Beiträge von zehrer

    Montag, 19.05.2025

    Heute ist es sehr kalt, als wir um 8.15 Uhr das Hotel in Torrey verlassen. Wir nehmen die UT 62, um zur US 89 zu kommen. Ab Loa beginnt es dann zu schneien. Die Motorradfahrer tun uns leid, wir kennen das. Sie stehen in Gruppen am Straßenrand oder an der Tanke und das einzige, was sie warm halten könnte, sind die heißen Auspuffe und die Zigaretten.

    Schneefall auf der UT 62 nach Loa

    Nachdem wir den Wayne Summit passiert haben, hört es langsam wieder auf. Und auf der US 89 wird das Wetter sogar schön. Was fehlt ist nach wie vor die Wärme. Und als wir auf den Bryce Canyon zufahren, sehen wir, dass oben frischer Schnee liegt.

    Die "All American Road", das ist die UT 12, bringt uns zum Red Canyon, der uns mit feuerroten Felsen als wunderbaren Kontrast zu den sattgrünen Bäumen begrüßt. Bereits 1994 sind wir hier das erst Mal zum Bryce Canyon durchgefahren, aber es hat nie für eine Wanderung gereicht. Und das, obwohl das Gebiet genauso schön ist. Heute wird das anders. Wir parken im Red Canyon Campground, nach den Restrooms liegt rechts oben der Buckhorn Trailhead. Es gibt zwei Trailhead Parking Plätze nahe des Camping Slots 26. An den Toiletten wären noch genügend freie Ausweichplätze gewesen.

    Wir starten auf dem Buckhorn Trail 3037. Er führt durch den Wald auf rotem Untergrund und schmalem Pfad in die Höhe. Die Steilheit überwinden wir locker, da viele Serpentinen die Kraftanstrengung erleichtern. Als die Bäume weniger werden, öffnet sich nach Norden der Blick auf das Sevier River Valley und der Wind bekommt von vorne die Chance, uns in die Gesichter zu peitschen. Es wird wieder ziemlich frisch und es fallen sogar vereinzelt Schneeflocken.

    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]
    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]

    Als wir oben sind, öffnet sich ein riesiges Amphitheater mit wunderbaren Felsformationen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die letzten 0,20 von 0,9 Meilen des Buckhorn Trails führen über schmale Passagen eine Ridge entlang zu den Felsformationen. Der Wind blässt unerbittlich, so dass wir uns durchaus konzentrieren müssen, um das Gleichgewicht zu halten. Links vom Pfad geht's ziemlich bergab. Aber die Aussicht ist fantastisch und wir genießen diese rote Natur ganz alleine.


    Video: Red Canyon Buckhorn Trail 1

    Video: Red Canyon Buckhorn Trail 2

    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]
    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]

    Es geht die kurze Ridge zurück und wir treffen auf das Schild, das den Weg zur Golden Wall weist. Den Golden Wall Trail 3095 wollten wir eigentlich von unten erwandern, da wir aber schon so weit sind, beschließen wir die Route abwärts zu gehen, um in einem Loop an unseren Ausgangspunkt zurückzukommen. Ein Foto der Trailkarten im Campground gibt die Sicherheit, dass das klappt.

    Es geht in Serpentinen hinunter, links und rechts roter Sand, rote Hoodoos und andere rote Gebilde. Und nach 2,2 Meilen verläuft sich der Weg in einen breiten und trockenen Creek, dem wir nur kurz folgen, um dann erneut aufwärts zu gehen. Es ist eine unglaublich schöne Landschaft durch die wir hier wandern. Rechts oben kommen zu den roten auch noch gelbe Felsen in einer mächtigen Wand dazu, die sich nun der durchkommenden Sonne zuwenden und sich damit noch auffälliger zeigen.

    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]
    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]
    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]
    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]

    Nach gut 3 Meilen und zwei Stunden Gehzeit sind wir am Castle Bridge Trail mit der Nummer 3096, der nach rechts oben abzweigt. Na dann los, denn das Wort Bridge erzeugt bei uns Liebhaber von Felsentoren, sogenannter Arche, zumindest Neugier. Der Trail führt zuerst an einigen Felsformationen vorbei, in denen wir mit dem Fernglas die Brücke suchen. Arch Hunting sozusagen, aber Fehlanzeige!

    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]
    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]

    Es geht nun immer tiefer in einen Einschnitt hinunter und eher durch Zufall entdecken wir auf der gegenüberliegenden Seite die Bridge. Der dunkle Felsen der Brücke hebt sich von der roten und bezaubernden Darstellung der Burg ab. Schön und nett!

    Buckhorn - Golden Wall - Castle Bridge Loop [Red Canyon]


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    Nach 3,8 Meilen treffen wir wieder auf den Golden Wall Trail, der uns hinunter zur UT 12 führt. Nach 1,35 Meilen empfängt uns ein breiter Radweg, der nach Osten zurück zum Red Canyon Campground führt. 5,3 schöne Meilen und fast 3 Stunden tolle Eindrücke gehen zu Ende.

    Die bekannte und wunderschöne Landschaft links und rechts der US 89 bringt uns nach Süden bis Kanab. Wir bekommen im Hampton Inn ein schönes Zimmer und spazieren dann durch's Dorf. Auch neben der Straße warten immer wieder schöne Erinnerungen an vergangene Jahre. Das Sun and Sands, dort wo wir bei unserer ersten Wave-Wanderung 2001 das wirklich letzte Zimmer bekommen haben, nehmen wir genauer unter die Lupe. Und dann sind wir froh, dass wir im Hampton wohnen.

    Das Sego Restaurant im Canyons Boutique Hotel wartet. Wir waren schon öfter hier und das Essen war auch dieses Mal der Hammer!

    Fortsetzung folgt ...

    Sonntag, 18.05.2025

    Heute sind zwei Wanderungen geplant, die beide an der Notom Road liegen. Der Red Canyon und der Surprise Canyon warten.

    Eigentlich sah der Wetterbericht ganz gut aus und trotzdem werden wir einen Hike schneller beenden müssen, als uns lieb ist. Die zweite Wanderung wird dem Wetter ganz zum Opfer fallen. Aber von vorne: Die UT 24 bringt uns 19 Meilen in den Capitol Reef National Park, bevor wir nach rechts in die Notom Road South, auch ausgewiesen als CR 1670, abbiegen.

    Notom Road [Capitol Reef National Park]

    Die umliegenden Berge und Hügel sind von der Sonne angestrahlt, aber der Himmel zeigt sich teilweise sehr dunkel. Schöne Kontraste, keine Frage, aber die Signale müssen gelesen und darauf muss bei der Wanderung rechtzeitig reagiert werden, auch deshalb, da die Notom Road zur Dirtroad wird. Der anfangs noch geteerte Weg folgt der Waterpocket Falte. Das Panorama ist sagenhaft. Weiße, gelbe und rote Kuppen leuchten und die dunklen Wolken wollen sie mit Schatten zudecken. Noch gewinnen die sonnenbestrahlten Erhebungen.

    Video: Anfahrt auf der Notom Road 1

    Video: Anfahrt auf der Notom Road 2


    Nach 16 Meilen verliert sich der Teer, aber die Straße ist weiterhin vernünftig zu befahren. Auch PKWs oder Wohnmobile dürften keine größeren Probleme haben, sofern die Notom Road trocken ist. Seit Abfahrt von der UT 24 sind wir 21,19 Meilen unterwegs und just hier geht es nach rechts in den Cedar Mesa Campground, der gleichzeitig der Trailhead für die Red Canyon Hiking Root ist.

    Der Trail beginnt am Ende des Zeltplatzes. Er führt zunächst über eine Ebene an Juniper Bäumen entlang. Manchmal zeichnet sich eine alte Dirt Road ab, die uns nach Südwesten zum Canyoneingang führt. Der Himmel sieht zeitweise etwas bedrohlich aus, aber der bereits beim Anmarsch mögliche Blick in den Canyon entschädigt.

    Red Canyon Hiking Route [Capitol Reef National Park]
    Red Canyon Hiking Route [Capitol Reef National Park]
    Red Canyon Hiking Route [Capitol Reef National Park]
    Red Canyon Hiking Route [Capitol Reef National Park]

    Nach 1,4 Meilen sind wir in der trockenen Wash gelandet, die das Material aus dem Red Canyon, der eigentlich ein Amphitheater bzw. eine Abbruchkante ist, transportiert hat. Die Farben der Wände des Flussbettes wechseln vom grellen Weiß, zu saftigem Gelb und einem Dunkelrot bis hin zum zarten Rosa.

    Red Canyon Hiking Route [Capitol Reef National Park]
    Red Canyon Hiking Route [Capitol Reef National Park]

    Die Wash wird zum Ende hin natürlich immer schmäler und zunehmend stellen sich aus den Wänden abgegangene Boulder in den Weg. Am feuerroten Canyonrand kleben ein Arch und etliche Alkoven. Kurz vor dem Trailende gabelt sich die Wash. Beide Einschnitte gehen wir bis zum Ende, das nach insgesamt gut 3 Meilen erreicht ist.

    Red Canyon Hiking Route [Capitol Reef National Park]
    Red Canyon Hiking Route [Capitol Reef National Park]

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    Video: Red Canyon [Capitol Reef NP] 1

    Video: Red Canyon [Capitol Reef NP] 2


    Unser Blick geht gen Himmel und wir beschließen, den Canyon nach einer kurzen Pause wieder zu verlassen. Und am Ausstieg beginnt es zu regnen. Prinzipiell kein Problem, da der Trail hier bereits sandig ist. Aber wir wissen natürlich nicht, wie sich die Dirtroad verhält. Die Schritte nehmen in Frequenz und Länge zu. Die Regenjacken müssen jedoch raus und die Rucksäcke müssen geschützt werden.

    Nach insgesamt 6,3 Meilen sind wir nach 3 Stunden am Auto. Der Campground ist mittlerweile gut gefüllt. Selbst ein deutsches Autokennzeichen ist zu registrieren. Nichts wie weg!

    Die 5 Meilen bis zum Teer waren dann aber kein Problem, da es über der Straße offensichtlich nicht so stark regnete. Der zweite Hike, der noch weiter hinten an der Notom Road gewesen wäre, fällt allerdings aus, da nicht mehr mit Sonnenschein gerechnet wird. Der Regen hat auch zugelegt und prasselte nur so vom Himmel, als wir die UT 24 erreichen.

    Wir fahren nach rechts Richtung Hanksville in der Hoffnung, dass wir noch einen kleinen, trockenen Hike finden. Wir stehen bald am berüchtigten Betonmischer, der praktisch der Trailhead auf die North Caineville Mesa ist. Aber außer nach oben zu schauen, fällt uns nichts dazu ein. Zurück und in das Cathedral Valley. Bis zu den ersten Badlands ist alles gut, aber dann wird die Road nass und schmierig. Return and let's go home!

    Video: Badlands Cathedral Valley

    Das Abendessen gibt's im Broken Spur Inn Restaurant. Reservierungen sind ausgeschlossen und so warten wir auf einer versifften, jedoch bequemen Couch 20 Minuten auf einen Platz. Das Essen war gut und der Chardonnay auch.

    Fortsetzung folgt ...

    Seit es diesen grandiosen Auflauf in den Parks gibt, meide ich sie, wenn immer nötig und möglich. Es ist teilweise wie anstehen am Mount Everest.

    Die Natur ist links und rechts der Parks genauso schön und nicht überlaufen. Das bedingt jedoch aufwändigerer Planung und eventuell mehr körperlichen Einsatz (Stichwort Hiking :-). Aber das lohnt sich m.E..

    Natürlich habe ich den Vorteil der frühen Geburt und die NPs mehrmals gesehen.

    Habe hier

    Farewell USA [2025] - Colorado, New Mexico, Arizona, Kalifornien (California), Nevada, Utah - Seite 5 - USA - USA-Stammtisch.net - Das Forum für USA Freunde

    gerade beschrieben, dass es inzwischen selbst im Capitol Reef "crowded" ist ...

    Samstag, 17.05.2025

    Der Wecker klingelt um 6 und beim Frühstück sitzen schon die Ersten. Als Continental Breakfast ist es o.k., aber zum Full-Breakfast reicht es mit nur gekochten Eiern nicht. Heimelig ist der kleine Frühstücksraum ja nicht, aber das kennen wir ja und den Amerikanern macht Ungemütlichkeit und ein wenig Dreck ja nichts aus; lieber hocken sie mit dem Schlafanzug im Frühstücksraum. Egal, ein National Park ist immer etwas mehr Masse als Klasse, wobei man in der Vergangenheit den Capitol Reef eher nicht in die Phalanx der Großen und inzwischen überfüllten Canyonlands oder Grand Canyons dieser Welt einordnen musste. Auf zum Wandern, dafür sind wir hier!

    Wir sind am Hickman Bridge Trailhead, er ist bereits um kurz nach 7 Uhr gut gefüllt. Der gleichnamige Trail ist einer der Hauptwanderwege im Park. Kurz, nicht zu anstrengend und am Ende ein wunderschöner Arch. Auch wir begehen anfangs diesen eher sandigen Trail mit Steinstufen, aber bereits nach 0,3 Meilen verlassen wir den Weg nach rechts. Es ist der Weg in die Freiheit. Der Navajo Knobs Trail, der gleichzeitig der Rim Rock Trail ist, bringt uns zunächst runter in eine Wash, - der Creek ist nicht nur sandig, sondern staubtrocken. Und dann geht es der Riffkante entgegen. Dort lauern weiß überzogene, in den Hintergrundfarben als im Kern rot erkennbare Berge.

    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]

    Die ursprünglich horizontalen Bodenschichten, die aus Sedimenten entstanden, wurden bei der Anhebung des Colorado-Plateaus leicht geneigt und gebogen. Durch Erosion entstand dann die heutige "Falte", die das aktuelle Riff bildet. Diesem Riff folgen wir nun immer zwischen der Abbruchkante und den Bergen. Es geht nach Westen. Nach 0,9 Meilen verlassen wir ein Amphitheater und passieren den Hickman Bridge Overlook. Kurze Ausschau: Es ist schon einiges los dort unten, aber auf unserem Trail gähnende Leere. Fast, denn ein Großhornschaf sieht uns tief in die Augen und flüchtet dann in einen kleinen Canyon.

    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]
    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]

    Immer wieder führt uns der Weg hin zur Abbruchkante, dann zurück und hinein in einen Einschnitt, den wir mit Links-um wieder in Richtung des Tales verlassen, das der Freemont River durch die feuerroten Felsen des Capitol Reef gegraben hat. Es geht weiter hinauf, weg von sandigem mit Steinen durchsetztem Geläuf auf überwiegend glatten Fels. Wir sind auf der sogenannten Longleaf Flat. Wie eine sehr breite Autobahn zieht sich das Weiß, Rot und Gelb am Rim entlang immer dem Himmel entgegen. Ein Trail ist nicht mehr sichtbar, aber die Rimkante und ein paar Cairns, also Steinhaufen, markieren die Richtung; verlaufen kann man sich nicht. Die Aussichten auf schön gezeichnete Berge und tiefe Schluchten sind einzigartig, -das Szenario fast unbeschreiblich.

    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]
    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]
    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]
    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]

    Nach 2,3 Meilen, eine Stunde und zwanzig Minuten sind wir unterwegs, signalisiert ein Schild das Ende des Rim Rock Trails. Für uns geht es weiter. Nach 2,9 Meilen blicken wir in die Tiefe. Unten wächst das sogenannte "Castle" bis auf fast unsere Höhe herauf. Zerklüftete Türmchen versuchen den Himmel einzufangen, werden aber vermutlich durch die Verwitterung nie zu ihrem Ziel kommen. Das schwarze Teerband der UT 24 durchschneidet die roten Badlands, die das Schloss tragen, das sich dann auf Basis einer grauen Schicht erneut in roter Farbe in die Höhe schraubt.

    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]
    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]

    Relativ unvermittelt verabschieden sich die Felsenplatten und der Trail führt nach rechts oben sandig den Navajo Knobs entgegen. Gelb-weißer Fels hat sich ziemlich zerklüftet und die gebildeten Einschnitte brauchen wir, um nach oben zu kraxeln. Es geht zwischen den Felsen durch und darüber. Die Hände sind in Gebrauch und manchmal gilt es mehrere Aufstiegsvarianten zu sichten und sich für eine zu entscheiden. Das klingt jetzt vermutlich etwas zu sehr nach schwieriger Kletterei. Nein das ist es beileibe nicht, aber etwas Konzentration und Vorsicht ist angeraten. Meine Höhenangst ist auch alles anderes als hilfreich.

    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]
    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]

    Die letzten vielleicht 30 Höhenmeter sind überstanden und wir stehen bzw. sitzen nun nach 4,62 Meilen auf den Nocken, die man Navajo Knobs nennt. Der Ausblick ist atemberaubend und fast unglaublich. Allein die Fallhöhe von knapp 350 Meter von hier bis zur Straße verdient und erzeugt Respekt. Und die tollsten Farben und Felsen signalisieren, dass es sich wahrlich gelohnt hat, hier herauf zu kommen. Einsam genießen wir die Natur. Kleine Brotzeit!

    Video: Tiefer Blick in den Capitol Reef

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    Auch beim Abstieg legen wir ab und an eine Sightseeing-Pause ein. Diese wunderbare Gegend und der schön zu gehende Hike wird in den Kreis der Wanderung des Jahres | Hikes of the year aufgenommen. In knapp 6 Stunden sind wir wieder im Tal. Der Fußgängerverkehr von rechts strömt von der Hickmann Bridge in unglaublicher Menge und Frequenz. Wir reihen uns ein und der Menschenstrom zieht uns sozusagen zurück zum Trailhead.

    Es ist erst 13.30 Uhr und jetzt schauen wir mal, ob wir nicht am Chimney Rock Trailhead, der sich in unmittelbarer Nähe befindet, noch einen Parkplatz ergattern. Und tatsächlich finden wir ein letztes Plätzchen und sind erstaunt, als wir uns die Karte vom Trail ansehen. 3,5 Meilen, oh doch so lang - auf geht's!

    Chimney Rock Trail [Capitol Reef National Park]
    Chimney Rock Trail [Capitol Reef National Park]

    Roter Fels, wohin man schaut. Der Trail geht links vom knapp 50 Meter hohen Kamin auf das Riff zu. Nach 0,5 Meilen teilt sich der Weg. Hier wird sich ein sogenannter Loop vollenden. Wir gehen nach rechts und die Natur führt uns ziemlich steil auf die Höhe der Spitze des Chimney Rocks. Als wir diese Höhe erreicht haben, bekommen wir schöne Blicke auf den Rock und das Tal. Es geht links herum den Rim des Mummy Riffs entlang weiter.

    Chimney Rock Trail [Capitol Reef National Park]
    Chimney Rock Trail [Capitol Reef National Park]

    Wir wandern jetzt ohne nennenswerte Steigung nach Osten und genießen die Aussicht über die Whiskey Flat. Weit hinten erkennen wir oben die Navajo Knobs auf denen wir vor einigen Stunden gesessen haben, und "The Castle" auf seinen roten und grauen Füßen.

    Nach rund 1,3 Meilen geht's hinunter in ein Tal, das mit farbigen Sulphur- und Borax-Hügeln am Fuße des Riffs durchsetzt ist. Sogenannte Wüstentrompeten, die bereits völlig ausgetrocknet sind, bilden einen Teppich, an dessen Ende diese Farbenpracht in lila und grünen Schattierungen barrierefrei zu bestaunen ist.

    Video: Whiskey Flat vom Chimney Rock Trail


    Chimney Rock Trail [Capitol Reef National Park]


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    Es geht weiter und über einen Ausläufer des Spring Canyons nach Westen zurück. Wir wandern an Feldern mit riesigen Felsbrocken vorbei und unsere Augen passieren rot, lila und grüne Farben zurück zum Auto. 3,5 Meilen in zwei Stunden, - das Sitzen im Auto tut jetzt aber ziemlich gut.

    Das Essen im Rim Rock Restaurant war besser als gestern, aber zu viel.

    Fortsetzung folgt ...

    Freitag, 16.05.2025

    Die Pause geht zu Ende. Fernseher an, Rechnung geprüft und nichts. Nichts, da offensichtlich ein Bewegungsmelder brav gemeldet hat, dass wir eine 18 USD teuere Tasse Kaffee aus der Minibar getrunken haben. Als wir alles zusammen haben, müssen wir halt nochmal zu Rezeption. Das passiert öfters, alleine das Teil vom Tablett hochzuheben erzeugt eine Belastung. Tja, kein Problem, denn das Problem dahinter ist wohl ein gesellschaftliches und Auslöser für diese Maßnahmen sind eher die Unverschämtheiten der Leute, die sich in der Minibar bedienen und dann "das Weite suchen".

    Bye, bye Las Vegas, - es ist 8.30 Uhr und es hat 23 Grad als wir auf der Interstate 15 nach Norden fahren. Die Stadt zieht sich inzwischen sehr lange an der Autobahn entlang. Viele neue Häuser, Wohnungen und Lagerhallen säumen den Weg. Die feste Größe ist der Las Vegas Motor Speedway. Dann endlose Solarfabriken, die bis über die Abzweigung der US 93 nach Norden den Wüstenboden besetzt halten.

    Bei Mesquite trifft das Teerband auf den Virgin River und begleitet ihn durch Schluchten und Berge über Arizona nach Utah. Wir verlieren eine Stunde. In St. George tanken wir für 3,39 USD pro Gallone und sind damit mehr als 60 Cent billiger davongekommen als in Nevada.

    Video: Auf der I15 von NV nach AZ und UT

    Die hohen Berge bei Cedar City sind noch etwas in weiß gekleidet und wir machen eine kleine Pause im Subway. Nach 214 Meilen verlassen wir die Interstate endgültig am Exit 95. Der Weg führt weiter nach Süd-Osten, immer der UT 20 entlang. Wir erreichen nördlich von Panguitch die US 89. Sie bringt uns nach Norden zur UT 62. Ziemlich zick-zack alles, aber hilft nichts. Es geht nun den Sevier River eine sehr schöne Landschaft bis zum Otter Creek Reservoir entlang. Dann erreichen wir endlich die UT 24, die uns nach Torrey bringt.

    Im Days Inn haben wir im Januar praktisch das letzte Zimmer im National Park bekommen. Auch der Capitol Reef wird inzwischen von uns Touris überrollt, früher zählte er zu den weniger frequentierten Parks. Das Hotel ist schon alt und von außen sehr ungepflegt. Dort wo der Pool beheimatet ist, sieht das Gebäude eher einer Abbruchbude ähnlich. Unser Zimmer ist jedoch groß und es ist sauber.

    Wir fahren noch kurz in den National Park, für den nach wie vor kein Eintritt verlangt wird. Ein paar Fotostopps und wir werden uns bei der Vorbeifahrt an den Trailheads bewusst, dass wir morgen früh zeitig im Park sein müssen.

    Video: Einfahrt in den Capitol Reef National Park

    Das Essen gibt es im Capitol Reef Resort; das Restaurant heißt Pionier Kitchen. Und so wird auch gekocht. Es war o.k., aber nicht gut.

    Fortsetzung folgt ...

    Donnerstag, 15.05.2025

    Das "Rosa Mexicano" steht am Eingang der Miracle Miles. Der Name klingt zwar etwas eigenartig, aber wir wurden nett empfangen und hatten einen wunderbaren Sitzplatz in einem Booth. Das Frühstück war gut und der Preis war wirklich vernünftig (43 USD inkl. Tip), - Recommendation!

    Um 8.15 Uhr sind wir auf der Piste, die Interstate 15 heißt. Es geht nach Süden zur I 215 W und dann auf der NV 564 E durch Henderson. Vorbei an den tollen Häusern am Lake Las Vegas und blühenden Ginsterbäumen. Trump hat seine Erhöhungen für die Lake Mead Recreation Area vorweggenommen. 25 USD werden fällig, gültig für 7 Tage, aber wer braucht das schon.

    Wir fahren einsam an der North Shore des Lake Meads entlang. Wüstengegenden wechseln mit roten Felsformationen, - es ist einfach nur schön und es ist auch sehr abwechslungsreich. Nach 55 Meilen biegen wir am Milemarker 30 nach rechts in die Boathouse Cove Road ab. Langsam, da ungeteert, nehmen wir unseren Weg in die Berge. Nach 2 Meilen parken wir unseren Suburban neben der Fahrpiste in einer kleinen Bucht. Es gibt hier fast keine Möglichkeit zu parken und weil wir auch an das Wenden des Fahrzeugs denken, passt es hier einigermaßen. Nach den dramatischen Erlebnissen vom letzten Jahr in den Coyote Buttes South, wollen wir auch nicht mehr allzu viel riskieren.

    So müssen wir insgesamt halt 1,6 Meilen weiter wandern, aber das sind nicht annähernd die Aufwendungen für einen Reifenplatzer. So sind wir nach 0,8 Meilen am Einstieg zur Cleopatra Wash and Cove in den Black Mountains. Die ersten Alienpflanzen, so haben wir die Wüstentrompeten schon vor Jahrzehnten benannt, da wir es nicht besser wussten, pflastern den Weg. Die Wash wird breit und wenn es felsig ist wieder schmäler. Nur ab und zu sind kleinere Dryfalls zu überwinden oder zu umgehen.

    Cleopatra Wash and Cove [Black Mountains - Lake Mead National Recreation Area]
    Cleopatra Wash and Cove [Black Mountains - Lake Mead National Recreation Area]

    Leider stellt sich die Sache nach 2,6 Meilen etwas anders dar. Nach einer Stunde ist für uns leider Schluss. Ein zirka 3 bis 3,5 Meter hoher Dryfall versperrt den Weg. Wir suchen rund 20 Minuten nach einer Umgehung, haben aber leider keinen für uns zu bewältigenden Weg gefunden. Der Abstieg ist uns zu gefährlich und so müssen wir aufgeben.

    Cleopatra Wash and Cove [Black Mountains - Lake Mead National Recreation Area]
    Cleopatra Wash and Cove [Black Mountains - Lake Mead National Recreation Area]

    Das war sehr schade, aber wenigstens haben wir uns in einer netten und interessanten Landschaft etwas bewegt. Keine Menschenseele haben wir getroffen, als nach 5,25 Meilen in knapp 3 Stunden das Auto am Wegrand steht. Es hat mittlerweile 34 Grad Celsius.

    Video: Dirtroad Boathouse Cove Road

    Heute ergattern wir einen Platz an der Vice Versa Bar im Vdara. Es ist zwar ziemlich voll, aber das tut der Vorfreude auf den Lieblings-Mule keinen Abbruch. Aber, oh je, er wird nicht mehr im stilechten Kupferbecher serviert und das Crashed Ice fehlt auch. 3 Heineken 0,33 aus der Flasche und der Mule = 71 USD. Nicht schlecht :)

    Wir gehen in die Grand Canal Shoppes at The Venetian und dort in den kleinen Italiener Reggiano. Das Essen war sehr gut!

    Fortsetzung folgt ...

    Mittwoch, 14.05.2025

    Im Tagebuch steht: Fritz hat unten im Market Cafe Kaffee geholt. Im Zimmer war in der Minibar auch ein Set für eine Tasse Kaffee mit Milch und Zucker. Diese Tasse hätte aber 18 USD gekostet. Asterix würde formulieren: Die spinnen, die Römer, - ähm die Amis!

    Las Vegas - Vdara - Kaffee aus der Minibar

    Nachdem das Gesicht gewaschen und die Zähne geputzt sind, machen wir uns auf zu unserem, in der Regel besuchten Frühstückslokal. Aber, was ist das? Das "Ocean One Bar & Grille" in den Miracle Miles ist für immer geschlossen. Es hatte ein wirklich annehmbares Frühstück zu einem einigermaßen akzeptablen Preis. Im Netz steht geschrieben, dass sie angeblich die Miete nicht mehr zahlen konnten bzw. wollten. Sehr, sehr schade! Also schnell zum Earl of Sandwich. Die Frühstücksburger sind wohl nicht gesund, aber gut! Jetzt auf zum Vdara Pool.

    Ein Tag in Las Vegas ist oft anstrengender als ein Hike. Und der Pool ist damit nicht gemeint, auch wenn der dortige Aufenthalt bei uns nie länger als zwei Stunden dauert kann - langweilig! Außerdem sind wir Läufer und keine Schwimmer, also aufgemacht ins Fashion Show Shopping Center. Bath & Body Works muss sein und Gott sei Dank haben die eine Bank für Männer heraußen und weg von der Geruchszone hingestellt. Der Tag vergeht, zurück ins Zimmer.

    Die Bar im Vdara war voll, also rüber zum Bellagio und ab ins Lago. Wir finden die Bar schön und selbst von weiter hinten kann man die Wasserspiele erahnen. Nur der Mule ist nicht so gut wie im Vdara, sagt Monika. Mein Bier schmeckt immer gleich. Und jetzt müssen wir noch schnell in die Miracle Miles zum V Secret und dann wird die Zeit knapp.

    Wir kämpfen uns erneut durch das Bellagio, um die Rezeption herum und im Casino ist die Hölle los, und kommen noch gerade pünktlich in den Water Grill im Caesars Palace. Ziemlich leer hier, aber es standen auch keine Bedienungen rum, so dass man von einem Personalproblem oder einer guten Planung ausgehen kann. Das Essen war sehr gut, der Rombauer sowieso.

    Rombauer


    Fortsetzung folgt ...

    Ich seh' ja an den Bildern und an der Signatur, wer das ist. Der Verweis auf das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten sei mir gestattet :)

    Viktor, Du bist ein Ass. Danke, dass Du Dir diesen sozialen Dienst antust!

    Ja, leider bin ich der dunkle Typ :) . Aber egal, ich kann auch auf hell ... das muss jetzt keine große Aktion auslösen. Viktor, vielleicht kommst Du mal bei der Einstellung vorbei und wenn Du magst, kannst Du ja aus Schwarz Hellgrau machen(so wie die Literale Geschlecht, Wohnort und Website).

    Aber wie gesagt, wichtig sind andere Dinge ...

    Viktor, einen Verbesserungsvorschlag habe ich jetzt doch noch, - sorry

    Die Benutzernamen bei uns Normalos sind schwarz, was auf dunkelgrauem Grund junge Adleraugen benötigt. Da ich weder jung, noch ein Adler bin, prüfe doch bitte, ob es Deines Erachtens Sinn gibt, das zu ändern. Ein bayrisches vergelt's Gott ist Dir sicher!

    Dienstag, 13.05.2025

    Heute haben wir die Zeit, erst um 8 Uhr zum Frühstück zu gehen. Es wird im Durango Restaurant serviert und es war nichts los. Schlafen die Leute noch oder ist der Frühstücksbeginn 8 Uhr ein betriebswirtschaftlicher Burner? Egal, die Eier waren gut und mit Kaffee blieben dann 8 USD auf dem Voucher für den Tip. Um 9.30 Uhr nehmen wir Fahrt auf.

    Die Interstate 15 bringt uns nach Las Vegas und auf halbem Wege nach Barstow. Barstow, ein Drehkreuz und Zentrum für die Eisenbahn. Alleine der Rangierbahnhof ist 8 Kilometer lang. Hier kreuzt auch die Interstate 40. Grund genug, um einmal in die Old Town zur Historic Main Street zu fahren? Aber das hätten wir lieber mal bleiben lassen, - einfach furchtbar! Es gibt nichts und was es gäbe ist verrammelt.

    Barstow - Historic Main Street

    Es geht weiter! Heute ist es kühl und selbst im Hotspot Baker zeigt das große Thermometer nur 26 Grad Celsius. Und plötzlich zeigt auch die Natur in der Wüste was sie kann. Joshua-Wälder so grün, wie wir sie noch nicht gesehen haben. Bärig!

    Das fast mystische Highlight 100 Meilen vor Las Vegas steht wie ein Wegweiser eines Disney-Parks in der Wüste. "ZZYZX", - wir sind vor einigen Jahren einmal neugierig rausgefahren, aber es war nix. Kein Alien, keine Nuklearanlage, keine AirBase, - nur Wüste. Da wollte jemand das letzte Wort haben, ein Wort ist es jedoch nicht.

    Video: Anfahrt Las Vegas ZZYZX

    Da das Primm Outlet seit 2022 geschlossen ist, wir aber noch zu früh dran sind, konnten wir uns zwischen Premium Outlet South oder einem Hike entscheiden. Nachdem wir das Ivanpah Solar Electric Generating System, das wie ein Leuchtfeuer in der Mojave steht, passiert haben, weist es uns den Weg in die Stadt und zum Outlet.

    Video: Anfahrt Las Vegas - Ivanpah Solar Electric Generating System

    Normalerweise sind wir im North Outlet, aber hier gibt es natürlich die gleichen Shops. Einkauf für die Enkel und ab ins Vdara, wo die Rezeption voll besetzt, aber kein Gast da ist. Schön!

    Las Vegas - Vdara

    Wir buchen seit einigen Jahren immer ein sogenanntes "Brunnenzimmer", ich liebe diesen Ausdruck! Diese Zimmer garantieren einen Ausblick auf die Fountains, die Sphere und den Strip vor dem Paris. Wir landen heuer etwas tiefer im 46. Stock.

    Las Vegas - Vdara - Blick vom Brunnenzimmer

    Auch der Strip ist abends ziemlich verwaist. Ein Bier im Lago und im Palm, - das Abendessen gibt es im Mon Ami Gabi. Das Restaurant ist voll wie immer, obwohl die Preise seit letztem Herbst ziemlich angezogen haben. Gute Nacht Las Vegas, gute Nacht Sphere, CU tomorrow!

    Las Vegas Sphere
    Las Vegas Sphere


    Fortsetzung folgt ...

    Montag, 12.05.2025

    Wir schreiben das Jahr 2015. Es hat nur 3 Grad Celsius, die Nebelschwaden ziehen durch die Felsen und den Wald; es regnet. Wir stehen am Trailhead des Mount San Antonio, der auch als Old Baldy oder Mount Baldy bekannt ist. Bereits kurz nachdem wir unsere Wanderung begonnen haben, erfahren wir, dass es oben Schneefall geben wird.

    Wir haben es durchgezogen, aber es war unglaublich hart. Und hier nur ein kleiner visueller Eindruck aus dem Jahr 2015 vorweg ...

    Mount San Antonio - Mount Baldy

    Wir schreiben das Jahr 2025. 10 Jahre nach unserer Erstbesteigung finden wir uns erneut am Trailhead des Mount Baldy. Der Tag hat leider nicht gut begonnen, da es erst ab 8 Uhr Frühstück gegeben hätte. Das wäre uns zu spät gewesen. So etwas hatten wir die ganzen letzten Jahre nicht. Aber es hilft nichts, wir winden uns die Bergstrecke, genannt Mount Baldy Road, nach oben und nach 22 Meilen sind wir am Manker Flat Campground. Kurz darauf parken wir unser Auto, - es hat immerhin 13 Grad Celsius. Die Sonne strahlt, jedoch noch nicht uns an, denn wir sind hier mitten im Wald.

    Relativ harmlos zieht sich die ab dem Trailhead gesperrte alte Mount Baldy Road nach oben und wir treffen nach 0,5 Meilen auf einen guten Aussichtspunkt, der uns die langgezogenen San Antonio Fälle zeigt. Weit oben kann man bereits eine mächtige Ridge erkennen. Und dort müssen wir jetzt hin.

    Video: Einstieg in die Mount Baldy Bowl


    San Antonio Falls - Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]


    Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]

    Die ungeteerte Straße macht nach dem Aussichtspunkt eine Rechtswendung und nach weiteren 0,25 Meilen geht ein kaum erkennbarer Pfad nach links steil nach oben. Blinker setzen, - wir sind nach 24 Minuten am Baldybowl-Trail. Der Schotterpfad geht teilweise mächtig bergauf. Gut, dass es immer wieder schöne Perspektiven in die Bowl gibt. Man kann eine Verschnaufpause einlegen und es auf die Aussicht schieben. Nach 2,2 Meilen, wir sind 1,5 Stunden unterwegs, treffen wir auf den ersten Wegweiser zum Mount Baldy Summit.

    San Antonio Falls - Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]


    Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]

    Seit 2,5 Meilen kämpfen wir uns nun bergauf. Und plötzlich kommt überraschend Infrastruktur ins Blickfeld. Der Sierraclub hat hier eine Skihütte gebaut. Wir fragen uns nur, wie man hierher mit Skiern kommt, aber das ist Gott sei Dank nicht unser Problem. Die Steigung nimmt ab und wir marschieren nach 2,65 Meilen in ein Boulder- und Geröllfeld. "Crossing the Bowl" heißt dieses Gebiet, da man hier sozusagen auf die andere Seite des Einschnitts kommt. Schön war's in der "Boulderhalle", aber die fast waagerechte Querung ist leider vorbei.

    Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]

    Der Blick richtet sich erneut nach oben. Es geht wieder wahnsinnig bergauf. Schritt für Schritt, die Beine werden schon schwer, passieren wir einen Baum und eine Kehre nach der anderen. Ich lasse mich dazu hinreißen Monika zu erklären, dass das m.E. der letzte Anstieg vor dem Gipfel ist. Als wir nach 3 Meilen die Steigung passiert haben, erfreuen wir uns jedoch nur daran, dass wir richtig sind. Der Wegweiser zum Gipfel zeigt nach rechts.

    Hätte ich nur meinen Mund gehalten, der Trail wird noch schwieriger und noch steiler. Teilweise brauchen wir die Hände, Geröll und Kies liegt im Weg. Es geht eine weitere Meile steiler denn je bergauf. Im Tal hängen jetzt Nebel und Wolken und wir sind froh, dass wir zumindest hier oben Sonne haben. Es ist jedoch alles andere als angenehm warm, wir sind durchgeschwitzt, doch der kalte Wind nimmt zu.

    Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]

    Als wir nach 3,5 Stunden den Gipfel bei 10.064 Fuß (3.069 Meter) erreichen, weht ein furchtbar kalter Sturm. Wir suchen zunächst einmal Schutz in einem aus Stein gebauten Shelter, ziehen die Jacken an und erleben erst dann das pure Gipfelglück. Die Rundumsicht ist genial. Unten liegt die Interstate 15, nach rechts gefolgt von Telegraph und Cucamonga Peak. Weit unten die L.A. Ausläufer Claremont und Cucamonga. Doch nach einer kurzen Stärkung wartet der Abstieg und der Devils Backbone Trail, der uns zunächst zur Skistation führen soll.

    Gipfelvideo Mount San Antonio aka. Mount Baldy


    San Antonio Falls - Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]


    Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]

    Über steinige und steile Pfade geht es bergab. Der Wind bläst aus der Bowl herauf als gäbe es kein halten. Und auch wir haben kaum Zeit die tolle Landschaft zu bewundern. Wir kämpfen, um uns gegen den Wind am Grat zu wehren. Links und rechts geht es auch mal gleichzeitig und mächtig nach unten. Eine gewisse Ruhe kehrt erst ein, als wir den ersten Skilift nach 6 Meilen erreichen. Wir sind 5 Stunden unterwegs.

    Video: Abstieg Mount Baldy


    San Antonio Falls - Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]


    Mount San Antonio aka. Mount Baldy [Angeles National Forest]

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    Es geht die Skiabfahrt hinunter und wir sind eigentlich ganz dankbar, als wir an der Skistation und der Grenze zum San Gabriel Mountains National Monuments sind. Die Mount Baldy Notch beherbergt die Skistation. Zwischen dem ersten und zweiten Haus der Station geht es rechts zur alten Mount Baldy Road durch. Der Wind ist vorbei, die Straße ist gegradet und wunderbar zu gehen. Wir brauchen vom Gipfel nur 3 Stunden hinunter. Nach insgesamt 9,90 Meilen stehen wir wieder am Auto.

    Mit Wonne trinken wir Ice-Tea, nehmen dann die bequemen Autositze ein und gondeln ins Hotel. Das Abendessen im Hotelrestaurant, das Durango genannt wird, war o.k.. Es lebe Mexiko!

    Fortsetzung folgt ...