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usaletsgo

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21

Montag, 16. Juli 2018, 14:44

Immer, wenn ich was von Lagune höre, fängt's an zu jucken. Wie sah es denn da mit Moskitos aus?
Ganz harmlos, überhaupt nicht der Rede wert. Nicht mal im Regenwald. Selbst abends - wir haben auch eine Night Tour gemacht - kein Problem.
Viele Grüße

Dirk
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22

Dienstag, 17. Juli 2018, 09:19

So, ich bin jetzt auch dabei. Tolle Bilder, nette Tiere, wunderbare Strände. Ich hab auch gleich an fliegende Sauger aller Art bzw. an Sandflöhe gedacht, aber das ist evtl. auch Saisonabhängig.....

Es kann weiter gehen 8-)

usaletsgo

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23

Dienstag, 17. Juli 2018, 16:37

Schön, dass du an Bord bist, Volker. (Aus irgendeinem Grund kann ich nicht zitieren - verstehe, wer will.) Aber es geht weiter.
Viele Grüße

Dirk
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24

Dienstag, 17. Juli 2018, 16:45

Ein neuer Tag - ein ganz spannender, wie ich finde zudem.

​ Morgen und übermorgen gibt es dann Zeit zum Nachlesen. Der nächste Tagesbericht folgt am Samstag.

​ _______________________________________________________________________________

4. Tag: 28.03.2018

​ 5:30 Uhr Ortszeit: Wir sitzen auf der Terasse und schlürfen einen Kaffee. Gleich geht´s los, wir machen eine Tour durch den Tortuguero Nationalpark​.

​ Pünktlich um 5:45 Uhr kommt auch schon unser Guide. Zusammen mit fünf anderen Gästen gehen wir auf ein Boot, das nicht viel größer ist als ein normales Ruderboot. Es hat aber einen Außenborder und zusätzlich einen leisen Elektromotor, mit dem wir tiefer in die Kanäle des Parks eintauchen werden. Schwimmwesten? Werden überbewertet. Sicherheitsinstruktionen: die sowieso. Einfach einsteigen, hinsetzen und los geht´s. So läuft das in Costa Rica (war auf der Hinfahrt von La Pavona nicht anders).

​ Wir schippern quer über die Lagune, und man sieht sogar den Volcano Arenal ganz klar - was sehr selten ist.





Zunächst fahren wir zum Nationalpark-Eingang (da, wo wir gestern die große Spinne gesehen haben) und bezahlen Eintritt, der im Tour-Preis inkludiert ist.

​ Dann kommt das erste Spektakel, von dem mir leider kein einziges Bild gelungen ist. Über die Bar einer Lodge, die wir ansteuern, fällt eine Horde Kapuzineräffchen her. Die Lümmel schnappen sich vom Vorabend stehen gebliebene Bierpullen, schmeißen sie auf den Boden und süppeln die Reste. Manche trinken gleich aus der Flasche. Insgesamt benehmen sie sich wie die Axt im Walde und stellen ein ziemliches Durcheinander an. Für uns Touristen natürlich ein grandioses Schauspiel. Unser Guide macht uns aber darauf aufmerksam, dass die Tiere problematisch und sehr aggressiv sind. "They don´t know what´s wrong, don´t know how to behave. And they are cannibals." Affen sind nicht so lustig, wie sie auf uns wirken, das lernen wir schnell.

​ Plötzlich klatscht eine große Iguana zehn Zentimeter vor meine Füße. Mit einem Hops ist sie im Wasser verschwunden, bevor überhaupt irgendjemand kapiert, was Sache ist. Die Arme hing wohl über uns im Baum und ist von einem Affen runtergeschubst worden. So sind sie halt, die Affen.

​ Außerdem warnt uns unser Guide vor Schlangen (gut, dass obige Iguana keine Schlange war, aber was eigentlich, wenn doch? Egal, lassen wir das). "Don´t touch anything." schärft er uns ein, auch, wenn wir den Trail machen, den es im Nationalpark in der Nähe des Visitor Centers gibt. Kleine Zweige könnten coral snakes sein - hochgiftig. Er zeigt uns seinen Fuß, in den sich eins dieser Viecher verewigt hat. War wohl ziemlich knapp - beinahe wäre er hopps gegangen.

​ Wir fahren dicht an den mit Dschungel bestandenen Ufern entlang. Wahnsinn, wie üppig die Vegetation überall wuchert und schön, dass die Sonne herauskommt und sich blauer Himmel durchsetzt.



Under Guide erzählt uns diverse Dinge über den Nationalpark und hält immer Ausschau nach Tieren, von denen wir auch reichlich sehen.​







Leicht zu fotografieren sind sie nicht, denn wir sind ja nicht im Zoo und die Tiere in freier Wildbahn unterwegs. Posieren für´s Foto ist eher nicht ihre Kernkompetenz, aber es gelingen ein paar gute Aufnahmen.

​ Außerdem sind die Tiere sehr weit weg. Trotz 600 mm - und das auf einem wackelnden Schiff - muss man nachträlich Croppen. Diese Brüllaffenfamilie pennt erfreulicherweise. Das machen howler monkeys oft, eigentlich fast immer. Kapuzineraffen sind dagegen permanent auf Achse und Hektiker vor dem Herrn.









Nicht nur die Tierwelt, auch die Vegetation ist fantastisch.​



Gegen Ende der Tour wartet das absolute Highlight. Wir fahren in einen ziemlich "Indiana Jones mäßigen" Kanal. Sagenhaft, und der Guide bekräftigt uns in unserer Meinung. Es wäre sein Lieblingsort. Er macht den Verbrennungsmotor aus. Wir fahren ganz langsam mit dem Elektromotor.

​ Nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Sehr beeindruckend.









Die Damen hinter uns werden nervös, denn dieser Kamerad liegt da ziemlich genau fünfzig Zentimeter von uns entfernt rum. Absolut regungslos. Ist das hier ein Streichelzoo? Nein, ist es nicht, also Finger weg. Unser Guide ist zu Scherzen aufgelegt: "Made in Taiwan." Nee, das Vieh ist echt, das lebt. Und frisst. Finger vielleicht. Oder ganze Arme?​



Klasse.​



Sogar ein schwer zu findender und noch viel schwerer aufs Bild zu bannender spider monkey lässt sich blicken. Der gehört nämlich auch zu der Kategorie "notorischer Hektiker" und hampelt permanent rum.​



Nach gut zwei Stunden kehren wir um. Unterwegs treffen wir noch Delfine, die wild herumtollen. Scheinbar lieben sie das bräunliche Brackwasser der Laguna Tortuguero, die direkt an den Ozean grenzt. Ebenfalls ein klasse Erlebnis einer insgesamt fantastischen Tour, die mit 20 USD pro Person im Prinzip spottbillig ist.

​ Als wir wieder beim Hotel sind, flitzt eine Dame pfeilschnell ins Haus - offenbar ein dringendes Bedürfnis, an das man am besten gar nicht denkt, wenn man so etwas bucht. Wo soll man das erledigen? Egal - Themenwechsel.

​ Wir checken aus, wobei diese Aufgabe auch unser Guide übernimmt. Er möchte 165 USD von uns haben, was natürlich ein Witz ist. Der reguläre Preis ist 65 USD, was wir ihm auch demonstrieren (Email). Er macht den Job aber nur vertretungshalber und weiß nicht Bescheid. Also ruft er bei seiner Chefin an, die die Sache regelt. Offenbar ist im Buchungssystem ein zweitägiger Aufenthalt hinterlegt, daher der hohe Preis (wobei 2*65=??? Egal.). Alles läuft aber super-freundlich und seriös ab, wir haben zu keinem Zeitpunkt den Eindruck abgezockt zu werden.

​ Wir begeben uns zum Fähranleger, sind als pünktliche deutsche Beamte 10:40 Uhr da und möchten gerne um 11:00 zurück nach La Pavona chauffiert werden. Und zwar pünktlich, bitteschön. Kommt bloß kein Boot, die Fahrpläne werden wohl insgesamt relativ frei interpretiert und eher als Möglichkeit denn als Vorgabe betrachtet. Ich vertreibe mir die Zeit mit diversen Toilettenbesuchen in diversen Restaurants und der öffentlichen "City Hall" (oder was immer das ist - auf jeden Fall etwas Offizielles), denn marginale Verdauungsprobleme machen sich bemerkbar. Aber alles halb so wild - und nein: nicht Montezumas Rache, sondern eher das Gegenteil. Ralf hält derweil die Stellung und bewacht unser Gepäck.

​ Ach übrigens, wenn man etwas genauer hinsieht, findet man hinter den Häusern einige Zeitgenossen, die sich genüsslich einen Joint reinpfeifen. Und auf der Suche nach einer Toilette gucke ich schon mal hinter die Häuser, deshalb fällt es mir auf. Scheint normal zu sein. Juckt keinen. Polizei? In Tortuguero? Habe ich nicht gesehen. Auch Bernardo läuft mir wieder über den Weg - aber ohne Joint, nicht dass da falsche Verdächtigungen aufkommen.

​ Irgendwann nach 12:00 Uhr, ist es dann so weit, nachdem diverse private Boote schon vor uns losgefahren sind: der ÖPNV Tortuguero kommt. Wie die Deutsche Bahn: unpünktlich, aber immerhin vorhanden.

​ Die Fahrt entwickelt sich zu einem kleinen Abenteuer, denn die Kiste ist scheinbar hoffnungslos überladen. Der Motor stockt und knattert, dann hört er ganz auf und wir treiben ans Ufer. Die Riesenfarnwedel, Zweige und was weiß ich sonst noch kommen immer näher, das kleine Mädchen neben mir kreischt und rennt zu ihrer Mama, die aber auf der anderen Seite sitzen muss, denn alle Passagiere werden ungefähr gleichmäßig nach Gewicht auf die Seiten verteilt. Dann hängt das Boot komplett in der Böschung und es wird grün. Remember: Don´t touch anything! Ähh, und was ist, wenn man selbst betoucht wird?

​ Dieses marginale Problem löst sich in Nichts auf, denn der Motor geht wieder. Allerdings wohl auch nicht so richtig, denn wir sind im Schneckentempo unterwegs. Rettung naht in Form eines anderen Bootes, das neben uns treibt. Dann müssen die schwersten Männer unseres Bootes, allen voran der Käpt´n mit seinem gewaltigen Bierbauch rüber auf´s andere Boot. Ich weiß, das klingt wie bei Banana Joe (Bud Spencer), aber genau so trägt es sich zu.

​ Die Maßnahme ist von Erfolg gekrönt und wir kommen tatsächlich ins Ziel. Mit gewaltiger Verspätung versteht sich. Überglücklich, dem sicheren Tod im Maul eines Riesen-Kaimans entronnen zu sein, gehen alle von Bord.





Unser Auto finden wir so wieder, wir wir es verlassen haben. Leider auch die Rumpelpiste zurück zur Straße, die nach Cariari führt. Gruselgeschichten haben wir gehört über diese Strecke: Überfälle auf Busse, Räuber usw. usf. Kennen wir aus Mexiko, will ich auch gar nicht verniedlichen, kommt bestimmt nicht von ungefähr. Aber wir halten die Augen offen, nirgends an und fühlen uns absolut sicher.

​ Zurück auf der "Autobahn" #32 biegen wir rechts ab und später wieder rechts auf die #4 stramm nach Norden Richtung Arenal Vulkan. Auf dieser Straße sehen wir auch zum ersten Mal Geschwindigkeitskontrollen. Scheint es also auch in Costa Rica zu geben, aber ob die wirklich blitzen oder nur dekorativ herumstehen? Geheizt wird trotzdem ohne Ende.

​ In San Jorge kaufen wir in einem Supermarkt Getränke, Kekse und Chips - die üblichen Grundnahrungsmittel halt. Dann geht es auf die #142, auf der eine Menge Verkehr unterwegs ist. Zieht sich ganz schön die Strecke. Und wir haben Hunger, denn das Mittagessen ist im Prinzip ausgefallen (ein paar Müsliriegel und Gebäckstangen, das war´s).

​ Leider haben es die letzten elf Kilometer noch mal richtig in sich. Eine knüppelharte Wellblechbiste wartet auf Bewältigung, aber wir müssen sie nehmen, denn es ist die einzige Zufahrt zu unserer Lodge.

​ Kaum sind wir auf dem riesigen Gelände der privaten Lodge, die aber schon im Nationalpark liegt, ist alles asphaltiert und die fiese Schüttelei hat ein Ende. Dann sind wir am Eingangshäuschen, wo man nur noch als Hausgast weiterkommt. Meinen Namen hat der Pförtner auf der Liste und wir können passieren, den Leuten in dem Pick-Up vor uns ergeht es nicht so gut und sie müssen umkehren.



Wir checken ein, müssen noch mal umparken, aber bevor wir das tun, machen wir ein, zwei Bilder von dem Vulkan, der hier so nah ist wie nirgends sonst. Das spärliche, noch vorhandene Licht müssen wir ausnutzen, denn kein Mensch weiß, ob morgen noch so viel von dem Riesenberg zu sehen ist.

​ Der Arenal ist ein launiger Geselle.





Dann beziehen wir uns großes, luxoriöses Zimmer, das einen Super-Balkon mit direktem Blick auf den Vulkan hat. Einfach klasse.

​ Das letzte Bild des Tages mit dem letzten Licht des Tages vom Balkon.



Abendessen nehmen wir in der Lodge ein - wo auch sonst? Es gibt keine Alternative weit und breit, und wenn ich an die elf Kilometer Knüppelpiste denke ...

​ Alles ist sehr amerikanisch, überhaupt scheinen 99,9% aller Gäste Amerikaner zu sein. Der Service ist professionell, sehr aufmerksam, wie in den USA üblich, die Speisekarte ebenfalls stark amerikanisiert, was uns nicht so besonders gefällt. Das Essen ist auch entsprechend teuer und mein Lachsfilet recht knapp bemessen, dennoch in Ordnung, aber auch nicht mehr. Das gibt es bei Nordsee besser. Die Vorspeise - Mozzarella mit home bread - ist übrigens richtiggehend schlecht. Lieblos angerichtet und nicht wirklich lecker.

​ Na gut, wir sind nicht zum Essen hier, sondern wegen des Vulkans, und dafür gibt es nicht annähernd so eine gute Ausgangsbasis wie die Arenal Observatory Lodge, wie unsere Unterkunft mit vollständigem Namen heißt.

Unterkunft: Casa Marbella
Viele Grüße

Dirk
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »usaletsgo« (17. Juli 2018, 17:50)


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Dienstag, 17. Juli 2018, 16:57

Leider werden die Videos nicht angezeigt, ich kann zur Zeit auch nicht zitieren.

Hat sich da irgendein Bug eingeschlichen?
Viele Grüße

Dirk
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Melli

die NETte Bahntante ;)

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26

Dienstag, 17. Juli 2018, 17:00

Flora und Fauna sehen toll aus! Habe auch schon viele Bilder von Costa Rica gesehen da mein großer Bruder Fan von dem Land ist und dort irgendwann hin auswandern wird...spätestens dann werde ich mich mit Pura Vida mehr befassen. :S:
USA...where my heart belongs! :love:




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Dienstag, 17. Juli 2018, 17:32

Leider werden die Videos nicht angezeigt, ich kann zur Zeit auch nicht zitieren.

Hat sich da irgendein Bug eingeschlichen?
Da die Videos auf der ersten Seite zu sehen sind ist vielleicht ein Buchstabe in der Verlinkung verkehrt? Das passt dann aber nicht zu sehr fehlenden Zitierung. Einfach mal nen anderen Brauser nehmen oder aus- und einloggen....

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28

Dienstag, 17. Juli 2018, 17:48

Leider werden die Videos nicht angezeigt, ich kann zur Zeit auch nicht zitieren.

Hat sich da irgendein Bug eingeschlichen?
Da die Videos auf der ersten Seite zu sehen sind ist vielleicht ein Buchstabe in der Verlinkung verkehrt? Das passt dann aber nicht zu sehr fehlenden Zitierung. Einfach mal nen anderen Brauser nehmen oder aus- und einloggen....


Zitieren klappt wieder.

Videos auch. Keine Ahnung, was da los war.
Viele Grüße

Dirk
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Tom goes West

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Mittwoch, 18. Juli 2018, 10:54

Tolle Bilder klasse Bericht, virtuell bin ich voll dabei - live wird das wohl eher nicht meine Urlaubsregion :D

Glück auf

Tom
"Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso die Uhr anhalten, um Zeit zu sparen"
Henry Ford (1863-1947)

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Mittwoch, 18. Juli 2018, 15:20

Tolle Bilder klasse Bericht, v
Danke, freut mich sehr. :-)
Viele Grüße

Dirk
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Mittwoch, 18. Juli 2018, 21:14

Toller Bericht mit sehr schönen Bildern - macht Lust auf mehr. :-)
Nur die Böötchen scheinen ja etwas abenteuerlich zu sein. ;-(
Bei Stammtischtreffen dabei.

usaletsgo

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32

Gestern, 14:09

So, nach einer dreitägigen schöpferischen Pause, die vielleicht auch zum Nachlesen ganz gelegen kam, geht es nun weiter.

Wir verlassen Tortuguero und kommen zum Arenal Vulkan.

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5. Tag: 29.03.2018

Der erste Blick aus dem Fenster um 5:00 Uhr ist ernüchternd. Man möchte sich gleich wieder hinlegen, und genau das mache ich auch. Dieser Mistkerl von Vulkan hat seinen Tarnanzug übergeworfen und sich in tiefen Nebel gehüllt. Das tut er gerne und oft, und genau darum sollte man auch jede halbwegs gute Fotogelegenheit nutzen - wie wir gestern Abend. Von den fast 1700 m des Vulkans sind ungefähr 1,50 m zu sehen - mit Wohlwollen.

Nach einer weiteren Mütze Schlaf marschieren wir zum Frühstück, wobei wir eine Hängebrücke überqueren müssen, die über eine mit Regenwald bewachsene Schlucht führt. Gehört alles zum Lodge-Gelände, das einfach riesig ist und auch über diverse Wanderwege verfügt, die wir uns für heute morgen vorgenommen haben.

Siehe da, man glaubt es kaum, der Nebel verzieht sich ein wenig. Es klart tatsächlich etwas auf, vielleicht wird das ja noch mit dem Wetter.

Das Frühstück ist ebenfalls typisch amerikanisch. Irgendwie passt das nicht so richtig in die Landschaft. Wir sind in Costa Rica und nicht in Costa Mesa (CA). Etwas mehr landestypisch wäre schön, aber die amerikanischen Gäste scheinen sich darüber zu freuen, dass alles ist wie zu Hause. Wir nicht, aber wir gehören ja auch zu den anderen 0,01%.

Auf der Verande vor dem Frühstücksraum hat sich eine merkwürdige Truppe postiert. "Truppe" und "postiert" trifft es ganz gut, denn die Jungs sind alle in Camouflage. Alles asiatischstämmige Amerikaner. Warum sind sie in Camouflage? Niemand weiß es so genau, vielleicht befürchten sie einen nahenden Krieg, den Ausbruch des Vulkans, die Heimsuchung durch was auch immer. Oder sie finden sich einfach schick. Auf jeden Fall lässt sich die Fotoausrüstung, die ein jeder mit sich trug, so ungefähr auf 10.000 EUR taxieren.

Ralf und ich lästern, was das Zeug hält und müssen aufpassen, dass das keiner mitbekommt. Sonst werden wir womöglich auf der Stelle erschossen...



Attraktiver ist da doch der Anblick des Vulkans, denn der straft mich Lügen. Er wurde gar nicht über Nacht gestohlen, sondern steht noch brav an Ort und Stelle. Und er entledigt sich langsam aber sicher seines Schlafgewandes und zeigt nackte Haut - ähh nackten Fels.





Was ist denn jetzt los? Die Sonne kommt raus. Unglaublich.



Die Vögel freuen sich. Und die Camouflage-Jäger erst. Jetzt habe sie richtig Wildlife vor der Flinte, und wetten, dass die Piepmätze gar nicht merken, dass sie von asiatischen Amerikanern in Tarnfleck aufs Korn genommen werden?





Die Blumen freuen sich auch. Auch wenn sie nur von uns fotografiert werden.



Der Blick von der Veranda über den Lake Arenal ist auch nicht von schlechten Eltern.



Mittlerweile ist es mollig warm und auch ein wenig schwül. Den Aufgalopp zum morgendlichen Workout macht ein kleiner asphaltierter Spazierweg durch die Gärten der Lodge. Dieser führt auch zu einem frog pond, in dem aber leider keine Quakfrösche sind. Die kommen wohl erst gegen Abend raus. Am interessantesten ist die Wandergruppe (welcher Nationalität bloß?), die fasziniert zwei Truthähnen nachstellen, die sich einen Spaß daraus machen vor den Damen und Herren quer über den Weg zu watscheln. Truthähne, da läuft so manchem bestimmt das Wasser im Mund zusammen. Ralf und ich hingegen stürmen an der ganzen Mannschaft vorbei, wodurch die Truthähne irritiert im Gebüsch verschwinden. Das war´s dann mit dem wildlife viewing.

Dass es immer wärmer wird, bekommen wir zu spüren, als wir nach diesem kleinen Spaziergang einen richtigen Trail machen. Der River Trail führt steil bergab zu einer Stelle, die so beeindruckend unbeeindruckend ist, dass sich jegliche Zurschaustellung erübrigt. Der fiese Rückweg jedenfalls bleibt in nachhaltigerer Erinnerung, deshalb wird der Trail trotz seiner Kürze (wir waren eine halbe Stunde return trip unterwegs) auch als "difficult" bewertet.

Ralf schwitzt, als wäre er eine dreiviertel Stunde auf der obersten Saunabank geröstet worden. Zugegeben: war bissi warm.



Nach dem lockeren Anschwitzen machen wir einen Rundweg, der uns zunächst zu einem schönen Wasserfall führt ...



... dann über eine Hängebrücke geht ...



... durch einen Wald, den man eher im Allgäu als in Costa Rica vermuten würde, wo es aber im Gegensatz zu mitteleuropäischen Breiten Nasenbären zu sehen gibt (Coati) ...



... und dann wieder zurück Richtung Vulkan verläuft.





Ganz groß ...



... und ganz klein.



So, jetzt um 11:00 Uhr wird es langsam Zeit, mal die facilities der Lodge auszuprobieren. Den Pool vor allem. Der ist ziemlich kühl, aber angesichts der jetzt tropischen Temperaturen genau passend und erfrischend.



Ein pullerwarmes Blubberbecken gibt es auch. Vornehm geht die Welt zu Grunde.



Dann wird es Zeit aufzubrechen. Wir müssen um 12:00 Uhr auschecken und das schaffen wir auf den letzten Drücker. Wir fahren nun zunächst Richtung Westen durch eine schöne Hügellandschaft.



Dann geht es am Nordufer des gewaltigen (80 km²) Lake Arenal (Laguna de Arenal) entlang. Das ist ein künstlicher Stausee, der fast 60% des gesamten Bedarfs an elektrischer Energie des Landes deckt. Wahnsinn.



Der Arenal ist irgendwie nie ganz weg.





Wir umrunden das schmale Ostufer des Sees und sind schon am Nordufer, wo es einen schönen Aussichtspunkt gibt ...



... an dem landestypische Spezialitäten unter costa-ricanischer Flagge feilgeboten werden.



Auch von hier - wo es übrigens ganz schön windig ist - sieht man ihn. Wie gesagt: niemals geht er so ganz.



In Tilarán tanken wir und ich nutze die Gelegenheit für ein paar aufregende Street Life Aufnahmen.



Dann ist wieder eine Runde Alpenvorland angesagt.





Und bald kommt die Abzweigung, wo dann der berüchtigte Teil der Route nach Monteverde beginnt. Knüppelhart, sage ich nur. Man braucht definitiv kein 4WD (bei Trockenheit) und im Prinzip auch kein High Clearance, aber gute Nerven und ein schüttel- und rüttelfestes Auto. 36 Kilometer Washboard bis Santa Elena, die es in sich haben mit manchen besseren Passagen zwischendurch und dann wieder - um den armen Menschen auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen - knallharten Episoden.

Das Video gibt das Ganze nur in Ansätzen wieder.

Kurz vor Santa Elena ist die Straße blockiert. Ein kopulierendes Hunde-Päarchen treibe es mitten auf der Piste und lässt sich auch von herannahenden Autos wenig beeindrucken. Da müssen wir zwangsläufig langsam dran vorbeifahren.

Santa Elena entpuppt sich als uriges Touristendorf, dass sich einen gewissen Wild-West-Charme bewahrt hat. Liegt vielleicht auch daran, dass hier so gut wie keine Straße asphaltiert und alles harte Piste ist. Ich möchte mal wissen, wie viele Sätze Reifen der gemeine Santa Elenaner so im Laufe eines Jahres verschleißt. Oder flickt. Und noch mal flickt. Und noch mal. Wenn das der TÜV sehen würde ...

Wir haben ein Zimmer im Hotel Claro de Luna gebucht. Nach dem Check-In bei der freundlichen Mitarbeiterin, die uns auf unsere Frage auch gleich mit Infos über Canopy-Touren usw. versorgt, werden wir zu unseren Gemächern geleitet.

Einfach klasse.







Am schönsten ist der Garten, wo ich erst mal ausgiebig die Pflanzenwelt ablichte.











Und weiter geht´s:











Dann gibt es noch einen gelungenen Drohnenflug, bei dem sehr schöne Aufnahmen im letzten Licht des Tages herauskommen.

Abends gehen wir noch ein bisschen durch den Ort, kaufen zwei natürlich nie im Leben gefälschte Costa Rica Trikots als Andenken (umgerechnet 14 USD für jedes Trikot) und finden uns zum Dinner im Morpho´s ein, was uns die Rezetionsdame im Hotel empfohlen hat. Das Essen - Ralf hat den Hamburger nach Art des Hauses (Morphos Hamburger) und ich Spaghetti Carbonara - ist gut, allerdings auch nicht überragend. Am besten ist eigentlich die Vorspeise: Tortillas mit Avocado und mariniertes Hühnchen.

Übernachtung: Hotel Claro de Luna
Viele Grüße

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