Falcons zerstören den Saints ihren großen Tag gnadenlos
ZitatAlles anzeigenDie New Orleans Saints feiern ein besonderes Jubiläum: Vor 20 Jahren kehrt das Team nach dem todbringenden Hurrikan Katrina in sein Stadion zurück. Bei der Neuauflage des "Domecoming"-Game wird es emotional - doch dann geht alles dahin.
Die Atlanta Falcons haben eine unterhaltsame NFL-Partie bei den New Orleans Saints gewonnen und den Gastgebern einen besonders emotionalen Tag verdorben. Das 45:24 stand ganz im Rahmen der Wiedereröffnung des Stadions in New Orleans vor 20 Jahren, als die Stadt zuvor heftig von Hurrikan Katrina in Mitleidenschaft gezogen worden war. Die Falcons erwiesen sich aber als Spielverderber und verhinderten eine echte Football-Party.
Insbesondere das Laufspiel der Gäste war zu gut für die Saints: Fünf der sechs Touchdowns für Atlanta kamen durch Laufspielzüge zustande. Bijan Robinson kam auf zwei Touchdowns, Brian Robinson erzielte sogar drei. "Wir haben einfach Spaß. Das sind die Momente, in denen jeder auf dich schaut und du gut sein willst für dein Team", sagte Bijan Robinson über die zusätzliche Aufmerksamkeit in einem Montagabendspiel, das in den USA landesweit im Fernsehen übertragen wird.
Der Abend hatte aus Sicht der Gastgeber mit einer dicken Gänsehaut begonnen: Zwei Helden des Wiedereröffnungsspiels von 2006, Steve Gleason und Curtis Deloatch, sowie einige ihrer Teamkollegen führten den traditionellen "Who Dat"-Sprechchor an – kurz nachdem die New-Orleans-Legende Irma Thomas die Nationalhymne gesungen hatte, genau wie am 25. September 2006.
Die Saints erinnern die Rückkehr in ihr Stadion als "eines der bedeutendsten Spiele der Klubgeschichte". Damals hatten die Saints die Falcons mit 25:3 zerlegt. Im "Dome" waren während "Katrina" 70 Prozent des Daches zerstört worden, Klimaanlage und Wasserversorgung brachen zusammen, drei Menschen, die sich in das gewaltige Stadion geflüchtet hatten, starben dort.
Gleason, der wegen der bislang unheilbaren Nervenerkrankung ALS inzwischen im Rollstuhl sitzt, hatte im "Domecoming"-Game vor 20 Jahren einen Punt geblockt und war damit zu einem Symbol der Wiederauferstehung der gebeutelten Stadt aufgestiegen. Zeitweise standen bis zu 80 Prozent des Stadtgebiets metertief unter Wasser, mehr als 1000 Menschen waren ums Leben gekommen.
Doch statt einer schönen Feierstunde erlebten die Saints einen ganz bitteren Abend: Schon mit seinem ersten Ballkontakt hatte Bijan Robinson den ersten Touchdown erzielt, insgesamt sammelte er 145 Yards Raumgewinn. "Das schafft einfach eine andere Energie." Nach Angaben des Senders ESPN hat seit 2025 niemand so viele Yards nach Läufen angesammelt wie Bijan Robinson.
Die beiden Robinsons stellten damit auch die Leistung von Alvin Kamara in den Schatten, der seinerseits zwei Touchdowns für die Saints erzielte. Ohnehin ist die Stimmung bei den Gastgebern verständlicherweise frostig: "Die Fans sind verständlicherweise verärgert", sagte Quarterback Tyler Shough, der 286 Yards erwarf und spät im Spiel einen Touchdown auf Devaughn Vele erzielte. "Man spielt gegen die Falcons und verliert dann so? Da würde ich auch buhen." Shoughs Coach stimmte ein: "„Wir sind alle frustriert und enttäuscht darüber, wo wir gerade stehen", gestand Kellen Moore ein. New Orleans steht nach vier Spielen nun bei nur einem Sieg und drei Niederlagen, die Falcons haben eine ausgeglichene Bilanz.