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    Gipfel-Video


    Three Sisters Summit [Superstition Mountains]

    Die wichtigsten Informationen | The most important information

    US-Bundesstaat | US-State: Arizona [AZ]
    Anfahrt | Getting there: PKW | Car
    Schwierigkeitsgrad | Difficulty: schwierig | strenuous
    Zeitaufwand | Hiking time: 5,5 - 6,5 Stunden
    Länge | Distance 7,30 Meilen = 11,75 km
    GPS-Koordinaten | GPS-coordinates (WGS84) - Parkplatz und Trailhead: 33°23'09''N - 111°21'47''W
    Routen und Wegpunkte | Routes and waypoints (*.gpx)  Download *.gpx (falls .xml, dann nach .gpx umbenennen)


    Zusätzliche Informationen | Additional information

    Mehr Bilder | more Images:  Bilder | Images
    Brennpunkt | Hotspot:  Hiking Hotspot: Phoenix | Scottsdale | Tucson [AZ]
    US Bundesstaat | US State:  USA Hiking State: Arizona [AZ]

    Beschreibungen Descriptions

    Lage | Location
    Der Carney Spring Trailhead liegt östlich von Phoenix und Scottsdale in den Superstition Mountains, Arizona.


    Anfahrt | Getting there
    Fahren Sie von Phoenix die US-60 East. Nachdem Sie die Apache Junction passiert haben, fahren Sie weiter und biegen Sie dann nach links in die Peralta Road ein. Sie wird nach zirka einer Meile ungeteert, ist aber in der Regel in gutem Zustand, so dass ein PKW ausreicht, um zum Trailhead zu kommen. Fahren Sie ab der Abzweigung von der US 60 6,52 Meilen bis zum Carney Springs Trailhead (GPS-Koordinaten siehe oben).

    Es ist inzwischen eine sogenannte Arizona Recreation Permit, die es Online zu kaufen gibt, notwendig. Legen Sie die ausgedruckte Permit auf Ihr Armaturenbrett.

    Wanderung | Hike
    Der Blick nach oben zu den Three Sisters erzeugt bereits ein mulmiges Gefühl und die Betrachtung der topographischen Karte lässt ziemlich viele, eng beieinander liegende Höhenlinien erkennen. Bereits in der Theorie wird also klar, das könnte eine Sportveranstaltung werden. Auf geht's!

    Alles setzt sich, momentan noch schwungvoll, in Bewegung! Der Start ist touristisch zivilisiert. Sie marschieren durch einen Cholla- und Saguaro-Garten der Steigung entgegen, die nach zirka einer Meile beim alten Carney Spring Campground beginnt.

    Ein Hoodoo signalisiert die Bereitschaft zu haben, auch immer wieder mal die Hand an den Felsen zu legen, damit der begnadete Körper die Steilheit überwindet. 1,55 Meilen sind Sie unterwegs und haben an der ersten Passhöhe den Rückblick auf 1.000 Höhen-Fuß (304 hm). Die Pumpe läuft rund, aber durchaus angestrengt, um das Blut in der Hitze durch den Körper zu pressen. Der Ausblick ist fantastisch. Unten erstreckt sich das Wüstental, das von Apache Junction bis Florence Junction reicht, und hinten drohen die hohen Berge der Superstition Mountains.

    Es geht weiter und es geht weiter hinauf. Gleiches Spiel, ab und zu müssen die Hände ran und Vorsicht ist immer geboten, um nicht ungeplant in die Stacheln eines Kaktus zu gelangen. So hangeln Sie sich von gut 3.200 Fuß in 0,3 Meilen auf den nächsten Pass, der auf fast 3.700 Fuß liegt.

    Sie haben eine Zwischenhöhe erreicht und genießen nun den weiten Blick in die Superstition Mountains. Leider können Sie diese Aussicht die nächste Meile, obwohl sie praktisch fast auf einer Höhenlinie verläuft, nur im Stillstand genießen, da der Trail nicht immer leicht zu finden ist und sich mehrere Varianten gebildet haben, die auch immer noch die Aufmerksamkeit des GPS' erfordern, um nicht in die Irre zu gehen. Die Weavers Needle steht wie ein Leuchtturm immer im Norden des Trails und sie beobachtet genau, wo und ob der Tourist seinen Weg findet.

    Nach insgesamt 2,85 Meilen wird es nochmal zapfig, wie wir Bayern gerne formulieren. Über einen sandigen Pfad quält sich der Körper in die Höhe. Nur selten treffen Sie auf Felsformationen, um die Hände als Hilfe vernünftig einsetzen zu können. Immer wieder Stillstand, es ist einfach anstrengend. Nach 0,35 Meilen, Sie sind insgesamt 3,2 Meilen unterwegs, erreichen Sie die letzte Ridge, Gott sei Dank! Die Aussicht ist unglaublich und Sie können sie fast durchgängig die letzten, fast platten 0,9 Meilen nach links gehend genießen.

    Nun sitzen Sie am Gipfel und bewundern diesen grandiosen Rundblick. Jetzt, da man hier steht, der Schweiß langsam aber sicher trocken wird und die Poren in Salzpfannen verwandelt, kann und muss man sagen, dass es der Mühe wert war. Sie sitzen vermutlich ganz alleine, aber nicht verloren da, sehen sogar Ihr Auto und es kribbelt im Bauch, wenn der Blick in die unsagbare Tiefe schweift. Trinken, essen und verweilen nach 658 Höhenmetern. Fantastisch!

    Der Abstieg gestaltet sich dann auch nicht immer einfach und Sie sind vielleicht froh, als Sie nach 6 Stunden und 7,30 harten Meilen vor Ihrem Auto stehen.

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    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]

    Navajo Knobs Trail [Capitol Reef National Park]

    Die wichtigsten Informationen | The most important information

    Anfahrt | Getting there: PKW | Car

    Schwierigkeitsgrad | Difficulty: mittel | moderate

    Zeitaufwand | Hiking time: 5,5 - 6,5 Stunden

    Länge | Distance: 9,24 Meilen = 14,87 km

    GPS-Koordinaten | GPS-coordinates (WGS84): Parkplatz und Trailhead: 38°17'19''N - 111°13'39''W

    Routen und Wegpunkte | Routes and waypoints (*.gpx):   Download *.gpx (falls .xml, dann nach .gpx umbenennen)(link is external)

    Zusätzliche Informationen | Additional information

    Mehr Bilder | more Images:   Bilder | Images(link is external)

    Brennpunkt | Hotspot:   Hiking Hotspot: Hanksville | Capitol Reef National Park [UT](link is external)

    US Bundesstaat | US State:  USA Hiking State: Utah [UT](link is external)


    Lage | Location

    Die Navajo Knobs liegen im Capitol Reef National Park, Utah.

    Anfahrt | Getting there

    Vom Visitor Center fahren Sie rund 1,9 Meilen in östlicher Richtung auf dem Highway 24, dann sind Sie am Parkplatz und am Hickman Bridge Trailhead (GPS-Koordinaten siehe oben), der links an der Straße liegt. Nachdem das ein sehr touristischer Trailhead ist, empfehle ich früh morgens da zu sein, um den Menschenmassen auszuweichen.

    Wanderung | Hike

    Der Hickman Trailhead ist bereits um kurz nach 7 Uhr gut gefüllt. Der gleichnamige Trail ist einer der Hauptwanderwege im Park. Kurz, nicht zu anstrengend und am Ende ein wunderschöner Arch. Auch Sie begehen anfangs diesen eher sandigen Trail mit Steinstufen, aber bereits nach 0,3 Meilen verlassen Sie den Weg nach rechts. Es ist sozusagen der Weg in die Freiheit. Der Navajo Knobs Trail, der gleichzeitig der Rim Rock Trail ist, bringt Sie zunächst runter in eine Wash, - der Creek ist nicht nur sandig, sondern staubtrocken. Und dann geht es der Riffkante entgegen. Dort lauern weiß überzogene, in den Hintergrundfarben als im Kern rot erkennbare Berge.

    Die ursprünglich horizontalen Bodenschichten, die aus Sedimenten entstanden, wurden bei der Anhebung des Colorado-Plateaus leicht geneigt und gebogen. Durch Erosion entstand dann die heutige "Falte", die das aktuelle Riff bildet. Diesem Riff folgen Sie nun immer zwischen der Abbruchkante und den Bergen. Es geht nach Westen. Nach 0,9 Meilen verlassen Sie ein Amphitheater und passieren den Hickman Bridge Overlook. Kurze Ausschau: Es ist vermutlich schon einiges los dort unten, aber auf Ihrem Trail gähnende Leere.

    Immer wieder führt Sie der Weg hin zur Abbruchkante, dann zurück und hinein in einen Einschnitt, den Sie mit Links-um wieder in Richtung des Tales verlassen, das der Freemont River durch die feuerroten Felsen des Capitol Reef gegraben hat. Es geht weiter hinauf, weg von sandigem mit Steinen durchsetztem Geläuf auf überwiegend glatten Fels. Sie sind auf der sogenannten Longleaf Flat. Wie eine sehr breite Autobahn zieht sich das Weiß, Rot und Gelb am Rim entlang immer dem Himmel entgegen. Ein Trail ist nicht mehr sichtbar, aber die Rimkante und ein paar Cairns, also Steinhaufen, markieren die Richtung; verlaufen kann man sich nicht. Die Aussichten auf schön gezeichnete Berge und tiefe Schluchten sind einzigartig, - das Szenario fast unbeschreiblich.

    Nach 2,3 Meilen, eine Stunde und zwanzig Minuten sind Sie ungefähr unterwegs, signalisiert ein Schild das Ende des Rim Rock Trails. Für Sie geht es weiter. Nach 2,9 Meilen blicken wir in die Tiefe. Unten wächst das sogenannte "Castle" bis auf fast Ihre Höhe herauf. Zerklüftete Türmchen versuchen den Himmel einzufangen, werden aber vermutlich durch die Verwitterung nie zu ihrem Ziel kommen. Das schwarze Teerband der UT 24 durchschneidet die roten Badlands, die das Schloss tragen, das sich dann auf Basis einer grauen Schicht in roter Farbe in die Höhe schraubt.

    Relativ unvermittelt verabschieden sich die Felsenplatten und der Trail führt nach rechts oben sandig den Navajo Knobs entgegen. Gelb-weißer Fels hat sich ziemlich zerklüftet und die gebildeten Einschnitte brauchen Sie, um nach oben zu kraxeln. Es geht zwischen den Felsen durch und darüber. Die Hände sind in Gebrauch und manchmal gilt es mehrere Aufstiegsvarianten zu sichten und sich für eine zu entscheiden. Das klingt jetzt vermutlich etwas zu sehr nach schwieriger Kletterei. Nein, das ist es beileibe nicht, aber etwas Konzentration und Vorsicht ist angeraten.

    Die letzten vielleicht 30 Höhenmeter sind überstanden und Sie stehen bzw. sitzen nun nach 4,62 Meilen auf den Nocken, die man Navajo Knobs nennt. Sie sind ziemlich unscheinbar und bedeutungslos, aber der Ausblick ist atemberaubend und fast unglaublich. Allein die Fallhöhe von knapp 350 Meter von hier bis zur Straße verdient und erzeugt Respekt. Und die tollsten Farben und Felsen signalisieren, dass es sich wahrlich gelohnt hat, hier herauf zu kommen. Einsam genießen Sie die Natur. Kleine Brotzeit gefällig?

    Auch beim Abstieg legen Sie ab und an eine Sightseeing-Pause ein. Diese wunderbare Gegend und der schön zu gehende Hike ist wirklich bemerkenswert. In knapp 6 Stunden sind Sie wieder im Tal. Der Fußgängerverkehr von rechts strömt von der Hickmann Bridge in einer unglaublicher Menge und Frequenz. Sie reihen sich ein und der Menschenstrom zieht Sie sozusagen zurück zum Trailhead.

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    Samstag, 24.05.2025

    Nach dem Frühstück am Fenster mit Blick auf den Animals River verlassen wir Durango auf der US 160 nach Osten, am Chimney Rock National Monument vorbei, über Pagosa Springs.

    Frühstück mit am Animas River

    Die letzten Berge überqueren wir über den Wolf Creek Pass, der immerhin noch 3.309 Meter über NN liegt. Dann geht es entlang der South Fork des Rio Grande River, den wir in Alamosa überqueren. Der höchste Berg Colorados, der Blanca Peak, stellt seine 4.375 Meter links der Straße auf und als wir die Interstate 25 erreichen, schließt sich der Kreis bald in Pueblo, unserer ersten Station.

    Video: Fahrt von Durango nach Colorado City - das Ende der Rockies

    Ein einsamer Bielefelder Fußballfan schlendert auf der North Cascade Avenue in Colorado Springs dem Hilton Garden Inn entgegen als auch wir ankommen. Sei nicht traurig Christian, die Arminia hat gut gespielt und ist sowieso weiter als gedacht gekommen. Wir trinken noch gemütlich einen Kaffee, während wir auf unser Zimmer warten. 10. Stock, geile Aussicht auf den Pikes Peak und den Garden of the Gods, wunderbar!

    Colorado Springs

    Unser erstes gemeinsames Bier nehmen wir in einer Billard Bar, bevor wir im MacKenzies Chophouse einen netten Abend erleben. Den sogenannten Schlürschluck gibt es erneut in der Billard Bar, alles andere war schon geschlossen. Schön, dass unser jährliches Treffen in den USA, das wir ja seit Jahrzehnten pflegen, wieder geklappt hat.



    Sonntag, 25.05.2025

    Ein gemeinsames Frühstück ist immer angenehme Pflicht, dann fahre ich CB zum Flughafen. Alles einpacken und dann verlassen wir Colorado Spring auf der Interstate 25 nach Norden. Wir sind zu früh und beschließen, uns bei Castle Rock in dem riesigen Einkaufszentrum die Beine zu vertreten. Dann geht's weiter, wir versuchen die Toll Roads zu meiden und sind um 13 Uhr im Flughafen, nachdem wir das Auto schnell und problemlos losgeworden sind.

    An der Security ist nix los, aber wir brauchen dann doch fast eine Stunde, bis wir in der United Sky Lounge sitzen. Es gibt gutes Essen und die Zeit bis zum Abflug vergeht. Leider zieht über Denver ein mächtiges Gewitter auf und der Abflug verspätet sich um eine Stunde. Dann stellt eine Mitarbeiterin die Schilder für Economy und Business jeweils auf der falschen Seite auf, so dass sich der Deutsche auch noch falsch anstellt.

    Gewitter über Denver

    Wir haben auf das Essen verzichtet und dank der Tablette sehr gut geschlafen. Pünktlich zum sehr guten Frühstück öffnen sich die Augen und die Landung war nur 30 Minuten zu spät. Die Abholung mit "Parkfuchs" klappte einwandfrei und die Heimfahrt nach München auch, obwohl wir dann doch etwas müde wurden.

    Ein toller USA Urlaub geht zu Ende. Wir hatten gutes Wetter, wunderbare Wanderungen, es waren 24 mit 123,24 Meilen Länge und über 20.000 Höhenmeter, in einer fantastischen Natur.

    That's all folks!

    Freitag, 23.05.2025

    Heute startet unsere letzte Wanderung. Kurios ist, dass wir die Wanderung auf den Castle Rock bereits im letzten Herbst versucht haben. Wir sind bis zum Trailhead gekommen und dann war Schluss. Viehtransporter waren links und rechts der US 550 aufgereiht und als wir schon durch das Gatter gehen wollten, haben uns ein paar Männer zurückgehalten. Viehabtrieb! Sachen gibt's, mit denen rechnet man trotz sorgfältiger Planung eigentlich nicht.

    Es hat 12 Grad, als wir in die Berge starten. Die US 550 bringt uns 24 Meilen lang nach oben, bevor wir am Elbert Creek Trailhead parken; Viehtransporter sind nicht in Sicht, aber es gibt auch nicht viele Stellplätze dort. Der Trail beginnt, wie bereits bekannt, am Viehgatter. Der Zugang zum South Gate Elbert Creek Trail muss geöffnet werden. Das Gatter wieder zu schließen empfiehlt sich, auch wenn heute weit und breit kein Rindvieh zu sehen ist.

    Wir wandern in den Espenwald dem Elbert Bach entgegen. Nach 0,35 Meilen müssen wir das Wasser queren, was selbst im Frühjahr fast unproblematisch ist. Es geht weiter moderat nach oben. Die Serpentinen des sehr gut gewarteten Trails ziehen sich durch den Espenwald, der jedoch immer wieder die ersten Blicke auf den Electra Lake frei gibt.

    Castle Rock via Elbert Creek Trail [Hermosa Cliffs - San Juan National Forest]
    Castle Rock via Elbert Creek Trail [Hermosa Cliffs - San Juan National Forest]

    Nach 1,2 Meilen verlassen wir den Einschnitt des Elbert Creeks nach rechts und es geht oberhalb des Bachlaufes weiter. Nach einer netten Almhütte, leider ohne Brotzeit, beginnt nach 1,8 Meilen der eigentliche Aufstieg. Die Espen haben die Natur verlassen, neben Almwiesen nehmen Nadelwälder deren Platz ein. Die dadurch dichtere Beschattung sorgt dafür, dass noch Schnee im Trail liegt. Aber die harmlose Rutschpartie währt nur kurz, - kein Vergleich zu gestern.

    Castle Rock via Elbert Creek Trail [Hermosa Cliffs - San Juan National Forest]
    Castle Rock via Elbert Creek Trail [Hermosa Cliffs - San Juan National Forest]

    Nach 2 Meilen führt der Trail steiler nach oben und eine halbe Meile weiter erreichen wir nach 2,55 Meilen die Kante der Hermosa Cliffs. Die Aussicht ist mega. Wir schleichen am Rim entlang und öffnen die Blicke vom riesigen Electra See, entlang der US 550, zu den mächtigen Gipfeln der Weminuche Wilderness und der West Needle Mountains. Das volle Panorama erschließt eine kleine Pause am Abgrund.

    Castle Rock via Elbert Creek Trail [Hermosa Cliffs - San Juan National Forest]
    Castle Rock via Elbert Creek Trail [Hermosa Cliffs - San Juan National Forest]
    Castle Rock via Elbert Creek Trail [Hermosa Cliffs - San Juan National Forest]
    Castle Rock via Elbert Creek Trail [Hermosa Cliffs - San Juan National Forest]

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    Wir gehen den Trail noch weiter am Rim entlang. Da dieser Weg aber unserer Einschätzung nach zur Columbine Ranger Station führen würde und unser Auto dort nicht geparkt ist, wenden wir nach 3,18 Meilen nach links und treffen nach 3,5 Meilen auf eine alte, bereits mit Gras zugewachsene Forest Road. Nach 4,4 Meilen erreichen wir wieder unseren Aufstiegstrail und sind dann in knapp 4 Stunden für 6,85 Meilen zurück am Auto. Wir hatten noch ein nettes Gespräch am Trailhead mit einer Südafrikanerin, die seit 10 Jahren in Durango lebt und täglich in die Berge geht. Sie versuchte uns noch mit Tipps zu versorgen, aber leider geht unser Urlaub zu Ende.

    Video: Das Panorama vom Castle Rock

    Es ist noch zu früh und einen weiteren Hike haben wir nicht eingeplant, so dass wir mal durch eine Car Wash fahren und im Taste Cafe and Bakery nicht nur einen Kaffee probieren. Wir genießen es und ich meinte, das sei der beste Kaffee seit 4 Wochen gewesen. Eine Behauptung, die in den USA nicht "schwer" zu treffen ist.

    Nach der Dusche noch ein kleiner Spaziergang am River Walk des Animas River und dann? Der Diamond Belle Saloon war zum ersten Mal richtig voll, zumindest nachdem wir an der Bar Platz genommen haben. Das Abendessen im East by Southwest war gut.

    Video: Am Animas River Walk, Durango


    Fortsetzung folgt ...

    Donnerstag, 22.05.2025

    Ein hervorragendes Frühstück unterstützt den Start in den Tag. Die Hochtische direkt am Fenster mit Blick auf den Animas River, waren leider alle belegt.

    Am nächsten Samstag ist auf der US 550 ein Radrennen! Diese Information blinkert "alle paar Meter" in alle Himmelsrichtungen. Ein seltenes Schauspiel in den USA, denn normalerweise findet man bei Sperrungen erst ganz am Ende, wo es wirklich nicht mehr weiter geht, die Information und die Absperrung, die letztendlich zur Umkehr zwingt. Wir sind deshalb gerade in den Rockies schon unzählige Meilen umsonst gefahren. Informationen sind wichtig, keine Frage, aber wenn sie zu spät kommen, helfen sie nur bedingt.

    Nun gut, - es geht hinauf nach Silverton, die Landschaft links und rechts dieser Straße ist einfach herrlich. Oben, nach Silverton, fahren wir durch den Mineral Creek auf dem sogenannten Million Dollar Highway in Richtung Ophir Pass. Blinker nach links und ab in die ungeteerte Ophir Pass Road (CO 8). Es geht hinunter zum Mill Creek. Kurz nach der Brücke über den Bach parken wir unser Auto am Columbine Lake Trailhead bzw. an dessen vorgelagertem Parkplatz.

    Heute ist unser 3. Versuch, um zum rund 3.900 Meter hoch liegenden Columbine Lake zu kommen. Aber bereits bei unserer gestrigen Anreise nach Durango war uns klar, dass auch dieser Versuch hochgradig zum Scheitern verurteilt sein könnte. Die Schneehöhen, die oben zu erkennen sind, geben uns auch jetzt wenig Hoffnung. Aber vielleicht haben ein paar Wahnsinnige bereits eine Spur getreten, von der wir profitieren könnten. Also, - Rucksack schultern, kurz auf der CO 8 gehen und dann nach rechts auf die Forest Road oberhalb des Mill Creeks wandern. Easy, aber nach 0,9 Meilen beginnt der Columbine Lake Trail erst. Und dieser Trail mit der Nummer 509 macht sich gleich in den Oberschenkeln bemerkbar. Es geht mächtig bergauf!

    Obwohl die langgezogenen Serpentinen im Wald liegen, sind die ersten Schneefelder und Schneeverwehungen nicht weit. Spuren sind erkennbar, die auch unsere Körper anfangs noch über diese Schneepassagen tragen. Die bangen Blicke gehen trotzdem nach oben, denn der Schnee nimmt zu. Das größte Problem, das wir jetzt haben ist aber, dass die Sonne auf den Schnee scheint und die Tragfähigkeit sukzessive vermindert. Nach 1,6 steilen Meilen und zahllosen Einbrüchen, teilweise bis zur Hüfte, ist es vorbei. Wir geben auf. Und jetzt haben wir im 3. Anlauf gelernt, dass diese Tour nur im Sommer möglich ist, auch wenn wir es zu den nahe gelegenen Ice Lakes (eine unserer schönsten USA Wanderungen) bereits einmal im Frühjahr geschafft haben.

    Columbine Trail
    Columbine Trail

    Wir sind froh, dass wir den Abstieg gut hinter uns gebracht haben. Nach knapp 2,5 Stunden sind wir wieder am Auto und jetzt wird es sich beweisen, dass das Gerede von großen Entfernungen in den USA Vorurteile sind :-). Wir fahren jetzt nach New Mexico, also vom Schnee in die Wüste. 20 Meilen nach Durango überqueren wir die Staatsgrenze und zirka 3 Meilen danach biegen wir rechts auf die Road 2300 ab. Die ist zwar ungeteert, führt aber gut gepflegt durch den Cox Canyon, da in diesem Gebiet Gas gefördert wird und die Wartungstrupps gute Anfahrten brauchen.

    Vorbei an schönen gelben Felsen und Hoodoos, sowie nicht schönen Förderanlagen, biegen wir nach rechts in die 2310 ab. Nach einer riesigen Pumpstation, die mächtig Lärm macht, parken wir unser Auto nach insgesamt 2,5 Meilen ungeteerter Straße. Die nassen Bergstiefel kommen auf's Autodach zum trocknen und wir ziehen die Trailer an.

    Wir machen USA-Wanderungen sehr selten zweimal. Nur bei sehr ausgesuchten Naturschönheiten gibt's eine Ausnahme. Bei unserem 2. Aufstieg zum Cox Canyon Arch hat das auch andere Gründe. Als wir 2007 (ja, schon richtig gelesen) das erste Mal diesen wunderschönen Arch besucht haben, sind wir rund 0,2 Meilen zu weit östlich aufgestiegen. Ich zitiere die alte Hike-Beschreibung:
    Dort lehn(t)en an einer Felswand ziemlich ausgetrocknete Äste, die als Aufstiegshilfe dienen. Es geht rund 3 - 3,5 Meter nach oben. Ein Felsspalt hilft, um sich festzuhalten (wer hat die Huberbrüder in "Am Limit" gesehen?) Nicht gleich beim ersten Anlauf habe ich die Stelle überwunden, umso größer war die Freude als ich oben war. Und da wir immer ein Seil dabei haben, tat sich die zweite Bergsteigerin ;) relativ leicht.

    Wir haben im Laufe der Jahrzehnte immer wieder erfahren, dass es andere Aufstiege gibt und diese hoffentlich leichteren Routen wollten wir kennenlernen. Natürlich war auch die Schönheit dieses Felsentores Grund genug, um nochmal herzukommen.

    Direkt neben dem Parkplatz geht es im Norden in einen kleinen Einschnitt und dann gleich rechts hoch. Rund 2,5 Meter ist die Stelle, aber sie ist dank einer guten Struktur mit Griffmöglichkeiten und Moki-Steps sehr einfach zu meistern. Von oben aus ist der Arch bereits sichtbar.

    Der zweite Absatz ist etwas höher, so rund 3,5 Meter, aber auch gut machbar. Und dann führen mehrere Spuren zum Arch, den wir nach 15 Minuten Kletterzeit schon erreichen. Es sind nur gut 0,2 Meilen bis zum Steinbogen, der hier oben auf einer kleinen Mesa thront. Er ist wirklich sehr schön, ein Prachtstück, und wir sind begeistert. Begeistert auch, dass wir an einem Tag vom Schnee in die warme Wüste kommen konnten. Wir genießen es, auch da weit und breit niemand zu sehen ist und wir die tolle Natur sozusagen exklusiv haben!

    Cox Canyon Arch aka. Anasazi Arch
    Cox Canyon Arch aka. Anasazi Arch
    Cox Canyon Arch aka. Anasazi Arch
    Cox Canyon Arch aka. Anasazi Arch

    Der Abstieg verläuft auch ohne Probleme und so geht es zurück zum Hotel. Und wieder ergattern wir zwei Plätze an der Bar im Diamond Belle Saloon. Das Abendessen im Seasons of Durango war gut.

    Fortsetzung folgt ...

    Mittwoch, 21.05.2025

    Heute haben wir uns Zeit gelassen und mit Genuss die Käse-Omeletts und die Paddys verdrückt. Die Fahrt nach Durango startet um 8.45 Uhr bei sonnigen 15 Grad Celsius und geht zunächst die US 89 nach Süden. Die Fahrt von Kanab nach Page ist immer wieder schön. Diese dieser tollen Landschaften und all den Erinnerungen, die wir seit mehr als 30 Jahren hier gesammelt und in unser Herz geschlossen haben, erzeugen Wehmut.

    Auf der AZ 98 geht es weiter nach Süden. Das Indianergebiet mit den riesigen Mesas ist auch sehr schön, aber was an Leuten und Autos bei den Veranstaltern der Antelope Canyons Tours rumsteht ist unglaublich. Nicht nur PKWs sondern eine Menge Busse transportieren die Leute auf die Sandfahrzeuge, die vor die Antelope Canyons fahren.

    Die US 160 bringt uns weiter nach Osten, vorbei am Monument Valley und den Four Corners. Die USA Urlaube in den 1990er Jahren haben uns und unseren Kindern diese Spots intensiv erschlossen. Wir entern nun Colorado und ab Cortez verlassen wir den Sand und die roten Steine. Es wird grüner und dann tauchen am Horizont die noch schneebedeckten Berge der San Juan Mountains auf.

    Anfahrt auf die Rockies bei Durango

    Video: Anfahrt auf die San Juan Mountains

    Es geht vorbei am Mesa Verde National Park und als wir vor rund geschätzt 20 Jahren dort waren, erzählte uns der Guide inhaltlich die Geschichte der ehemaligen Bewohner dieses Canyons. Am Ende jedes Abschnittes formulierte er dann die Worte: "But nobody knows!" Das ist uns in Erinnerung geblieben und wir zitieren es jedes Mal, wenn wir am Park vorbeifahren.

    Durango ist uns seit langem eine lieb gewordene Lokation. Gute Infrastruktur, Hotel, die absolut o.k. sind und natürlich die fast endlosen Möglichkeiten zu wandern. Von hier aus haben wir uns in der Vergangenheit die Berge bis hinauf nach Silverton und die Badlands im San Juan Basin erschlossen.

    Das Holiday Inn Express, in dem wir das erste Mal sind, ist ziemlich neu und liegt direkt am Animas River. Die Zimmer sind schön und groß und auch das Bad hat alles, was man braucht. Und so spazieren wir frisch geduscht in den Diamond Bell Saloon. Wir ergattern zwei Plätze an der Bar, hinter unserem Rücken beginnt bereits die Live-Musik. Busted flat in Baton Rouge, waitin' for a train ...

    Video: Diamond Bell Saloon presents: Janis Joplin

    Das Abendessen im Mahogany Grille war gut und der Rombauer sowieso. Es ist schön, wieder hier zu sein.

    Fortsetzung folgt ...

    Dienstag, 20.05.2025

    Der bisherige Urlaub war so unglaublich abwechslungsreich, so haben wir es zumindest empfunden, dass das Konstrukt durchaus das Zeug hat, als Farewell Tour zu gelten. Vom Schnee in Santa Fe zu den Badlands im Petrified Forest bis zum Schifferl fahren in San Diego, Wasserfälle, hohe Berge und geile Felsformationen und tolle Farben im Capitol Reef waren bisher dabei. Einen durchaus wichtigen Punkt in einem USA West Urlaub haben wir jedoch bisher vermisst: Die Slot Canyons, - aber das wird sich heute ändern!

    Es hat nur 10 Grad, als wir um 8.45 Uhr auf der US 89 nach Norden fahren. Es sind nur ein paar Meilen bis zum Trailhead. Peek-a-Boo, ein Versteckspiel, dass bei uns in Bayern "Guckste" heißt, ist namensgebend für den Trailhead und das Ziel, dem Peek-a-boo Slotcanyon, der als Red Canyon bekannt ist. Ja, der Slot hat sich hinter viel und teilweise tiefem Wüstensand versteckt, aber unbekannt ist er keinesfalls, wie wir "spüren" werden.

    Am großen Parkplatz, der am Peek-a-boo Trailhead liegt, ist schon gut was los. Hier gehen einige Touren mit Sand-Quads zum Red Canyon Slot. Leider müssen wir uns den Trail, mit diesen Gefährten und anderen 4-Rad-Fans teilen. Richtig gesagt, es gibt keinen Trail und wir wandern an der Hauptpiste, in der Karte ist sie als "White Tower" bezeichnet, nach Osten in die Wüste. Immer wieder suchen wir nach dem härtesten Geläuf, um möglichst locker über die Körner zu gehen. Das gelingt und manchmal auch nicht, - durchaus anstrengend, obwohl die Steigungen sehr moderat ausfallen. Regelmäßig schleichen wir uns an die Seite der Piste, um den motorisierten Touris Platz zu machen. Nicht schön, aber leider hier alternativlos.

    Nach 1,55 Meilen biegen wir nach links auf die Spur mit der Bezeichnung 102 L ab und nach 1,9 Meilen sehen wir rechts einen kleinen Hügel, der mit einem Zaun durchschnitten ist, aber ein Gatter hat. Wir analysieren Karte und GPS-Daten und entscheiden uns, diesen nicht benutzen Weg zu nehmen. Und siehe da, hier kommen wir nicht nur den Fahrzeugen aus, sondern es ist auch besser zu gehen, da der Wind die Körner ziemlich zusammengepresst hat. Wir haben dadurch auch die Zeit, die Blicke etwas schweifen zu lassen. Hinter der Wüste in Richtung Norden ragen die hohen Berge der White Cliffs gen Himmel. Sehr schön!

    Peek-a-Boo aka. Red Canyon Slot [The Sand Hills]

    So gehen wir querfeldein nach GPS und erreichen nach insgesamt 2,5 Meilen unsere ursprüngliche Route. Dann folgen wir der Piste 106 C bis in eine breite Wash, die bereits zum Red Canyon gehört bzw. der Red Canyon ist. Es geht nach links. Der trockene Bachlauf ist inzwischen eher eine Interstate. Natürlich übertrieben, aber laufend kommen Touren vorbei und wir legen die Vorfreude auf den Peek-a-Boo Slotcanyon etwas ab. Es könnte ein Wettlauf um Fotos ohne Leute geben. Wir gehen nicht in die Natur um Gesellschaft zu haben.

    Nach 3,2 Meilen wird es enger und enger und aus dem Wüstensand sind links und rechts der Wash rote Felsen erwachsen. 3,5 Meilen, wir sind 1,5 Stunden unterwegs, trifft uns fast der Schlag, als wir die Menschenmengen und unzählige Fahrzeuge, überwiegend Quads, sehen. Ein Tesla Cybertruck ist auch dabei und dient als Werbebanner für einen Touranbieter in Kanab.

    Peek-a-Boo aka. Red Canyon Slot [The Sand Hills]

    Wir haben aber das Glück, dass die Amis nicht zu den Schnellsten gehören und sich erstmal unterhalten bis es in den Canyon geht. Wir überholen eine Gruppe kurz vor dem Eingang und finden zunächst absolute Ruhe in dem schönen Canyon.

    Video: Auf in den Peek-a-Boo aka Red Canyon

    Die Slots sind in 2 längere und einer kurzen Sektion geteilt. Dazwischen geht es kurz in offenes, sonnenbeschienenes Gelände. Der Canyon ist typisch, aber auch traumhaft und bombastisch. Keine Buckskin Gulch, aber auch hier kommen hohe Felswände immer näher aufeinander und wirken fast bedrohlich. Erst dort, wo es für den normal sterblichen Wanderer nicht mehr weiter geht, treffen wir auf eine 20 Leute starke Truppe. Sie hören dem Guide aufmerksam zu und wir können passieren. Offensichtlich hatten wir Glück.

    Peek-a-Boo aka. Red Canyon Slot [The Sand Hills]
    Peek-a-Boo aka. Red Canyon Slot [The Sand Hills]
    Peek-a-Boo aka. Red Canyon Slot [The Sand Hills]
    Peek-a-Boo aka. Red Canyon Slot [The Sand Hills]


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    Den Rückweg nehmen wir erneut über den verkehrlosen Teil der Wüste und nach 1,5 Stunden stehen wir wieder am Auto. 8 Meilen in der Wüste und im Slot Canyon sind vorbei. Schön war's, - aber auf die Sandpistenfahrer hätten wir gerne verzichtet. Wenn man das heutige Moab mit Umgebung zum Vergleich nimmt, war es aber immer noch in Ordnung.

    Es geht weiter nach Norden. Es geht durch das Long Valley nach Orderville, das an der US 89, kurz nach dem Osteingang zum Zion National Park und dem Ort Mount Carmel liegt. Über den Virgin River hinüber und dann nach rechts auf die 100 E geht es bis zur Red Hollow Road. Dieser Straße folgen wir nach links und dann etwas nach oben durch ein Neubaugebiet mit sehr schönen Häusern. Das Navi war ratlos, kannte diese neuen Straßen noch nicht, aber rechts und um die Neubauten herum, sozusagen über einen Links-Loop, haben wir den Zugang zum Red Hollow Trailhead, zu dem auch ein kleiner Parkplatz gehört, gefunden.

    Es geht hinunter in die Wash, ihr entlang und den Elkheart Cliffs entgegen. Wieder Sand und ein paar Pferdeäpfel, aber bereits nach 0,5 Meilen haben wir in 15 Minuten den Slot Canyon erreicht. Es geht hinein in die Schlucht, der kleine Canyon ist es wirklich wert. Es wir sogar noch enger als erwartet und der Rucksack muss draußen bleiben. Kleine Klettereinlagen sind nötig, um ans Ende zu kommen. Das GPS hat nun endgültig keinen Empfang mehr. Es dürfte insgesamt nur eine gute Meile gewesen sein, bis wir zurück am Auto waren sind.

    Red Hollow Slot Canyon [Elkheart Cliffs - Orderville]
    Red Hollow Slot Canyon [Elkheart Cliffs - Orderville]


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    Ein schöner Tag geht im Iron Horse zu Ende. Das Essen war wirklich unerwartet gut und sogar einen leckeren Chardonnay haben wir bekommen. Langsam kommen die Gedanken an das Ende unserer USA-Zeit in Sicht. Morgen geht's nach Durango und damit zurück nach Colorado.

    Fortsetzung folgt ...