Marlin Klein bei Texans - Deutscher schafft den Sprung in NFL-Profiteam
ZitatAlles anzeigenAus deutscher Sicht gibt es ab sofort einen Grund mehr, die NFL zu verfolgen: Marlin Klein wird der dritte deutsche Spieler in der US-Liga. Der gebürtige Kölner schafft den Sprung in den Kader der Houston Texans. Fünf andere gehen dagegen leer aus.
Neben Star-Receiver Amon-Ra St. Brown von den Detroit Lions und Offensive Tackle Brandon Coleman von den Washington Commanders wird in der kommenden Saison ein dritter Deutscher in der NFL spielen: Tight End Marlin Klein, der von den Houston Texans an 59. Stelle im Draft ausgewählt worden war, überstand den sogenannten "Roster Cut" und gehört damit zum vorläufigen 53-köpfigen Kader der Franchise.
Er bekommt damit die Chance, mit Quarterback CJ Stroud zu spielen. Die Houston Texans erreichten in der vergangenen Saison das Viertelfinale. Für Klein setzt sich damit sein Traum fort. Er war in der zweiten Runde der Drafts an 59. Position ausgewählt worden und hatte es da schon kaum glauben können. "Ich denke an den kleinen Jungen in Deutschland, der damals NFL geschaut hat und davon geträumt hat, einmal selbst auf diesem Niveau zu spielen", hatte Klein Ende April gesagt. "Heute ist dieser Traum Realität geworden. Aber gleichzeitig weiß ich: Das hier ist nur der Anfang."
Mitte August kam er dann zu seinem Debüt in der Preseason - und setzte gleich ein kleines Ausrufezeichen. Der Rookie-Tight-End fing im Vorbereitungsspiel gegen die Los Angeles Chargers (7:27) im ersten Viertel einen 31-Yard-Pass von Quarterback Davis Mills - und wurde von seinem Coach DeMeco Ryans anschließend in den höchsten Tönen gelobt: "Er ist mir besonders aufgefallen, er hat heute wirklich geglänzt." Und weiter: "Jeder hat den Pass gesehen, den er gefangen hat. Genau darin sehe ich sein Potenzial: Er kann unsere Offensive bereichern und ihr neue Möglichkeiten eröffnen. Ich denke, das ist erst der Anfang für Marlin Klein."
Ryans zählte weitere Merkmale auf: "Es ist einfach sein Fangradius. Es ist schwer, ihn zu decken. Und er hat definitiv auch die nötige Schnelligkeit, um seinen Gegenspielern davonzulaufen." Sein Fazit: "Es gibt also jede Menge Positives für ihn, wann immer er den Ball in die Hände bekommt."
Klein selbst war bescheiden geblieben: "Ich musste eigentlich gar nicht viel tun. Davis hat einen perfekten Pass geworfen, ich musste ihn nur fangen", sagte der gebürtige Kölner, der 2019 nach dem Schulabschluss in die USA gegangen war: "Es war fantastisch, davon habe ich geträumt, seit ich ein kleiner Junge war. Es war der Grund, warum ich in die USA gezogen bin, um an einem Spiel wie diesem teilzunehmen, deshalb hat es mir sehr viel bedeutet."
Seit 2022 hatte Klein am College für die Michigan Wolverines gespielt. 2023 gewann er mit dem Team die Meisterschaft. Am zweiten Tag der sogenannten Drafts in Pittsburgh ging der 1,98 Meter große und 112 Kilogramm schwere Rheinländer als einer von neun Tight Ends vom Board. Als 59. Pick wird Klein ein festgeschriebenes Gehalt von 8,185 Millionen US-Dollar kassieren. "Mit den Texans hat ein Team an mich geglaubt - und ich werde alles dafür tun, dieses Vertrauen zurückzuzahlen."
Im Gegensatz zum 23 Jahre alten Klein, der in der Jugend bei den Cologne Crocodiles spielte, erhielten fünf weitere Deutsche nach dem Abschluss der Preseason keinen der Kaderplätze bei ihren Klubs. Lorenz Metz und Julius Welschof bei den New England Patriots, Paul Rubelt bei den Tampa Bay Buccaneers, Leander Wiegand bei den New York Jets und Kilian Zierer bei den Jacksonville Jaguars sind vorerst ohne Vertrag. Kicker Lenny Krieg war bereits vor dem Cut bei den New York Jets aussortiert worden.
Die neue Saison der NFL beginnt am 9. September mit dem Spiel von Super-Bowl-Champion Seattle Seahawks gegen Finalgegner New England. Aussortierte Spieler haben bis dahin noch die Chance, in die sogenannten Practice Squads aufgenommen oder von anderen Klubs verpflichtet zu werden.