Bei "Geysir Andernach" fragt sich doch jeder erst mal, was soll DAS denn bitte sein.
So habe ich zumindest reagiert.
Und durfte mir erklären lassen, dass es in einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Andernach den größten Kaltwassergeysir der Welt gibt.
Dieser Geysir stößt in regelmäßigen Abständen (etwa alle 115 Minuten) eine Fontäne von knapp 20 Grad kaltem Wasser aus und zwar bis in eine Höhe von 60 Meter.
Man darf sich das simpel erklärt so vorstellen, als würde man eine Mineralwasserflasche schütteln und dann aufdrehen. Weitere Infos gibt es auf der oben gelinkten Homepage.
Für 13,50 € darf man das extra erbaute Museum über den Geysir und das Drumherum besichtigen und ein Schiff besteigen, dass einen über den Rhein zu dem einzigen Zugang des Naturschutzgebietes fährt. Bei dem dort knapp einstündigem Aufenthalt spukt der Geysir einmal sein Wasser aus und man erhält dabei einige Informationen von dem dortigen Ranger. Danach fährt man per Schiff wieder zurück. Dies ist die einzige Möglichkeit, das Schauspiel zu erleben.
Am Ostersonntag habe ich in Andernach einen Zwischenstop eingelegt, weil ich doch neugierig geworden war.
Ich war etwa eine halbe Stunde vor dem Ablegen des Bootes dort und hatte somit kaum Zeit, die Ausstellung in dem neuen Museum zu besuchen. Und ehrlich gesagt, wer keine Kinder hat, muss diese auch nicht unbedingt gesehen haben.
Und hässlich ist der Bau sowieso....
Ziemlich schnell kam die Auforderung, sich zur Anlegestelle an den Rhein und an Bord des Schiffes zu begeben.
Die Überfahrt ist kurz, auch wenn man jedes Mal auch noch einen Kurzstop auf der anderen Rheinseite einlegt.
Die Anlegestelle auf einer Halbinsel.
Man sollte versuchen, als einer der ersten von Bord zu gehen und zügig zum Geysir und an die Absperrung durchgehen. Ansonsten wimmelt es dort von Menschen (war zumindest bei meinem Besuch am sonnigen Ostersonntag so) und man hat keine Chance auf gute Bilder.
Der Geysir blubbert eigentlich die ganze Zeit vor sich hin. Auch in der Zeit, wo er sich auf die nächste Fontäne vorbereitet.
Aber in regelmäßigen, nur leicht variierenden Abständen, spukt er seine Fontäne aus.
Mein Platz in der ersten Reihe hatte allerdings den Nachteil, dass ich die höchste Fontäne, die nur kurz andauert, nicht ganz aufs Bild bannen konnte. Aber 60 Meter waren es bei meinem Besuch wohl nicht.
Wie erwähnt, spukt der Geysir sein Wasser nur kurze Zeit wirklich hoch, aber danach doch noch einige Zeit mit weniger Intensität. Die unterschiedlichen Formen der Fontäne ist schon interessant, ich erspar euch aber die vielen Variationen in Bildform.
Wir durften schließlich näher ran, aber sollten aufpassen, das Geysirwasser ist nämlich recht aggressiv. Bei meinen Schuhen war mir das aber relativ egal.
Man durfte das Wasser auch probieren, es schmeckte ungefähr wie es roch: nach Teufel bzw. Blähung. Und bei zuviel Genuss bekommt man den "flotten Otto".
Man konnte den Geysir noch einige Zeit beobachten, wie er vor sich hinblubberte. Der Ranger erzählte währenddessen so einiges und beantwortete alle Fragen.
Wie man an der Färbung der Steine leicht erkennt, ist das Wasser sehr eisenhaltig. Und aggressiv: würde man eine Waschmaschine damit befüllen, wäre sie nach weniger als 10 Wäschen kaputt.
Das Schiff bringt einen dann wieder zurück; die ganze Aktion dauert gut 1,5 Stunden.
Ich fand es eine interessante Sache, nur für einen alleinigen Besuch ist es aber ein bisschen wenig.
Darum habe ich mir auch noch etwas Andernach angeguckt; die Innenstadt ist nämlich vom Museum bzw. der Anlegestelle nicht weit entfernt.
Das Rheintor
Runder Turm
Mariendom
Der Marktplatz mit dem Denkmal für die Andernacher Bäckerjungen
Das Ursula von der Leyen Haus
Mittelalterliche Wehranlagen
Alter Krahnen
Ich bin etwa eine gute Stunde relativ planlos durch die Innenstadt gelaufen - und habe dabei so einiges Interessantes gesehen.