Beiträge von Ilona

    Was ein Abenteuer. Die Landschaft ist ja toll, aber das Essen. Ich würd da glatt verhungern. Fisch und Meeresfrüchte mag ich gar nicht.


    Es gibt auch Fleisch in Mexiko. Wir haben sehr oft Fajita gegessen und das ist Fleisch mit Zwiebeln und Paprika.

    Ich staune immer noch, dass ihr da ohne spanisch klar kommt. Ja klar wenn di Leute nach China reisen überleben sie auch ohne Chinesisch, aber ihr seid ja individuell :D


    Dann hast du den Bericht nur überflogen (:peace:) , denn ich lerne seit 2012 eifrig spanisch. Ich verstehe sehr viel, doch bei der Unterhaltung fehlen mir oft noch Vokabeln. Natürlich gehe ich erst mal den bequemen Weg und frage die Leute, ob sie englisch sprechen.

    Die Wale sind ja echt der Hammer. Hätte nicht gedacht, dass man da so dicht ran kann.


    Das ist weltweit nur in der Baja möglich. Nur die friedlichen Grauwale sind neugierig und verspielt.

    Ja und eins weiß ich jetzt schon, meine Liebste würde ich da nicht hinbekommen, weil viel zu warm.


    In den Sommermonaten ist es in der Baja heiß, doch im Februar/März hat es im Schnitt angenehme 25°C.

    2013 wären wir an einem Tag sogar um lange Unterhosen froh gewesen, denn auf dem Wasser ist es immer ein bisschen frisch.

    14.03.15 - Grauwale

    Von der Laguna San Ignacio nach Santa Rosalia

    (Die Karte wurde mit Topo USA von http://www.delorme.com erstellt)

    Was waren wir froh, als kurz nach 6 Uhr die Sonne aufging und unsere Bandscheiben von den Feldbetten erlöst wurden.

    An den Open-Air-Waschbecken traf ich auf Ruben und Laura, die sich gerade die Zähne putzten. Wir unterhielten uns ganz kurz, denn ihr Dienst begann im Restaurant. Frühstück sollte es erst um 8 Uhr geben und somit blieb noch jede Menge Zeit.

    Es war immer noch sehr stürmisch und da war mir eigentlich nicht nach einer Bootsfahrt zumute .

    Kurz vor 8 gingen wir zum Restaurant, wo gerade eine ganze Busladung Leute mit dem Frühstück fertig war und auf die Boote verteilt wurden. Laura meinte, wir sollten lieber warten, denn zum einen wären die Boote jetzt voll und zum anderen würde gegen Mittag meistens der Wind nachlassen.

    Auf ein volles schaukelndes Boot hatte ich wirklich keine Lust und so frühstückten wir das Einheitsmenü (nein, diesmal kein Fisch mit Knoblauch ) bestehend aus einer Schale frischen Früchten, mexikanische Rühreier, Tortillas und mir packten sie noch matschige Nacho-Chips in Tomatensauce auf den Teller. Das frühstücken die Mexikaner anscheinend gerne. Bäähhh ... ein Löffel davon genügte mir.

    Wir hatten noch genügend Zeit, unseren Krimskrams zusammenzupacken, denn es dürfen immer nur 6 Boote in die Lagune. Um 10:30 standen wir bereit, mussten uns wieder in eine Liste eintragen, bekamen ein Bändchen und die Schwimmwesten um. Um 11 Uhr kam das erste Boot zurück und wir durften zusammen mit vier mexikanischen Studentinnen einsteigen. Windig war es immer noch und entsprechend auch der Wellengang. Der Capitán gab ordentlich Gas, so dass die Nussschale über die Wellen bretterte und wir alle klatschnass wurden. Dann passierte der Bootslenker eine Engstelle, musste kurz anhalten, denn das Boot wurde von einem Sheriff registriert. Man achtet zum Schutz der Wale in dieser Lagune exakt darauf, dass nur sechs dieser kleinen Pangas unterwegs sind.

    Auch in der Laguna San Ignacio wimmelte es in diesem Jahr von Grauwalen:

    Mama mit Kalb

    Ich finde es so herzig, wenn die Babies ihre Nasen aus dem Wasser strecken.

    Man merkte schon, dass die Kleinen ihre Muskeln für die lange Reise nach Alaska trainierten.

    Immer wieder tauchte einer unter dem Boot durch, aber streicheln lassen wollten sie sich nicht. Irgendwie schienen sie von den vielen Booten genervt.

    Auf einmal erklärte uns eine der Studentinnen, dass unser Capitán das Camp der Universität angefunkt hat, weil ein Kalb sich in einem Seil verfangen hatte. Das arme Tierchen ;( .

    Wir blieben so lange, bis das Boot der Uni kam. Sie wollten einen Haken am Seil befestigen und es davon befreien. Doch das Kalb folgte seiner Mama ziemlich schnell. Da unsere 1,5 Stunden um waren, bretterte der Bootslenker wieder zum Camp zurück. Ich hoffe, dass die das Kalb vom Seil befreien konnten, denn die jungen Wale wachsen ziemlich schnell.

    Zurück im Camp machten wir Ruben die Freude und blieben noch zum Lunch, aber nur weil es Fisch-Tacos gab .

    Dann wurde es aber Zeit aufzubrechen. Laura und Ruben, die mir in den 24 Stunden so ans gewachsen waren, dass ich sie am liebsten adoptiert hätte , waren leider nicht zu sehen. Gerade als wir ins Auto einsteigen wollten, kam Laura mit einem Päckchen angerannt. Sie hatte den Köchinnen die Anweisung gegeben, mir ( zum Geburtstag) als Nachtisch einen Pudding mit Erdbeeren zu servieren. Doch die hatten das vergessen. Nun stand ich da mit einem Pudding in Alufolie, der ohne Löffel schwierig zu essen war. Ich war gerührt und wieder einmal von der Herzlichkeit der Leute überwältigt. Es half alles nichts - wir mussten weiter, denn wir hatten die nächste Etappe vor uns.

    Deshalb blieb in San Ignacio nur Zeit für einen kurzen Stopp am Marktplatz

    und für ein Bild vom See.

    Der Transpeninsular Highway war auf diesem Streckenabschnitt neu asphaltiert und führte wieder über die Berge. Obwohl es im letzten Stück ziemlich steil nach Santa Rosalia runter geht, gibt es weder Seitenstreifen noch Ausweichstellen für Fahrzeuge, falls die Bremsen versagen. Ich hoffte, dass die Bremsbeläge vom Jeep nicht annähernd so runtergefahren waren wie die Reifen.

    Die Hafenstadt Santa Rosalia liegt an der Ostküste der Halbinsel am Golf von Kalifornien (Sea of Cortez). Die ehemaligen Kupferminen wurden wieder in Betrieb genommen und dadurch ist ein bisschen Wohlstand eingekehrt.

    Bis auf eine Unterkunft hatten alle schlechte Kritiken. Deshalb hatte ich frühzeitig ein Zimmer im Hotel Las Casitas reserviert.

    Die kleine Hotelanlage

    befindet sich 1,5 km außerhalb der Stadt an der Mex 1 auf den Klippen und bietet einen traumhaften Ausblick auf die Sea of Cortez.

    Die Casita war mehr als geräumig,

    nur die Dame an der Rezeption versteht überhaupt kein Englisch und die amerikanische Besitzerin war nicht zu sehen. Meine wenigen Brocken spanisch reichten jedoch aus, um nach einem guten Restaurant zu fragen.

    Vor dem Abendessen gingen wir erst noch zu Ley, dem einzigen großen Supermarkt seit Ensenada und füllten die Getränkevorräte auf. Das anschließende Abendessen (Fajitas) im empfohlenen Restaurant Tercoz war ok, doch zum ersten Mal in der Baja wurden wir recht unfreundlich bedient.

    Zwischenzeitlich war es draußen schon dunkel. Da legt nämlich sofort nach dem Sonnenuntergang irgendeiner den Schalter um .

    Nach der schlaflosen Nacht im Zelt waren wir an dem Abend ziemlich müde, wollten nur noch duschen und ins Bett. Aber es kam kein warmes Wasser .

    Vom kalten Wasser ziemlich erfrischt, ging ich zur Rezeption und erklärte ihr das Problem. Sie kam mit und ging in die Casita neben uns. Doch auch hier kein warmes Wasser. Mit ihrer kleinen Taschenlampe und mir im Schlepptau gingen wir in einen kleinen Abstellraum neben der Casita und sie schraubte an zwei Gasflaschen. Da die junge Frau viel kleiner als die Gasflaschen war, holte ich schnell meinen Heimwerker Heiko zur Hilfe.Der bewaffnete sich erst einmal mit einer größeren Taschenlampe und stellte fest, dass beide Gasflaschen leer waren. Einen Ersatz gab es nicht und so musste mein passionierter Warmduscher (:Pfeif:) an diesem Abend seinen inneren Schweinehund überwinden, weil er sich sträubte , zu ihr zum Duschen zu gehen. Aber egal wie, der Staub vom Kuyima Camp war erst einmal weg und unsere Bandscheiben freuten sich über eine bequeme Matratze.

    Hotel: Las Casitas, Santa Rosalia
    Preis: 57 € ohne Frühstück

    Nur mit dem Essen hätte ich gepasst. Seit einer Fischvergiftung hab ich es nicht so mit den toten Außenbordsgenossen. Und Muscheln gehen leider gar nicht. (:kotz:)


    Oje :S . Man konnte im Vorfeld Fisch oder Fleisch wählen. Anscheinend wollte aber keiner Fisch, denn auf der Karte stand immer nur Fisch oder Jakobsmuscheln.

    "Luxuscamp" trifft es ziemlich gut... ;)
    Auf DIE Waltour bin ich gespannt.


    :D So luxuriös hat man es in der Wildnis sonst nicht. Lassen wir uns mal überraschen, wie die Wale in dieser Lagune so drauf sind ;) .

    Ist zwar nichts passiert, aber trotzdem spannend zu lesen. Ich höre in der Nacht schon die Kojoten jaulen, die Mücken summen, das Meer toben un die Wände wackeln


    (:rofl:)


    Also Mücken gab's wenigstens nachts keine, aber tagsüber waren im Restaurant Stubenfliegen eine Plage. Da musste man ständig sein Essen verteidigen und ich rannte mit einem deutschen Bio-Insektenvernichter durch die Gegend (:Pfeif:) ,

    13.03.15 - Luxuscamp

    Von Guerrero Negro zur Laguna San Ignacio

    (Die Karte wurde mit Topo USA von http://www.delorme.com erstellt)

    Wir hatten an dem Morgen nur 220 km zu fahren und deshalb trödelten wir etwas.

    Zum Frühstück gingen wir ins hoteleigene Restaurant. Die einzige Bedienung war gleichzeitig die Köchin und weder besonders schnell, noch sprach sie englisch. Heiko bestellte sich Huevos a la mexikana, doch mir war nicht nach mexikanischen Eier zumute, auch wenn da jede Menge Gemüse dabei ist. Continental Breakfast ist in der Baja unbekannt und deshalb entschied ich mich für Quesadillas mit Käse und Huhn. Es dauerte etwas länger, doch "remember, you are in Mexiko" ;) - wir nahmen's gelassen. Jedenfalls habe ich es nicht bereut, mich für Quesadillas entschieden zu haben, denn die gefüllten mexikanischen Pfannkuchen waren echt lecker. Zusammen mit zwei frisch gepressten Orangensäften bezahlten wir umgerechnet knapp 14 €.

    Danach fuhren wir 150 km bis San Ignacio und das dauerte 2 Stunden, unter anderem weil zwischendurch mal wieder ein Militärposten war, den ich diesmal heimlich fotografierte .

    Wir mussten uns nun doch etwas beeilen, denn wir sollten zum Lunch im Kuyima Camp sein. Kurz vor dem Ortsende in San Ignacio hörte plötzlich der Teer auf, obwohl die Straße zum Camp seit Anfang des Jahres vollständig asphaltiert sein sollte .

    Wenigstens ein kleines Schild zeigte, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

    Die Straße wurde immer ruppiger,

    doch nach einem Kilometer - tataaaa

    Komisch (:kratz:) , dass es für den Kilometer dazwischen keine Wagenladung Asphalt mehr gereicht hat.

    Jetzt waren es nur noch knapp 70 km bis zum Camp. Aber denkste, nur 50 km davon waren geteert und beim Rest war man über die Stoßdämpfer froh.

    Obwohl die Piste im Anschluss ziemlich breit und frisch gegradet war, ruckelte es weiterhin heftig.

    Nach knapp 10 km kam endlich mal ein Schild zur Sicherheit, dass wir uns nicht verfahren haben.

    Nach weiteren 4 km jede Menge Muschelberge, aber immer noch kein Camp (:kratz:).

    Zwischendurch kamen wir an kleinen Camps vorbei, doch immer noch kein Kuyima. So langsam (ver)zweifelten wir, doch dann war endlich das Camp zu sehen .

    Im Restaurant befindet sich gleichzeitig die Rezeption.

    Wir bekamen gleich Laura, die am besten englisch spricht, zur Seite gestellt. Sie zeigte uns die Luxusherberge für eine Nacht .

    So konnten wir komfortabel campen, d. h. im Zelt befanden sich zwei Feldbetten mit Bettzeugs.

    Wir hatten sicherheitshalber eigene Schlafsäcke und Fleecedecken im Gepäck und das war auch gut so, denn deren Schlafsäcke sahen nicht gerade vertrauenserweckend aus und das Kopfkissen war irgendwie speckig. Das Leintuch im Schlafsack war aber sauber und roch auch frisch, so dass ich es über den Schlafsack und ein Handtuch aufs Kopfkissen legte. Die mitgebrachten Fleecedecken nahmen wir zum Zudecken.

    Doch nun weiter mit der Camp-Besichtigung. Die Toiletten sind getrennt

    und mit der Technik muss man sich vertraut machen.

    Auch wenn es nicht so aussieht, die Campingtoiletten waren absolut sauber und das Wasser zum Schöpfen wohlriechend mit Reinigungsmittel versetzt.

    Also vorher ein Becher Wasser ins Klo kippen und danach wie im Flugzeug den Hebel betätigen.

    Auch für die Duschen

    gibt es eine Anleitung. Dazu muss man vor dem Duschhaus das von der Solaranlage

    erhitzte Wasser mit Kaltwasser in einem 5-Liter-Eimer mischen.

    Danach übergießt man sich mit dem wohltemperierten Wasser. Spätestens bei dieser Erklärung beschlossen wir, auf die Dusche zu verzichten. Wir hatten morgens geduscht und konnten somit ausnahmsweise abends auf die Ganzkörperreinigung verzichten.

    Jetzt zeige ich euch noch das Open Air Unisex-Waschhaus. Gleichsam für Mitarbeiter und Gäste.

    Nachdem wir uns mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht hatten, war es Zeit für das Mittagessen. Es gab Jakobsmuscheln oder Fisch zur Auswahl - jeweils mit oder ohne Knoblauch. Da entschieden wir uns doch gleich für Fisch mit Knoblauch. Ein Gemüsesüppchen gab's vorweg.

    Zum Nachtisch gab es Karamellpudding mit Ananas und alles schmeckte ganz lecker.

    Nach dem Essen richteten wir unser Zelt erst einmal häuslich ein und besorgten uns als Sitzgelegenheit zwei Plastestühle aus dem Restaurant.

    Danach machten wir einen langen Spaziergang die Küste entlang. Hier ist alles Natur und es gibt auch keine Anlegestelle fürs Boot.

    Man findet alle 50 m Fischadler-Nester und jedes einzelne war belegt.

    Ansonsten gibt es in diesem Naturschutzgebiet noch das Palapa-Camp von Kuyima. Wer länger als 3 Tage dort bleibt, darf in so einer Hütte übernachten.

    Ansonsten nur Wasservögel.

    Begegnet ist uns niemand, denn die waren alle beim Whale Watching. Unsere Tour war aber erst für den nächsten Tag angesetzt.

    Bei Kuyima hatte ich schon 10 Monate im voraus reserviert. Weil da eine Anzahlung von 30 % fällig war, wollte ich die Reservierung aufrecht erhalten und schließlich sind die Waltouren toll .

    Um 18 Uhr gab es Abendessen. Die Auswahl war wie mittags und wir wählten wieder den Fisch. Die Gemüsesuppe entsprach der vom Mittagessen, doch zum Nachtisch gab es Milchpudding mit Erdbeeren. Während dem Abendessen wurde noch ein Vortrag über die Grauwale gehalten und dann war es auch schon Zeit, sich auf den Weg zum Zelt zu machen.

    Gut, dass wir Stirnlampen mit dabei hatten, denn ohne findet man in stockdunkler Nacht weder die Toiletten noch das Zelt. Es gibt nur ein paar Mini-Solarfunzeln, die wenigstens die Toiletten drinnen beleuchten.

    Wenn man so mit den Hühnern ins Bett muss, ist die Nacht fürchterlich lang. Um 20 Uhr blieb leider nur noch die Koje, denn lesen mit Stirnlampe ist mühsam. Dort am Popo der Welt schätzt man auf einmal Fernseher, Computer und Handynetze . Kurzerhand beschlossen wir, mit unseren drei LED's auf der Stirn noch eine Nachtwanderung durchs Camp zu machen. Aber viel war nicht mehr los. Wieder am Zelt angekommen, leuchteten daneben zwei Augenpaare zurück . Ein Kojotenpärchen hatte wohl einen Streifzug durchs Camp unternommen.

    Es war nicht nur heiß und stickig im Zelt (die langen Unterhosen hatten wir tatsächlich im Gepäck, aber brauchten sie somit nicht), sondern es wurde so stürmisch, dass das ganze Zelt wackelte. Also es war wirklich wetterbedingt und nicht was manche jetzt vermuten .

    Offen lassen konnte man das Zelt wegen der Kojoten, Stechmücken und anderem Getier nicht. An Schlaf war jedenfalls nicht zu denken.

    Übernachtung: Im Zelt, Laguna San Ignacio
    Preis: 218 $ inkl. Zelt, Vollpension und 1 x Whale Watching für 2 Personen


    Es gibt leider sehr viele Fronten, zwischen die man kommen kann. Aber für die meisten Gringos wird's nur selten lebensgefährlich.
    181 amerikanische Touristen wurden 2014 in Mexiko ermordet. In der Relation zu den in den USA von Mexikanern ermordeten Mexikaner ist das gar nichts.


    Stimmt, aber manchmal wird nicht nach Herkunft entschieden. Dazwischen ist dazwischen ... (:Pfeif:) .


    Ich habe mir gerade das Video angesehen und bin ganz ergriffen. Die Wale so dicht am Boot gesehen zu haben, was für ein großartiges Erlebnis. :thumbup:


    Hi Michaela,

    frag nicht, wie ergriffen ich vor Ort war. Das Erlebnis wird unvergessen bleiben und wenn diese strapaziöse Anreise nicht wäre ... ;):D .

    Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht und die schönen Bilder! Wir waren schon im Südwesten der USA und in Yucatan, aber die Baja Califonia hatte ich irgendwie nicht auf dem Radar. Das ändert sich gerade :thumbup: Die Wale habt Ihr ja super erwischt. Bin schon gespannt, wie es weitergeht.


    Freut mich, dass ich dir die Baja etwas näher bringen konnte . Die Grauwale haben es mir angetan und deshalb haben wir uns nochmals auf die lange Reise gemacht.

    Wenn man sich überlegt, was diese Wale für Strapazen auf sich nehmen müssen, damit ihre Babies in den warmen Lagunen der Baja zur Welt kommen. Sie schwimmen jeden Herbst 9000 km von der Beringsee nach Mexiko und spätestens Anfang April wieder zurück.

    so, heute habe ich einmal alles in einem Rutsch gelesen und werde am Ball bleiben :thumbup:


    Supi

    Wirklich ein toller Bericht, wenn ich nicht so ein Angsthase wäre, würde ich das auch mal machen.


    Aufgrund der Schnupperreise 2013 wusste ich, dass die Mexikaner im Grunde genommen ganz herzliche Menschen sind. Man sollte halt nicht zwischen irgendwelche Fronten geraten ... (:Pfeif:) .

    Ich habe Deinen Bericht heute nachgelesen und kann den Vorschreibern nur zustimmen, absolute Klasse. :thumbup:
    Aber der Knaller ist natürlich die Wal-Tour - hattet ihr nicht Bammel, dass sich mal einer am Böötchen schubbern will und Euch umschubst? :whistling:


    Willkommen in der kleinen Nussschale .

    Dass die sich am Böötchen schubbern ist eigentlich normal. Deshalb ist es auch schwierig im schwankenden Boot Videoaufnahmen zu machen. Die Grauwale sind aber grundsätzlich freundliche Wale im Gegensatz zu deren Feinden, den Orcas. Umschubsen ist nicht, aber es könnte passieren, dass sie "versehentlich" aufs Boot springen. Da komme ich aber noch dazu ... (:Pfeif:) .

    Obwohl ich normalerweise eher zu der ängstlichen Fraktion gehöre, hatte ich kein bisschen Angst. Im Gegenteil - die Aufregung lässt sogar vergessen (:tanz:) , dass man in so einem kleinen Boot sitzt. Es ist ein so unbeschreiblich tolles Erlebnis, wenn die Wale ans Boot kommen und sich streicheln lassen.

    12.03.15 - Magie

    Von Cataviña nach Guerrero Negro

    (Die Karte wurde mit Topo USA von http://www.delorme.com erstellt)

    Eins wird man nach ein paar Tagen in der Baja California auf jeden Fall, nämlich tranquilo = ruhig. Denn bevor man sich aufregt: Always remember that you are in Mexiko ;) .

    Als das Restaurant nicht pünktlich öffnete, warteten wir geduldig vor der Türe. Zeit muss man schon mitbringen, denn die Mexikaner hetzen nicht und deshalb dauerten die Huevos a la mexicana (Rühreier mit Zwiebel, Paprika und Tomaten) etwas länger. Dabei hatten wir doch einen Termin und mussten noch mindestens drei Stunden bis zur nächsten Stadt fahren.

    Nach einer knappen Stunde Fahrt über eine Hochebene, führt der weitere Streckenverlauf zwei Stunden langweilig und fast kerzengerade durchs Flachland. Heiko schaute auf die Uhr. Er musste tatsächlich nur alle 20 Minuten wegen einer kleinen Kurve eine kurze Lenkbewegung machen.

    Kurz vor Guerrero Negro hatten wir dann wieder eine Militärkontrolle, obwohl das Militär an der Grenze zur Baja California Sur

    gleich wieder kontrolliert und dort einen großen Stützpunkt hat. Die winkten uns aber nur gelangweilt durch. Dafür stoppte uns ein Zivilist und wollte 20 Pesos (1,33 €). Ich fragte für was, doch er verstand nur Bahnhof und wir bezahlten ihm den Fahrschein ;) mit 20 Pesos. Dafür bekamen wir diese Quittung:

    Beim Überfahren einer Rinne wurde das Fahrzeug von unten desinfiziert. Die wollen nicht, dass irgendwelches Viehzeugs oder Pollen in den südlichen Regierungsbezirk eingeschleppt wird. Dass aber Insekten und Blütenpollen keine Staatsgrenzen kennen... (:Pfeif:) . Mit unserem frisch desinfizierten Unterboden fuhren wir die nächste Tankstelle an, denn so langsam brauchten wir Sprit. Die Mineralölgesellschaft Pemex ist staatlich und deshalb sind die Spritpreise überall gleich (90 Cent der Liter). Man wird an den Zapfsäulen bedient, die Scheiben werden gereinigt und dafür rundet man den Betrag mit ein paar Pesos auf.

    Nach dem Tanken fuhren wir die Mex 1 in südlicher Richtung bis zu diesem Schild weiter.

    Hier beginnt die Dirtroad zum 24 km entfernten Wal-Camp an der Ojo der Liebre, einer geschützten Lagune.

    Sechs km weiter erreicht man den Wachposten der weltgrößten Saline.

    Der Wächter trägt das Autokennzeichen und das Ziel in eine Liste ein, dann darf man durchfahren.

    Neben dem Häuschen schäumt das Meerwasser im Kanal

    und Salzkristalle sind auf einem Brett drapiert.

    Hier wurde gerade Meersalz geerntet

    und in großen Trucks zur Fabrik in Guerrero Negro abtransportiert.

    Die riesigen Trucks haben selbstverständlich Vorfahrt

    und man muss auf der Hauptpiste entlang den Kanälen bleiben.

    Nach 45 Minuten von der Mex. 1 aus erreichten wir den Parkplatz am Camp (Parkgebühr 4,50 €).

    Zum Camp gehört ein Restaurant, Campsites mit Palapas (strohbedeckte Hütten), Toiletten und Duschen.

    Aber deswegen waren wir hier:

    Nachdem wir 2013 Windstärke 10 und Pech aufgrund der hohen Wellen mit der Walbeobachtung hatten, sollte es an diesem heißen und windstillen Tag hoffentlich klappen.

    Ich hatte Monate zuvor mit Shari, einer Meeresbiologin, übers Nomad Forum Kontakt aufgenommen. Shari führt über die Grauwal-Saison von Januar bis Ende März Whale Watching Touren durch. Das kostet zwar etwas mehr als am Schalter vor Ort, doch dafür spricht sie Englisch, erklärt vieles und hat eine ganz besondere Beziehung zu den Walen.

    Normalerweise führt sie die Touren morgens durch, doch da wir eine knapp vierstündige Anfahrt zur Lagune hatten, wollte sie um 13 Uhr nochmals mit uns raus.

    Sie bat um eine kurze Pause und die nutzten wir zum Fisch-Tacos essen, machten uns noch kurz mit der Bedienung der Campingtoilette bekannt, schmierten uns dick mit Sonnencreme ein, setzten den Hut auf, mussten uns in eine Liste eintragen, bekamen ein Bändchen ums Handgelenk und noch Schwimmwesten verpasst . Was für ein Stress ;):D .

    Shari gab uns Anweisungen, falls wir das Glück hätten und die Wale ans Boot kommen. Man darf die Wale nicht an den Augen, den Atemlöcher oder gar der Flosse berühren. Dies sind alles empfindliche Stellen und da werden Berührungen keinesfalls von den Tieren akzeptiert. Die Wale können maximal 5 Minuten tauchen und dann stoßen sie beim Auftauchen den Blas bis zu 4 m hoch aus. In so einer kleinen Nussschale sitzt man natürlich an der Splash-Zone und deshalb sollten wir die Kameras verstauen, denn dieses ölhaltige Salzwasser tut den Objektiven nicht gut. Anfangs hielten wir uns auch daran ... .

    Wir waren bereit und gespannt auf die freundlichen Wale (in diesem Jahr waren übrigens so viele wie noch nie in der Lagune - nämlich 2500 Wale).

    Leopoldo, el Capitán, brachte das Boot zur Anlegestelle.

    Er stellte sich uns vor und fragte nach unseren Namen. Ilona war ihm wohl zu schwer, denn er taufte mich in Ilonn um.

    Dann steuerte er das Boot wie ein Fels in der Brandung und mit sexy Overknees in die Lagune.

    Normalerweise passen 10 Leute ins Boot, doch wir hatten die Extratour und Shari nahm nur noch einen Bekannten aus Florida mit.

    Nach 10 Minuten sahen wir die ersten Grauwale, die etwas zögerlich waren.

    Leopoldo gab nochmals Gas und stoppte den Motor nach 5 Minuten. Hier waren wir richtig. Shari rief die Wale und es war wie Zauberei.

    Big Mama tauchte gleich unterm Boot durch

    und die nächsten ließen sich nicht lange bitten.

    Eine Mami schob ständig ihr Kalb zu uns ans Boot, damit wir das Babysitting und streicheln übernehmen.

    In der Zeit schlief die Walmama immer einige Minuten. Länger dauert der Schlaf nicht und da liegen die Wale regungslos wie ein Mammutbaumstamm im Wasser. Shari machte uns darauf aufmerksam, wann ein Kalb gesäugt wurde. Dazu spritzt die Walkuh die Milch ins Wasser. Wenn man's mal weiß, dann sieht man das auch. In der Zeit in der Laguna fressen die Mütter übrigens nichts, denn deren Nahrungsangebot findet sich nur im kalten Nordpazifik. Das bedeutet monatelanges Fasten.

    Ich war im 7. Walhimmel .

    Für eine Erfrischung zwischendurch wurde gesorgt .

    Shari machte mit ihrer GoPro Unterwasseraufnahmen.

    Zwischendurch streckten die Wale immer mal wieder ihre Nasen aus dem Wasser.

    Nach 1,5 Stunden fuhr Leopoldo zurück. Die Touren dauern jeweils 2 Stunden.

    Was für ein unvergessliches und beeindruckendes Erlebnis! An dem Tag hat alles gepasst . Die See war spiegelglatt und Shari scheint die Wale magisch anzuziehen.

    Hier habe ich noch Video für euch.

    Nach der Tour verabschiedeten wir uns von Shari und fuhren nach Guerrero Negro zurück.

    Wir checkten im TerraSal Hotel ein. Das Hotel ist ziemlich neu und die Zimmer sehr geräumig und sauber.

    Die Dusche ist fast so groß wie eine Mannschaftsdusche und parken kann man vor der Türe.

    Leider kann man das Fliegengitter vor der Türe nicht abschließen und hat somit nur ein klitzekleines Fenster über der Dusche offen. Die Dose eines automatischen Duftspenders hat Heiko gleich entfernt, denn der sprühte alle halbe Stunde eine fürchterliche Parfümwolke aufs Bett.

    Zum Abendessen gingen wir ins Restaurant Don Gus, das uns Shari empfohlen hatte. Wir entschieden uns für Fajitas und saßen mal wieder als einzige Touris inmitten von Einheimischen.

    Leider kann man nach dem Abendessen nicht spazieren gehen, denn es gibt in den Orten keine Gehwege, sondern staubt gleich ein, wenn die Autos vorbeifahren. Da die Internetverbindung nur in der Lobby funktionierte, stellten wir uns die Stühle vor die Türe und genossen die letzten Sonnenstrahlen bei einem Buch. Tranquilo halt.

    Hotel: Hotel TerraSal, Guerrero Negro
    Preis: 37 € ohne Frühstück

    Auch klar ist. dass an authentische mexikanische Küche nicht so einfach am Hollywood Blvd. oder auf dem Santa Monica Pier findet, Aber wenn man sich in Lokale abseits der etablierten Ketten traut, bekommt man durchaus authentische Küche serviert - die auch täglich zig-millionenfach von den zitierten "Gringomägen" ürberlebt und von Gringogaumen exakt so gewünscht wird. ;)
    Ich kenne hier de facto keine Gringos, bei denen Cholula, Tapatio, Pico-Pica, Jalapenos, Chipotles, Habaneros, u.ä. nicht zu den Grundnahrungsmitteln zählen - von Sriracha ganz zu schweigen (aber das kommt von den asiatischen Gringos).
    Bleibt bei eurem nächsten Besuch einfach einmal bei einem Food-Truck, oder einem Hole in the Wall Mexican Restaurant stehen. Ihr werdet euch - sehr wahrscheinlich - ziemlich wundern, 8-)


    Gerade die Gegend um Westminster ist sehr "mexikanisch". Wir waren dort nach unserer Rückkehr in einem mexik. Supermarkt und fühlten uns gleich "heimisch" ;):D . Ich bezweifle nicht, dass es in der Ecke gute Restaurants gibt.

    Allerdings darf man Kalifornien oder grenznahe Städte in anderen Staaten nicht mit dem Rest von den USA vergleichen. Wir waren anfangs überwiegend in anderen Bundesstaaten unterwegs und da schmeckte das Essen eben "angepasst" . Und so haben wir das Essen zum Teil auch entlang der Transpeninsular in Hotelrestaurants erlebt. Das leckere Essen gibt es in den Restaurants, wo sich viele Einheimische treffen.

    Aber mal weg vom mexik. Essen: Ich habe vor 30 Jahren in Illinois bayerisch gegessen und das Essen war für die Tonne (:kotz:) ... Nun belassen wir es aber mal beim Essen und wenden uns dem weiteren Verlauf der Reise zu.

    Oh. Sorry für das Mehrachposting! War keine Absicht. :(


    No problem :D .

    Die Landschaft ist wirklich schön. Ich kann auch kein Spanisch...wobei manches kommt mir spanisch vor :D


    Zitat

    Die Gegend Cataviña schaut :thumbup: aus!


    Hat uns landschaftlich im Norden auch am besten gefallen , Claudia.

    Refried beans. Yummy. :thumbup:
    Eigentlich die einzige Zubereitung bei der ich diese Art von Bohnen wirklich mag. Vermutlich wegen den Tonnen an Lard (Schweinefett) welche normalerweise drin sind. engel1


    Was interessiert uns das Cholesterin . Wir sind schließlich im Urlaub :D .

    Das mangelnde Spanisch ist neben der Kriminalitaet das einzige was uns bisher an Reisen nach Sued- und Mittelamerika abgehalten hat... also Rundreisen meine ich.
    Das ginge hoechstens irgendwie vor-organisiert.


    Es gibt Leute in unserem Bekanntenkreis, die fahren ohne Spanischkenntnisse mit dem Camper durch Südamerika. Ganz ehrlich - da wäre mir nicht wohl dabei. Zudem möchte ich mit den Einheimischen auch etwas klönen können ;):D .

    Aber der rosa Bohnenmatsch mit richtigem Essen auf einem Teller, das geht ja gar nicht...würg


    Die Bohnenpampe gehört einfach dazu und die rote aus den Kidney Bohnen ist gar nicht mal schlecht. Auch wenn sie wie (:kotz:) aussieht ;):D .

    In den mexik. Restaurants in Amerika bestellt sich Heiko die Pampe immer ab, aber in Mexiko mag er sie. Das ist eine Frage der Zubereitung, aber das Thema hatten wir schon .

    Zumal wir ja nicht wegen dem Essen in Mexiko waren (:Pfeif:) .