sein, macht einen natürlich nicht automatisch zu einem anderen Menschen als anderswo Geborene. Es ist das Umfeld in dem jemand aufwächst, die vorherrschende Mentalität, an die man sich als Mensch eben anpaast und in die man hineinwächst. Die weitaus meisten Mexikaner die ich persönlich kenne, sind extrem hart arbeitende und wirklich gute Leute - und in der zweiten Generation gibt es meist ohnehin keinen Unterschied mehr zu hier Geborenen zu bemerken. Aber es hat eben seine Gründe, warum die Estados Unidos de Mexico einfach nicht auf die Beine kommen.


    Oooch - ich glaube, dass viele Männer auch über 21 noch gerne nach Tijuana reisen ... (:Pfeif:).

    Wir haben keine schlechten Erfahrungen mit mexik. Leuten gemacht, ganz im Gegenteil. Die Politik können wir leider nicht beeinflussen. Man kann nur darauf hoffen, dass die junge Generation die Zukunft besser gestaltet.

    Schade, dass nur noch wenige aktiv mit dabei sind. Ich mach dann trotzdem mal weiter ...

    19.03.15 - Montezuma


    Von San Quintín ins Valle de Guadalupe

    (Die Karte wurde mit Topo USA von http://www.delorme.com erstellt)

    Als wir um 7 Uhr auscheckten, waren die Amerikaner schon über alle Berge. Zumindest sind sie nicht zurückgekommen und somit schien die Straße frei.

    Da das hoteleigene Restaurant erst nachmittags öffnet, hofften wir, dass das Frühstücksrestaurant El Viejo in der Stadtmitte wieder geöffnet hat. Leider war das nicht der Fall. Noch immer herrschte der Ausnahmezustand und die Läden entlang der Mex 1 waren geschlossen. Auch die Tankstellen waren noch zu und die Umspannwerke wurden vom Militär bewacht. Aber am Fenster vom Hotel La Villa de San Quintín stand Abierto = offen. In diesem Hotel wollten wir ursprünglich übernachten.

    Wir parkten neben zahllosen Polizeiautos und auch im Restaurant waren fast alle Plätze von Polizisten belegt. Vor dem Hotel mussten die Ausschreitungen am schlimmsten gewesen sein, denn es lagen noch Überreste von abgefackelten Reifen und viele Scherben herum. Aber drinnen war man inmitten der Polizisten hoffentlich sicher.

    Die Kellnerin legte uns die Speisekarte hin und fragte, was wir trinken möchten. Café für mich und Té negro für Heiko. Das verstand sie nicht. "Say it in english". "Black tea". Das hat funktioniert, denn sie brachte die richtigen Heißgetränke. Dann wollten wir Frühstück bestellen. "No eggs today", sagte sie, "only Chiladillas". Hilfe bloß nicht , denn das sind die ekligen Nachos in Tomatensauce. Ich fragte nach Toast. "No tostada, only Chiladillas or fruits". Ich antwortete ihr, dass sie das hätte gleich sagen können und nicht erst die Speisekarte bringen.

    Das war ihr dann peinlich und sie bot uns an, einfach zu gehen. Das machten wir auch. 15 km weiter in einem kleinen Dorf hatte noch ein Restaurant geöffnet und wieder standen viele Polizeiautos davor. Die hatten auch noch Eier und so bestellten wir uns wieder mexikanische Rühreier. Die Paprikawürfel und Zwiebel waren aber irgendwie säuerlich eingelegt und gar nicht frisch. Das schmeckte so komisch, dass ich vorsichtig das Ei herauspickte. Heiko aß ein bisschen mehr, obwohl es ihm auch nicht schmeckte. Aber wer wusste schon, wann das nächste Restaurant kommt. Endlich hatte auch eine Tankstelle geöffnet und wir konnten volltanken.

    Nach weiteren 30 km war plötzlich die Straße durch Demonstranten blockiert. Es schien alles friedlich zu verlaufen, doch die Autos vor uns waren von Leuten umzingelt. Das war schon ein mulmiges Gefühl, denn man konnte nicht wissen, ob die Stimmung plötzlich umschlägt. Ich hatte einen Adrenalinausstoß und sagte zu Heiko, dass er Gas geben und rechts an der Demo vorbeirauschen soll . Das hat er filmreif durchgezogen und dabei mächtig Staub aufgewirbelt. Im Rückspiegel sahen wir verdutzte Gesichter und hofften, dass uns keiner verfolgt. Letztendlich gingen die Aufstände über eine Strecke von 70 km. Erst nach diesem Ort sah man keine Brandflecken mehr.

    Das merkwürdige Frühstück und die Aufregung waren wohl etwas zu viel, denn weiter in Richtung Ensenada brach Heiko plötzlich der kalte Schweiß aus und er bekam Krämpfe. Wie immer, keine Haltebuchten weit und breit und Raststätten gibt es ja auch keine. An der ersten Möglichkeit, einer Baustelleneinfahrt, ist Heiko rechts ran gefahren .... Danach war er erleichtert .

    In Ensenada hielten wir beim Walmart und holten uns Bananen und Salzgebäck.

    Danach wollen wir ein bisschen Ensenada erkunden. In der Nähe vom Hafen fanden wir einen Parkplatz.

    Hier lag die Star Princess vor Anker.

    Das ist ein Luxusliner mit unschöner Vergangenheit. Die Besatzung hatte nämlich am 10.03.2012 die Hilferufe Schiffbrüchiger ignoriert und war trotz Protest der Passagiere einfach weitergefahren. Einer der Fischer aus Panama wurde nach 28 Tagen gerettet, doch zwei kamen ums Leben. Die Tragödie ging damals durch die Medien.

    Die Hafenpromenade war eine einzige Baustelle und irgendwie schafften wir es über die Straße in die Touristenmeile.

    Wir stellten fest, dass sich in Ensenada ein Landgang nur wegen der Stadt nicht lohnt.

    Nach dem kurzen Stadtbummel fuhren wir ein paar Kilometer außerhalb von Ensenada in die Berge, ins Valle de Guadalupe, dem Weinbaugebiet der Baja.

    Vom Hotel Meson del Vino hatten wir überhaupt keine Adresse, sondern nur eine Bestätigungsmail in der Tasche. Entlang der Mex 3 sahen wir irgendwann ein kleines Schild an der Zufahrt.

    Im Büro saß Bernardo, einer der Besitzer und Zwillingsbrüder. Er war anfangs etwas unwirsch, da er keine Reservierung im Buch stehen hatte und tat so, als ob er überhaupt kein Englisch verstehe. In Spanglisch konnte ich ihn von der Reservierung überzeugen und als er merkte, dass ich keine Gringa bin, taute er plötzlich auf. Sein Bruder Omar hatte bei der Buchung im Juni letzten Jahres noch keinen Kalender vorliegen und einfach die Reservierung bestätigt.

    Bernardo gab uns die geräumige Casita Nr. 11, denn wir waren die einzigen Gäste an diesem Tag.

    Das kleine Hotel liegt idyllisch in den Bergen

    und zur Eigenvermarktung werden vier Sorten Wein ausgebaut. Eine Weinprobe machten wir später

    und durften anschließend eine Flasche davon mitnehmen. Zwei liebe Hunde stromerten um uns herum. Die schwarze Hündin war ziemlich ausgezehrt und wich mir nicht mehr von der Seite. Ich fragte Bernardo, ob das seine Hunde wären. Er verneinte. Das waren Straßenhunde, die auf dem Gelände zwar geduldet, aber so gut wie nicht gefüttert wurden.

    Bernardo war wie ausgewechselt und unterhielt sich mit mir in bestem Englisch. Na geht doch! Nachdem ich die ganze Familiengeschichte kannte, fragte ich ihn nach einem guten Restaurant. Er empfahl das Weingut El Cielo (auf deutsch der Himmel). Dort würde das Essen und die Aussicht gelobt. Dazu mussten wir ein paar Kilometer Dirtroad entlang von Olivenplantagen fahren.

    Das El Cielo liegt traumhaft

    inmitten der Weinberge.

    Das noble Restaurant war gut besucht und wir bekamen noch einen Tisch auf der Terrasse. Wir bestellten uns gegrillten Fisch (Catch of the day) und wussten nicht, dass da keine Beilagen dabei sind. Der Kellner fragte nur, ob wir einen Salat dazu möchten und das wollten wir. Zuerst bekamen wir zum Appetitanregen kleine selbstgebackene leckere Brötchen mit Butter und Olivenöl. Danach den Salat mit Parmesankäse (nicht so lecker).

    Das Hauptgericht war wie ein Gemälde auf dem Teller drapiert,

    aber geschmeckt hat der Fisch überhaupt nicht. Da wir nicht sonderlich hungrig waren, bestellten wir auch keine Beilagen nach. Nicht nur die Aussicht war himmlisch, sondern auch die Preise. Das war unser teuerstes Essen mit umgerechnet 55 € der ganzen Baja. Wenn's wenigstens geschmeckt hätte.

    Auf dem Weg zurück ins Hotel fuhren wir einen Umweg über die geteerte Straße und kamen an einem kleinen Supermarkt vorbei. Diesmal brauchte ich kein Hamster- ;), sondern Hundefutter und kaufte eine Großpackung Pedigree.

    Die Hunde hatten an dem Tag garantiert ein verträglicheres Essen als wir.

    Ich hatte kaum die Hunde gefüttert, da ging das Drama los. Diesmal erwischte es uns beide und wir mussten abwechselnd in die Porzellan-Abteilung .

    Schlimm war, dass die Klospülung nicht richtig funktionierte :S und es mangels Wasserdruck sehr lange brauchte, bis der Behälter wieder aufgefüllt war.

    Montezuma's Rache hielt uns die ganze Nacht wach. Auf den Fisch schiebe ich es nicht. Ich vermute, dass der Salat mit Leitungswasser gewaschen war und das darf man in Mexiko nicht mal zum Zähneputzen verwenden. An Schlaf war jedenfalls lange Zeit nicht zu denken.

    Übernachtung: Hotel Meson del Vino, Valle de Guadalupe
    Preis: 64 € inkl. Frühstück und einer Flasche Wein