5. Tag: 08.04.2023
Die Nach ist anfänglich laut. Viele Auto-Poser, die die Straße durchs German Quarter in ihren aufgemotzten Kisten rauf und runter brettern. Laute Musik inklusive. Irgendwann gegen Mitternacht ist der Spuk vorbei.
Morgens checke ich Whatsapp und die Familiengruppe quillt über vor Nachrichten. Was ist los? Der jüngste Anschlag in Tel Aviv, wo jemand in eine Menschengruppe an der Promenade gefahren ist, halten meine Damen in Atem. Ich versichere zum x-ten Mal, dass wir vorsichtig sein werden - wohl wissend, dass das eine Floskel ist und in der Praxis nicht umzusetzen ist.
Frühstück gibt es im Hostel nicht - es sei denn, man hat eigene Utensilien dabei oder möchte mit Pancakepulver in Wasser gerührt (oder wie immer das funktioniert) Vorlieb nehmen. Ist uns zu kompliziert, wir brauchen morgens einfache Lösungen.
Diese finden wir in Gestalt des Aroma-Cafés schräg gegenüber, das nicht nur einen schönen Namen trägt, sondern auch sehr leckere Apfeltaschen in Stabform und erstklassigen Cappuccino für 29 Schekel serviert. Wir essen draußen, ist gar nicht so kühl, wie wir dachten.
Dann fahren wir los, zum Glück haben wir auf dem Parkplatz gegenüber vom Hostel kein Knöllchen kassiert. So genau weiß man das nie, es sei denn, man ist des Hebräischen mächtig, das einem eröffnet, wann man denn wie lange kostenlos parken darf.
Wir fahren zum See Genezareth, straight nach Osten.
Leider ist das Wetter alles andere als optimal. Es regnet zwar nicht, aber der milchige Himmel verspricht keine guten Fotos. Nach einem Tankstopp bei Yellow kommen wir nach Tiberias - hat man auch schon mal irgendwann gehört, den Namen, ohne richtig etwas damit anfangen zu können. Keine besonders hübsche Stadt auf den ersten Blick, dafür direkt am Ufer gelegen.
Wir finden einen Parkplatz beim Bora Bora Beach Club, der nicht nur einen klangvollen Namen trägt, sondern auch üppig Eintritt verlangt für das Betreten einer zugegeben schönen, gepflegten Anlage mit Rasenflächen, Pool und Liegen hinter einem kleinen Strand. Doch Badewetter ist heute so gar nicht, also verzichten wir und begnügen uns mit einem Spaziergang. Gar nicht so einfach, eine Zugang zum Seeufer zu finden, der nicht in Privatbesitz ist.
Hier ist eine entsprechende Stelle:


Joah, ganz nett, aber auch nicht umwerfend bei dem mäßigen Licht.
Wir streunen noch eine Weile umher und klettern über ein paar Felsen, um plötzlich auf dem Grundstück eines Hotels zu stehen. Wenigstens ein paar Fotos dürfen wir doch machen ...


Dann setzt sich die Erkenntnis durch, dass hier besichtigungs- und fototechnisch nicht mehr viel zu holen ist, und wir fahren ein Stück weiter das Ufer hoch. Bei der Palm Beach Promenade bitte ich Ralf, mal anzuhalten für ein paar Bilder.




Wir fahren weiter, nicht viel zu sehen hier.
Vor uns liegt der Berg der Seligpreisungen mit der gleichnamigen Kirche darauf - ein römisch-katholischer Pilgerort. Dorthin fahren wir.
Der Ausblick auf den See ist bei guter Sicht bestimmt fantastisch, heute jedoch kaum einen zweiten Blick wert. Wir machen einen Spaziergang durch den hübschen Park.


Natürlich darf ein Besuch der Kirche selbst nicht fehlen.

Für die Innenansicht schließen wir uns einer größeren Reisegruppe an - auf dem Parkplatz stehen diverse Reisebusse. Viele der Menschen, mit denen wir einmal im Kreis um die erhöhte Plattform mit dem Altar gehen, sind offenkundig tief religiös.


Der Garten ist ebenfalls sehr schön. Überall blüht es.



Eine tolle Vegetation.

Wir erklären die Stippvisite zum See Genezareth für beendet und fahren durch eine blassgrüne, toskanaähnliche Hügellandschaft mit Zypressen und Bananenbäumen (die gibt es in der Toskana nicht :-)) nach Akko. Die Stadt hat einen mittelalterlichen Kern, der sehr interessant sein soll. Wir parken ganz in der Nähe der Gemäuer und tauchen bereits nach wenigen Schritten in eine fast vollständig arabisch geprägte Welt ein. Wieder staunen wir, wie nahe doch unterschiedliche Religionen, Kulturen und Lebensweisen in Israel beieinander liegen - leider nicht immer friedlich.

Wir landen gleich auf dem Souk, der sich nicht wesentlich von dem in Jerusalem unterscheidet. Exotische Speisen und allerlei Krimskrams erwarten einen.



Wir gehen durch kleine Gassen, deren morbiden Charme ich interessant finde. Ralf ist weniger begeistert - ist sehr individuell, logisch.




Wir bewegen uns zur Südspitze der Landzunge, auf der die Altstadt von Akko liegt.

Das sieht nach einem christlichen Gotteshaus aus:

Und das ist eindeutig ein Minarett:




Der Hafen ist auch interessant. Hier liegen zahllose Ausflugsboote und Fischerkähne.

Ich würde gerne noch ein wenig weiterstreunen, aber Ralf ist wenig begeistert und möchte lieber abzischen. Okay, machen wir.
Wir fahren zurück nach Haifa.
Erfreulicherweise finden wir einen Lücke auf dem winzigen Hostel-Parkplatz, so müssen wir nicht hoffen, kein Ticket zu bekommen. Vor unserer Abreise wird die Kiste sowieso nicht mehr bewegt.
Eine kleine Nachmittagspause schließt sich an. Ich fülle sie mit Fußballgucken an dem schönen Gemeinschaftstisch in unserem Hostel. Ralf mir gegenüber mit dem Werder-Sieg in Mainz.

Später gesellt sich noch ein junger Englisch sprechender ManU-Fan dazu, der die Highlights des Sieges gegen Everton schaut. Die Internationalität hier ist irgendwie cool.
Nach dem Fußball gehen wir wieder die Straße hoch, die zu den Bahai Gardens führt. Diesmal gehen wir sie bis zu ihrem Ende und besuchen natürlich auch die Gärten. Eine kurze Sicherheitsüberprüfung, dann dürfen wir eintreten.




Leider darf man nur bis zu einer gewissen Höhe gehen. Trotzdem ist der Blick herunter zum Industriehafen schon gut.



Abendessen gibt es bei Havana plus.






















































































































































